Weihnachtsmarkt EISENSTADT – Perchtenlauf 2013 – Die Lichtenwörther KLACHELTEUFEL waren da, die „Engel“ von Rammstein wurden gespielt und die Fußgängerzone war voll

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Pünktlich um 1700 Uhr startete gestern der Perchtenlauf der Lichtenwörther KLACHELTEUFEL aus dem Schloss Esterházy. Begleitet von einer starken Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr St. Georgen, die für die Sicherheit sorgten.

Gevatter Tod benötigte den Schutz der Florianijünger aus St. Georgen

Denn es war Feuer im Spiel. Der Sensenmann (auch Gevatter Tod oder Grimmer Schnitter genannt) war auch da und seine Sense, die brannte lichterloh. Der Überlieferung nach mähe der Sensenmann (Tod) in Massen die Sterblichen nieder, und das wie das Gras auf dem Acker der Landleute ohne Rücksicht auf Blumen, Unkraut oder Ähren, damit die armen Seelen der Toten dann schließlich auf dem Acker des Todes (=Friedhof) ihre letzte Ruhestätte finden. Der Sensenmann war auch der Sage nach der Schnitter, der die Lebenden zu den Toten befördert hat. Die mehrfache notwendige fachgerechte „Befeuerung“ der Sense führte ein Feuerwehrmann durch.

Eine professionelle Show ohne Sicherheitsvorfälle oder Gewaltausschreitungen

2 Tage vor dem Vollmond, der in seiner fast vollen Pracht am Abendhimmel stand, zogen die Perchten vom Schloss in die Stadt. Die Perchten lieferten eine gute Show ab, stellten sich brav den Fotoapparaten der Besucher und wurden auch von einem eigenen Sicherheitsdienst des Vereines begleitet, welcher professionell für die Sicherheit der Besucher sorgte. Auffallend war, dass diesmal auch eindeutig als Frauen zuordenbare Perchten mit dabei waren. Das Ende der Männerperchtenwelt!

Bezug zum volkstümlichen Perchtenbrauchtum mit dieser Show nicht immer klar

Die Tonanlage der Lichtenwörther KLACHELTEUFEL beschallte den Weihnachtsmarkt mit RAMMSTEIN – „Engel“. Mit „Engel“ erregte Rammstein in Deutschland erstmals Aufmerksamkeit. Es war das erste Lied der Gruppe, welches im Radio gespielt wurde. Es geht um die Gründe, warum es nicht gut ist ein Engel zu sein/werden. (hier das Video zum Lied: http://www.youtube.com/watch?v=WX6k4B5q4QA

Zumindest gab es keine versteckte Symbolik wie 2011, als ein Pentagramm durch die Stadt getragen wurde, oder 2012 als der Sensenmann gar einen Sarg abfackelte aus dem der Satan höchst persönlich entstieg. Das Ganze mit musikalischer Untermalung von ACDC „Hells Bells“ - die Glocken der Hölle. Wer 2012 nicht dabei war kann sich hier das Video ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=F_Hea7Q0ZGw

Dieser Perchtenlauf sollte eigentlich als KRAMPUSLAUF bezeichnet werden

Gefunden auf: http://www.perchtengruppe-gresten.at/

Die "Krampusse" sind männliche Teufelsgestalten, die zwischen dem 1. November und 23.Dezember auftreten. Sie tragen Kostüme aus Schaff- oder Ziegenfellen und Ledergürtel mit großen Glocken. Die großen, oft kostbaren Holzmasken zeigen teuflische, oder animalische Züge. Hörner von Ziegen, Schafböcken, Kühen, selten sogar kostbare von Steinböcken, krönen die Masken. Mit Ketten und Peitschen bewaffnet rasseln die Krampusse und schlagen wild um sich. Die Krampuspassen sind eine grölende, drohende und pfauchende Meute, die jeweils immer unerwartet und plötzlich auftaucht, durch die Gassen rast und ebenso schnell wieder verschwindet.

Heute präsentiert sich dieser Brauch in vielerlei Gestalt

Seine Pole sind Traditionspflege und Kommerz und dazwischen liegen atavistische Sehnsüchte, Vergnügen der Jugendlichen, Publikumsbelustigung und touristisches Spektakel. Früher war das Auftreten der Krampusse an den heiligen Nikolaus gebunden, die Masken überschritten kaum die natürliche Körpergröße, die Kostüme waren aus Stoff, Fell, Papier und Pappmaschè. Heute schließen sich Burschen zu volkloristischen, wie kommerziellen Krampuspassen in Vereinen zusammen. Es gibt sogar Wettbewerbe und Preisvergaben für besonders prächtige "echte", oder groteske Masken. Jugendliche haben große Freude an diesem Spiel und sogar kleine Buben laufen als Kramperl durch Gassen und Strassen, leuten die Glocken und erschrecken die Passanten. Es gehört zu diesem Spiel, dass das Publikum – besonders die jungen Mädchen – die Krampusse neckt und verspottet und dann kreischend und schreiend davonläuft, wenn diese drohen und um sich schlagen.

Die Koordination mit der Dom-Pfarre Eisenstadt klappte wie in den letzten Jahren nicht

Um 1700 Uhr feierte man dort zeitgleich das Vespergebet in der Familienkapelle und um 1800 Uhr fand die Stadtjugendmesse statt. Was der neue Pfarrprovisor Mag. Martin Korpitsch als Generalvikar und Dompfarrer dazu sagt, kann ich leider nicht berichten. Seine Antwort auf meine Mail und den Hinweis auf das Treiben der Klachelteufel in der Fussgängerzone ist noch offen. Auch aus dem Bürgermeisterbüro, der Firma WEIDINGER, vom Herrn Vizebürgermeister und den Grünen der Stadt gab es keine Rückmeldung auf meine Mail. Bemerkbar sind aber doch ein gemäßigteres Auftreten der Klachlteufel und die gute Organisation des gesamten Events.

Man kann es nicht immer allen Recht machen, das gestehe ich ein.

Es ist halt schwierig an einem Tag die Krampusse, Perchten, Engel, Rammstein, die Klachelteufel, das Marketing und den „Hexenkessel“ zum Weihnachtsmarkt, den Weihnachtsfrieden, den Advent, das Brauchtum und die besinnliche Zeit unter einen Hut zu bringen.

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