Wie Mutter Erde nach „Schurldorf“ kam

Daniel, Künstler Addì und Kathrin Pachinger
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ST. GEORGEN. „Im Jänner spazierte ich in Chiang Mai (Thailand) durch eine Seitengasse, an deren Wand das Portrait einer Long Neck-Frau gemalt war. Ich dachte nicht lange darüber nach, machte ein Foto und ging meines Weges“, erzählt Kathrin Pachinger.

Suche nach Addì

Weil Kathrin das Kunstwerk jedoch nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte, forschte sie nach dem Künstler. In Zeiten globaler Vernetzung, und weil der Maler seine Werke signiert, war es nicht schwer, Addì aus Mexiko ausfindig zu machen. Addìs Werke zieren Gebäude und Wände auf der ganzen Welt. Seine Gemälde findet man in Rom, Paris, aber auch in Japan, Malaysia oder in Peru – und nun auch in St. Georgen.

Aus Mexiko nach Schurldorf

„In naher Zukunft werden mein Bruder Daniel und ich den Heurigen in St. Georgen führen. Mit dem Generationswechsel soll – bildhaft – auch die Wandfarbe wechseln. Also kontaktierte ich den mexikanischen Künstler und trotz anfänglicher Schwierigkeiten war es möglich, ihn nach St. Georgen zu lotsen.“

Die Frage des Motivs

Der Künstler war gefunden – blieb die Frage nach dem Kunstwerk. „Wir haben lange überlegt, welches Motiv die Fassade zieren soll. Schlussendlich beschlossen wir, Addì in die Motivauswahl mit einzubeziehen.“ Also zeigten die beiden St. Georgener dem Mexikaner ihre Heimat, führten ihn unter anderem zu den Wein- und Genusstagen nach Eisenstadt, auf die Burg Forchtenstein oder an den Neusiedler See. Bei diesen Ausflügen lernte er nicht nur das Burgenland, sondern auch die Philosophie der Familie Pachinger kennen.

„Mutter Erde“ gefunden

In der gemeinsamen Zeit mit den beiden fand der Künstler das richtige Sujet: „Mutter Erde“ soll vom Heurigen blicken. „Dieser Einfall war einfach perfekt! Es ist genau das, worum es uns geht. Wir sind tief verwurzelt mit der Natur, ihrer Schönheit und ihrer Vielfalt“, ist Kathrin begeistert. „,Mutter Erde' trägt ein Kopftuch aus Blaudruck sowie Kleidung aus mexikanischen Stoffen. Denn wir gehören alle zusammen.“

Genuss mit allen Sinnen

„Unsere Gäste sollen bei uns mit allen Sinnen wahrnehmen. Sei es nun Essen, Trinken, die Einrichtung oder die Fassade – sie sollen unser Lebensgefühl wahrnehmen, ohne dass es ihnen auf's Auge gedrückt wird“, erklärt Kathrin, dass die Übernahme auch nach außen hin sichtbar – oder vielmehr unübersehbar – wird.
Jedenfalls ein gutes Gefühl, wenn „Mutter Erde“ in Zukunft über die Gäste in Pachingers Stodl wacht.

Daniel, Künstler Addì und Kathrin Pachinger
Im Entstehen: Mutter Erde auf der Fassade des Heurgen
Autor:

Hannes Gsellmann aus Eisenstadt

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