Wulkaprodersdorf fordert überarbeitetes Verkehrskonzept vom Landtag

Bürgermeister Friedrich Zarits (m.), Gemeindevorsteherin Sabine Szuppin und Vizebürgermeister Ing. Markus Krojer sind nicht erfreut über die geplanten Verkehrsmaßnahmen
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  • hochgeladen von Franz Tscheinig

WULKAPRODERSDORF. Der Sitzungsraum im Gemeindeamt der Marktgemeinde Wulkaprodersdorf war bereit für die von Bürgermeister Friedrich Zarits, Vizebürgermeister Ing. Markus Krojer und Gemeindevorsteherin Sabine Szuppin einberufene Pressekonferenz gestern Nachmittag. Gut ein dutzend Medienvertreter waren gekommen, um den drei GemeindevertreterInnen Gehör zu schenken. Grund für die Zusammenkunft war die vom Landtag beschlossene Gesamtverkehrsstrategie, mit der sich die Marktgemeinde nur bedingt zufrieden zeigt.

Steigendes Verkehrsaufkommen überschreitet Belastungsgrenze

Als Verkehrsknotenpunkt von Bahn und Auto wird Wulkaprodersdorf grundsätzlich überdurchschnittlich von Feinstaub belastet. 2013 hatte das Dorf die meisten Feinstaubüberschreitungen von allen Messstationen im Burgenland zu verzeichnen. Bis zum 14. Juli 2014 wurde der Grenzwert zwanzig Mal überschritten. Ab dem 15. Juli gibt es keine Aufzeichnungen mehr, da die Messstation in Wulkaprodersdorf an diesem Tag unerklärlicher Weise abgebaut wurde. Laut derzeitig gültigem Immissionsschutzgesetz sind pro Kalenderjahr maximal 25 Überschreitungen zulässig - es ist also zumindest nicht unwahrscheinlich, dass dieser Höchstwert bereits überschritten wurde.

Drei neue Belastungen im Kommen

Die Gesamtverkehrsstrategie Burgenland beinhaltet nun drei Maßnahmen, von denen sich der Ort zusätzlich belastet fühlt:

1. Der Ausbau der A3 vom Knoten Wulkaprodersdorf bis zur Grenze nach Klingenbach:
89,83% der Gemeinde sprachen sich bei einer Volksbefragung am 26. Juni 2005 gegen den Ausbau der A3 aus. Trotzdem wurde das Bauvorhaben jetzt vom Land beschlossen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die dadurch aufkommende, zusätzliche Feinstaubbelastung durch den vermehrten Verkehr auf die Lebensqualität in der Gemeinde auswirken wird.

2. Die Führung des SETA Korridors durch die Ortschaft:
Das Projekt SETA (South East Transport Axis) soll den internationalen Güterverkehr zukünftig durch die Marktgemeinde führen. Dadurch befürchtet die Gemeinde eine massive Lärmbelastung für die gesamte Ortsbevölkerung.

3. Der Bau der Bahnschleife Müllendorf-Eisenstadt über den Wulkaprodersdorfer Hotter:
Laut Bürgermeister Zarits durchschneidet die geplante Bahnschleife Müllendorf-Eisenstadt die "bonitätsmäßig besten landwirtschaftlichen Flächen in unserem Ort und führt das nahezu zwanzig Jahre dauernde Grundzusammenlegungsverfahren ad absurdum".

Gefährdete Perspektiven

Bürgermeister Zarits sieht die Perspektiven der Marktgemeinde durch die drei geplanten Bauvorhaben stark gefährdet: "Diese Punkte der Gesamtverkehrsstrategie rauben unserer Marktgemeinde jegliche Perspektiven für eine nachhaltige, positive Entwicklung bezüglich Lebensraum und Lebensqualität. Nicht zuletzt ist auch die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde bedroht."

"Man fühlt sich alleine gelassen"

Der Gemeinderat rund um Bürgermeister Zarits sieht sich vom Land im Stich gelassen und kritisiert einerseits die "Vorgangsweise, dass die betroffene Gemeinde nicht rechtzeitig in die Entscheidungsprozesse eingebunden wurde" und andererseits die Tatsache, dass "in keinster Weise auf die negativen Auswirkungen, wie erhöhtes Verkehrsaufkommen und die damit verbundenen Umweltbelastungen für die Ortsbevölkerung Rücksicht genommen wird".

ÖVP-Verkehrssprecher klar für die Bahnschleife

ÖVP-Verkehrssprecher Thomas Steiner fordert hingegen eine rasche Umsetzung der geplanten Bahnschleife, da sich die Fahrtzeit von Eisenstadt nach Wien auf 45 Minuten verkürzen würde. „Diese Zeitersparnis bringt den burgenländischen Pendlern wirklich mehr Komfort", ist sich Steiner über das Bauvorhaben sicher.

Lösung oder auf die Barrikaden

Bürgermeister Friedrich Zarits möchte die geplanten Bauvorhaben auf keinen Fall über die Gemeinde ergehen lassen und möchte die "Verantwortlichen so schnell wie möglich auf einen Tisch bekommen". Die Gesprächsbereitschaft muss aber auch von Seiten der Verantwortlichen zu spüren sein: "Wir sind mehr als bereit, lösungsorientiert an die Angelegenheit heranzutreten, bevor das Vorhaben jedoch ohne unsere Einbindung endgültig abgesegnet wird, steigen wir auf die Barrikaden!"

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