LBL-Chef Kölly: „Wir müssen den Facharbeiter über den Beamten stellen“

LBL-Chef Manfred Kölly fordert, dass Landtagsabgeordnete über die Inhalte der Regierungssitzungen informiert werden.
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  • hochgeladen von Christian Uchann

Am 9. September muss in Deutschkreutz die Bürgermeister- und Gemeinderatswahl wiederholt werden. Grund dafür ist der Verdacht der Manipulation von Wahlkarten. Wie konnte es dazu kommen?
MANFRED KÖLLY: Es gab keine Manipulationen. Die Vorwürfe der ÖVP sind haltlos.

Aber es gab doch sogar graphologische Gutachten…
…die wir bezweifeln. Übrigens: In Deutschland ist so etwas gar nicht zugelassen.

Erwarten Sie negative Auswirkungen auf den Wahlausgang?
Nein, ganz im Gegenteil. Es wird am 9. September wieder eine klare Entscheidung für uns geben, weil die Bevölkerung die gute Arbeit, die 16 Jahre geleistet wurde, in den Vordergrund stellen wird.

Kommen wir zur Landespolitik. Um das LBL ist es zuletzt eher ruhig geworden.
Nach der Wahl in Deutschkreutz werden wir wieder Vollgas geben und uns mit Anträgen und Ideen einbringen – so wie wir es etwa beim Gemeindepaket oder dem Jagdgesetz auch gemacht haben.

„Eigentlich sind wir Landtagsabgeordnete machtlos, weil wir keine Infos von den Regierungssitzungen bekommen.“

Die ÖVP kritisiert die mangelnde Transparenz der Landesregierung. Ich nehme an, dem können Sie sich anschließen?
Das war schon jahrelang meine Kritik. Eigentlich sind wir Landtagsabgeordnete machtlos, weil wir keine Infos von den Regierungssitzungen bekommen.
Wir beschließen einen Landesvoranschlag und übergeben dann 1,1 Milliarden Euro an die Regierung. Das kann es doch nicht sein.

Was müsste sich ändern?
Man muss sich nur ein Beispiel an der Gemeindepolitik nehmen. Wir beschließen zwar auch ein Budget. Aber es muss jede größere Ausgabe noch einmal im Gemeinderat beschlossen werden.
Auch über die ausgelagerten Gesellschaften des Landes muss ich als Abgeordneter Bescheid wissen. Sonst können wir gleich alle zu Hause bleiben.

„Ich schätze Doskozil, weil er ein geradliniger Mensch mit Handschlagqualität ist.“

Hans Peter Doskozil wird bald Hans Niessl an der Spitze der SPÖ Burgenland ablösen. Was halten Sie vom neuen SPÖ-Chef?
Ich schätze Doskozil, weil er ein geradliniger Mensch mit Handschlagqualität ist.

Was sind für Sie die vorrangigen Themen im Land?
Arbeitsplätze, Wohnungen und natürlich auch das Krankenhaus Oberwart. Ich habe immer eine begleitende Kontrolle gefordert. Das haben alle abgelehnt. Jetzt kommt die ÖVP mit der selben Forderung daher.
Ein vorrangiges Thema, das leider in den vergangenen Jahren verschlafen wurde, ist der Facharbeitermangel.

„Der Landeshauptmann betont immer, dass wir die höchste Maturantenquote haben. Aber das hilft uns gar nichts.“

Was ist zu tun?
Der Landeshauptmann betont immer, dass wir die höchste Maturantenquote haben. Aber das hilft uns gar nichts. Wir müssen die Facharbeiter aufwerten und über die Beamten stellen, die für mich zu viel verdienen. Der Beamte bekommt in der Pension fast den Letztverdienst, während der Arbeiter mit 60 ein Wrack ist und sich mit 1.200 Euro Pension abfinden muss.

• Kommentar von Chefredakteur Christian Uchann

Autor:

Christian Uchann aus Eisenstadt

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