Rätsel um Millionen des Ex-BEGAS-Chefs

Die BEGAS gibt es zwar nicht mehr, einmal mehr wird sie jedoch von ihrer Vergangenheit eingeholt.
  • Die BEGAS gibt es zwar nicht mehr, einmal mehr wird sie jedoch von ihrer Vergangenheit eingeholt.
  • hochgeladen von Christian Uchann

EISENSTADT (uch). Ein Artikel des Nachrichtenmagazins NEWS schlug vergangene Woche wie eine Bombe ein und sorgte für ein weiteres Kapitel in der skandalumwitterten Geschichte rund um den ehemaligen BEGAS-Chef Rudolf Simandl.

2,64 Mio. überwiesen

Demnach soll die Tiroler Anlagenfirma Ortner – die in der Vergangenheit einige Aufträge von der BEGAS erhalten hatte – 2,64 Millionen an die Energie Burgenland überwiesen haben, was von deren Sprecher auch bestätigt wurde. In einem Begleitschreiben wurde diese Zahlung damit begründet, dass man in der Vergangenheit hohe Bargeldbeträge an den Ex-BEGAS-Chef übergeben habe, wobei „aufgrund jüngster Presseberichte nicht auszuschließen ist, dass diese Gelder nicht für die BEGAS verwendet wurden“.
Mit den „jüngsten Presseberichten“ nahm die Tiroler Firma auf Simandls 14 Millionen Euro Bezug, die auf Konten in Liechtenstein gefunden wurden. Um die betroffenen Gesellschaften schadlos zu halten, wurden die 2,64 Millionen überwiesen.

1,325 Mio. an Simandl

Laut NEWS handelt es sich bei dem Bargeldbetrag um eine Summe von 1,325 Mio. Euro, wobei davon ausgegangen wurde, „dass das Geld für die Eindämmung des Ungarn-Aufstandes“ im Zusammenhang mit der geplanten Errichtung der Müllverbrennungsanlage Heiligenkreuz verwendet wurde. Dieses Mons-terprojekt wurde mittlerweile gestoppt.

Alle für volle Aufklärung

Von Seiten der Energie Burgenland wurde die vollständige Aufklärung aller Tatbestände zugesagt. Ein externes Expertenteam soll die früheren Auftragsvergaben prüfen. Mitten in den Ermittlungen befindet sich auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft – vor allem die Herkunft der 14 Millionen gilt es zu klären. Laut Simandl, für den in allen angeführten Verdachtsmomenten die Unschuldsvermutung gilt – soll das Geld aus Goldspekulationen und dem Verkauf einer Firma stammen.
Lückenlose Aufklärung wird auch von der Politik gefordert. „Rechnungshof und Staatsanwaltschaft werden für volle Aufklärung sorgen“, so SP-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich.
Für LH Hans Niessl steht fest, „dass die derzeit auf einem Treuhandkonto eingefrorenen 2,6 Millionen Euro nach eingehender Prüfung an die Kunden fließen müssen.“
Bestürzt zeigt sich LHStv. Franz Steindl. Er fordert eine Klarstellung, „wofür diese 2,6 Millionen bezahlt wurden und was außerhalb der BEGAS gelaufen ist.“
FPÖ-Klubobmann Johann Tschürtz ist davon überzeugt, dass Simandl Mitwisser gehabt und die Entscheidungen nicht alleine getroffen habe.
Für Manfred Kölly von der Lis-te Burgenland ist es nahezu unmöglich, dass der Landeshauptmann nichts gewusst habe. Sein Kollege Wolfgang Rauter verlangt, dass die 2,6 Millionen Euro den ehemaligen burgenländischen BEGAS-Gemeinden zugute kommen.

Grüne wenig überrascht

Der Grünen-Abgeordnete Michel Reimon fordert erneut die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses. „Führungspositionen öffentlicher Großbetriebe erfolgen im Burgenland durch politische Besetzungen. Daher muss auch die Burgenländische Landesregierung die Verantwortung übernehmen, wenn mit dem Geld tatsächlich Bürgerinitiativen gekauft werden sollten“, so Reimon.
Wenig überrascht zeigt sich seine Parteikollegin Christiane Brunner, die sich persönlich an ein Gespräch mit Simandl erinnern kann, bei dem er gesagt habe: „Was wollen Sie denn haben?“ – „Meine Antwort darauf war: ‚keine Müllverbrennungsanlage‘.“

Lesen Sie dazu den Kommentar von BEZIRKSBLÄTTER-Chefredakteur Christian Uchann: http://www.meinbezirk.at/eisenstadt/politik/kommentar-aufklaerungsarbeit-auch-in-der-politik-d519905.html

Autor:

Christian Uchann aus Eisenstadt

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