03.09.2014, 12:18 Uhr

Den Zeltfesten droht das Aus

(Foto: PC)

Die vielen Feste im Sommer sind Konkurrenz für die Gastronomie – nach Anzeige musste nun das erste im Bezirk abgesagt werden.

BEZIRK. Am Samstag sollte die „Nightpoolparty” der JVP im Freibad Eisenstadt steigen. Doch am Mittwoch kam die Hiobsbotschaft: aus rechtlichen Gründen müssen wir die Party leider absagen, aufgrund einer Anzeige, vermutlich vom Verein „Bündnis Gastronomie Österreich”. Kein Einzelfall: auch zahlreiche Vereine aus den Nachbarbundesländern mussten ihre Veranstaltungen absagen und sehen sich mit saftigen Strafandrohungen konfrontiert.

Safrata: „Mutwillige Zerstörung!”

„Wir haben unsere Gewinne unserer Veranstaltungen immer einem guten Zweck zukommen lassen, bisher war das nie ein Problem. Das ist mutwillige Zerstörung! Der Verein will das mit aller Gewalt zerstören”, so JVP Eisenstadt-Obmann Kurt Safrata. Vereine dürfen, sofern sie gemeinnützig sind, an drei Tagen im Jahr ohne Gewerbeberechtigung, ohne Konzession und ohne Anmeldung von Personal, Veranstaltungen abhalten.

Gemeinschaft wird zerstört

Laut Gesetz sind politische Parteien oder an politische Parteien angeknüpfte Vereine nicht gemeinnützig. „Juristisch gesehen sind diese Anzeigen auch legitim, aber moralisch greife ich mir auf den Kopf. Diese anonymen Anzeigen zerstören langfristig das Vereinsleben in den Gemeinden”, so Safrata.

Existenz gefährdet

Anders sieht das die heimische Gastronomie. „Von Mitte Mai bis Ende August gibt's kein einziges Wochenende im Bezirk, wo es keine Veranstaltung gibt. Kaum ist der Sommer vorbei, starten die Oktoberfeste, und das oft unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit”, so ein Gastronom aus dem Bezirk. „Es sollte weiterhin Vereinsfeste unter erleichterten Bedingungen geben – aber in überschaubaren Größenordungen und für das Allgemeinwohl. Alle anderen sollten die selben Voraussetzungen wie die Gastronomen haben. Denn ich sehe nicht ein, dass große Veranstalter bis zu 100.000 Euro Umsatz an einem Abend haben, ohne einen Cent Steuern zu bezahlen, während wir uns dumm und dämlich zahlen”, führt der Gastronom aus.

„Unternehmer tragen Wirtschaft”

„Auch das dadurch die Wirtschaft belebt wird ist eine fadenscheinige Ausrede, denn Getränkehändler machen auch mehr Geschäft wenn Lokale gut besucht werden. Auch ohne Feste würden die Leute nicht den ganzen Sommer daheim sitzen! Klar werden Vereine sagen, ohne Feste können wir nicht existieren. Aber es sind nicht die Vereine, sondern Unternehmer, die die Wirtschaft beleben und erhalten.”


Wirtschaftskammer: Fair Play für die Gastronomie

Die Nightpoolparty musste nun abgesagt werden. „Wir wissen alle nicht, wie es weitergeht”, so Safrata. Die burgenländische Wirtschaftskammer rädt, den Profi mit an Bord zu holen: Die örtliche Gastronomie richten das ganze Jahr über Feste aus. Sie kennen sich bestens mit den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmenbedingungen aus und verfügen über die notwendige Konzession.
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