06.06.2017, 15:37 Uhr

Eisenstadt: Sanierter Hotterweg muss wieder aufgerissen werden

Vzbgm. Günter Kovacs am sanierten Hotterweg, der nun noch einmal augerissen werden muss: "Wäre diese Vorgangsweise nicht so teuer und bedenklich, würde sie einen guten Platz im Ranking der Schildbürgerstreiche finden." (Foto: Wisak)
EISENSTADT (ft). Der sanierte Hotterweg in der Landeshauptstadt muss zum Teil wieder aufgerissen werden. Der Grund: Die Wasserleitungen sind veraltet und müssen ausgetauscht werden. Da damit seitens des Wasserleitungsverbandes (WLV) allerdings "frühestens im Herbst 2017" begonnen werden kann, wollte die Stadtgemeinde nicht abwarten und begann zu sanieren. Für die SPÖ-Stadtpartei eine überhastete Entscheidung, deren Folgen "skandalös sind".

Kritik von der SPÖ

„Obwohl der WLV schon im Oktober 2016 der Stadtgemeinde mitgeteilt hatte, dass die Erneuerung der Transportleitung in diesem Bereich in Vorbereitung und für den Herbst 2017 fix geplant ist, hat die Stadt die Bauarbeiten ohne weitere Abstimmung mit dem Verband in Angriff genommen“, wirft SPÖ-Klubobmann Bernd Weiss der Stadtverwaltung vor. "Offenbar wollte Steiner noch rasch vor der Gemeinderatswahl ein „Wahlzuckerl“ für die Bewohner am Hotterweg platzieren."

Schreiben vom WLV

In einem Schreiben an die Stadtgemeinde Ende April 2017 erinnerte der WLV: Es sei bei Besprechungen im Oktober mehrfach mitgeteilt worden, dass die Sanierungsarbeiten frühestens im Herbst 2017 begonnen werden können. "Zu unserem Bedauern wurde festgestellt, dass im Bereich Hotterweg Straßenarbeiten im Gange sind. Üblicherweise werden geplante Straßenerneuerungen mit den Einbautenträgern im Vorfeld abgestimmt. Die von uns geplanten Sanierungsmaßnahmen müssen im Interesse der Wasserabnehmer auf jeden Fall durchgeführt werden", heißt es im WLV-Schreiben.

Die Arbeiten des WLV würden nun voraussichtlich von September 2017 bis April 2018 dauern. SPÖ-Klubobmann Weiss: "Die Bewohner am Hotterweg müssen noch einmal für mindestens fünf Monate Bauarbeiten mit Lärm und Staubbelästigung vor der Haustüre erdulden, der neue Belag wird aufgerissen und dem Wasserleitungsverband entstehen unnötige Kosten in beträchtlicher Höhe.“

Stadt wollte nicht warten

Stadtbezirksvorsteher Istvan Deli verteidigt die Entscheidung der Stadtgemeinde:
"Tatsache ist, dass weder für die Stadtgemeinde noch für den Wasserleitungsverband Mehrkosten entstehen. Der ursprüngliche Plan des WLV sah vor, die Leitung bereits 2016 zu erneuern. Der WLV schaffte es aber nicht, das wasserrechtliche Verfahren rechtzeitig abzuschließen und den entsprechenden Bescheid zu erlangen. Dieser Verzögerung seitens des Verbandes wollte die Stadtgemeinde nicht abwarten und begann mit der Sanierung des Hotterwegs. In Absprache mit den zuständigen Mitarbeitern des WLV wurde der desolate Unterbau im ersten Teilstück des Hotterwegs erneuert und darauf verzichtet die oberste Verschleißschicht aufzutragen." Es müsse zudem nicht die komplette Straße aufgerissen werden.

"Schade für die Anrainer"

WLV-Obmann Gerhard Zapfl: "Wir haben einen Kompromiss gefunden, dennoch muss die Straße aufgerissen werden. Die Kosten für den WLV sind nicht allzu hoch, die doppelte Belastung für die Anrainer ist aber natürlich schade. Offensichtlich hat die Stadt mit der Sanierung nicht mehr warten können."
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