21.10.2014, 21:19 Uhr

Evas Lernecke: Lesen, lesen, lesen

Jaja.....so manchen Erwachsenen graut noch heute vor den schier endlos scheinenden Literaturlisten von Goethe, Schiller und all ihren von tausenden Schülern heiß geliebten Dichterkollegen. Nur wenige von uns erinnern sich mit Freude an diese Klassiker zurück, obwohl sie auch heute noch hoch aktuell sind und eines mit Sicherheit jeder Schüler gut gebrauchen kann: Übung im Lesen.
Lehrer sind leider allzuoft mit Kindern konfrontiert, die sogar in der Mittelstufe noch Schwierigkeiten beim sinnerfassenden Lesen haben oder schlichtweg nicht flüssig, laut oder leise lesen können...dabei ist das Leseverständnis die Grundlage für den Erfolg oder das Versagen in allen anderen Fächern...


Es wird bei jedem Elternabend betont, herausgestrichen und sowohl Politiker als auch Eltern und Lehrer sind sich einig: Es muss etwas geschehen in der Leseförderung.
Das tut es auch vielerorts.
In der Mittelschule in der ich unterrichtet habe, fand einmal wöchentlich eine rotierende Lesestunde statt, im denen die Schüler eine Stunde lang ein Buch ihrer Wahl lesen sollten, und als Nachbearbeitung Zusammenfassungen und Problematiken des Gelesenen auf einem Literaturblatt festhalten sollten. Dieses Projekt hat solche Verbesserungen eingebracht, dass der Schulversuch nächstes Jahr gleich wiederholt wurde.
Es machte den Schülern Spaß in der Gruppe gemütlich auf Decken und Polstern zu liegen und jeder für sich zu lesen. Sie waren hochmotiviert und vom gelegentlichen Tuscheln abgesehen auch eifrig bei der Sache.
Bücher durften von zu Hause mitgebracht oder von der Schulbibliothek ausgeborgt werden.
Auch Eltern können das zu Hause fördern.
Eine gemeinsame Lesestunde mit Mama, Papa und dem schnurrenden Kater daheim auf der Couch, mit Kerzenschein und einem heißen Kakau kann wahre Wunder wirken.
Oder wie wär´s mit einer Lesenacht?
Matratzenlager am Wohnzimmerboden, Taschenlampen zum Lesen im Dunklen, gemütliche Polster, vielleicht sogar als Übernachtungsleseparty mit Freunden....auch wenn nur eine halbe Stunde gelesen wird, hilft es. Gegenseitiges Vorlesen von schaurigen Geschichten am Lagerfeuer im Sommer, oder ein Krimi beim Zeltlager.....Es gibt unzählige Ideen den Kindern das Lesen schmackhaft zu machen....nur bitte, TUN SIE ES !
Zu oft haben vierzehnjährige Schüler Probleme beim laut vorlesen in jeglichen Fächern. Nicht nur, dass sie danach natürlich von ihren Mitschülern nach Strich und Faden veräppelt werden, sondern auch die schulischen Leistungen leiden darunter. Sogar in Mathematik ist man erledigt, wenn man die Textaufgabe oder Angabe nicht versteht. Jedes Geschichtebuch wird zur Herausforderung, jeder Arbeitsauftrag ein neues Frustrationerlebnis.
Selbst, wenn man ein toller Rechner ist, bringt das nichts, wenn man nicht versteht, was man machen soll!
Daher schon von frühester Kindheit an mein Tipp: als Kleinkind vorlesen und später selbst lesen was das Zeug hält! Egal was, wichtig ist nur dass es das Kind interessiert, um auch wirklich bei der Stange zu bleiben. ....und speziell beim Lesen gilt: JEDER KANN LESEN LERNEN! Man muss nur ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN...es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und ÜBUNG MACHT DEN MEISTER!
In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen, Stöbern in Bücherläden und Ausprobieren von Leseparties!
Bis bald,
eure Eva
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