26.08.2016, 11:25 Uhr

Polizist ertappte zwei Diebe im Zug – Duo für 52 Fahrraddiebstähle verantwortlich

Etwa eine Stunde bevor die beiden Täter festgenommen werden konnten, stahlen sie u.a. dieses Fahrrad in Schützen am Gebirge. (Foto: LPD Burgenland)
EISENSTADT/NEUSIEDL. Mindestens 52 Fahrräder haben zwei ungarische Staatsangehörige im Alter von 25 und 64 Jahren seit März 2016 in den Bezirken Neusiedl, Eisenstadt-Umgebung und Bruck/Leitha gestohlen. Einem Polizeibeamten, der mit dem Zug vom Dienst in Eisenstadt nach Hause fuhr, fielen die beiden Täter auf. Er verständigte eine Streife, die die beiden Männer bei einem Stopp des Zugs in Neusiedl überprüfte und festnahm. Der 64-jährige ist geständig, der 25-Jährige bestreitet die Tat.

Polizist handelte schnell

Ein Polizist der Landespolizeidirektion Burgenland fuhr am 23. August vom Dienst nach Hause. Er befand sich in dem Regionalzug von Eisenstadt nach Neusiedl, als ihm zwei Verdächtige auffielen, die sich mit ihren Fahrrädern ebenfalls im Waggon befanden.
Da dem Beamten bekannt war, dass in den letzten Wochen im nördlichen Burgenland zahlreiche Fahrräder gestohlen worden waren und die teuren Räder keinesfalls zum Erscheinungsbild der beiden Ungarn passten, verständigte er ohne deren Wissen seine Kollegen.

Räder in Schützen gestohlen

Als der Zug in Neusiedl anhielt, wartete bereits eine Patrouille der Polizeiinspektion Neusiedl, die die Männer aus dem Abteil holte. Obwohl noch keine Anzeige erstattet worden war, konnten ihnen die Beamten nachweisen, dass sie die beiden Fahrräder, die sie bei sich hatten, vor ca. einer Stunde auf dem Bahnhof in Schützen gestohlen hatten.

Ausrede: "Ich bin Informant"

Die Täter wurden vorläufig festgenommen und auf der Polizeiinspektion weiter verhört. Dort gab der 64-Jährige zu, mit seinem Komplizen in der letzten Zeit zumindest 52 Fahrräder gestohlen zu haben. Der 25-Jährige bestritt die Diebstähle und hatte eine besondere Ausrede parat: „Ich bin Informant der ungarischen Polizei und deshalb in Österreich unterwegs.“

An Second-Hand-Shops verkauft

Wie sich herausstellte, hatten die Täter zum Entfernen der Fahrradschlösser Bolzen- und Seitenschneider sowie Eisenrohre verwendet. Das Tatwerkzeug brachten sie aus Ungarn mit und entsorgten es nach dem Diebstahl in Gebüschen, um bei einer eventuellen Kontrolle nicht aufzufallen. Die Fahrräder verkauften die Täter im ungarischen Mosonmagyarovar sowie in Wien in zwei Second-Hand-Shops.

Beide einschlägig vorbestraft

Beide Täter sind sowohl in Ungarn als auch in Österreich einschlägig vorbestraft und wurden in eine Justizanstalt eingeliefert. Derzeit sind 17 Tatorte bekannt. Die Erhebungen werden weiter fortgesetzt, wobei seitens der Polizei mit der Aufklärung weiterer Diebstähle gerechnet wird.
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