04.10.2017, 16:43 Uhr

Christoph Wolf: Gesicht des Hornsteiner Farbwechsels

Auf einen Kaffee mit Christoph Wolf – eine Aktion, mit der er mit zahlreichen Hornsteinern in Kontakt kam und über deren Probleme erfuhr. (Foto: ÖVP)

Der ÖVP Landes-GF sorgte mit seinem Team für eine Wachablöse in einer vormals roten Hochburg.

HORNSTEIN. In neun Gemeinden im Burgenland wanderte das Bürgermeisterzepter zu einer anderen Partei. Fünfmal errang die ÖVP den Ortschefposten von der SPÖ, die Roten wiederum konnten vier Gemeinden drehen. Die einzige dieser neuen ÖVP-Gemeinden im Bezirk ist Hornstein, wo Christoph Wolf eine jahrzehntelange SPÖ-Vorherrschaft durchbrach.

„Fühlt sich ungewohnt an“

„Auf dem Bürgermeister haben wir gehofft, aber auch die Mehrheit im Gemeinderat zu erlangen, damit haben wir nicht gerechnet“, fühlt sich die Situation für Wolf noch immer ungewohnt an. „Wir werden demütig an diese Aufgabe herangehen. Nun haben wir aber die Möglichkeit mit unserem politischen Stil die Richtung zu bestimmen“, erklärt Wolf, der vor fünf Jahren auch erster ÖVP-Vizebürgermeister des Orts wurde.

Acht neue ÖVP-Gesichter

„Mit dem Ersatzgemeinderat wird es acht neue ÖVP-Gesichter im Gemeinderat geben“, setzt Wolf, der am 11. Oktober offiziell das Bürgermeister-Zepter von Judith Pratl (SPÖ) übernehmen wird, auf sein neues und junges Team.

„Man wählt die Zukunft“

Den Wahlerfolg der ÖVP-Hornstein führt er auf verschiedene Gründe zurück. „Zum einen gehen wir auf die Leute zu und sachlich an Probleme heran. Aber es waren auch Glück und politische Fehler der Vergangenheit dabei“, fasst Wolf zusammen. „Man wählt die Zukunft – und die Leute trauen unserem Team zu, Hornstein zu gestalten.“
Den Hype um Sebastian Kurz hingegen sieht Wolf nicht als Puzzleteil des Erfolges. „Ich glaube nicht, dass die ÖVP Hornstein wegen Kurz gewählt wurde. Die Situation im Bund hat unser Team sicher motiviert, aber gefühlsmäßig denke ich nicht, dass es das Wahlverhalten beeinflusst hat.“

„Habe fünf Jahre Ideen gesammelt“

Zu lange will sich Wolf auch gar nicht mit der Analyse aufhalten, denn der neue Ortschef hat in Hornstein viel vor. „Nun gilt es in ersten Schritten, die Arbeitsprozesse innerhalb der Gemeinde zu analysieren und zu optimieren und mit professioneller Hilfe einen Fahrplan für ein ,Übergangsbudget' zu erstellen. Angefangene Arbeiten, wie die Bürgerservicestelle, müssen abgeschlossen werden. Außerdem will ich Gespräche mit allen Hornsteiner Interessensgruppen führen“, erklärt Wolf, der aber auch die weitere Marschrichtung bereits zu Papier gebracht hat. „Ich habe mit vielen Hornsteinern gesprochen und in den letzten fünf Jahren Ideen gesammelt“, spricht Wolf von mittlerweile 24 A4-Zetteln voller Ansätze, um Hornstein moderner und bürgerfreundlicher zu gestalten. „Einige werden Zeit benötigen, andere werden wir rasch umsetzen können“, freut sich Wolf auf die Arbeit der nächsten fünf Jahre, die sich für ihn heute noch ungewohnt anfühlt.

SPÖ-Stimmen zum Wahlausgang in Hornstein
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