24.11.2016, 07:57 Uhr

Feuerwehrgesetz: Ende der Kameradschaft?

17.000 Feuerwehrmitglieder im Land werden derzeit online befragt. (Symbolfoto)

Harald Nakovich, FF-Kommandant in Oslip, äußert sich kritisch zu den Reformplänen von LHStv. Johann Tschürtz

OSLIP. LH-Stv. Johann Tschürtz will das Feuerwehrgesetz moderner und demokratischer gestalten. Dazu sollen 17.000 Feuerwehrmitglieder im ganzen Burgenland befragt werden.

Online-Befragung läuft

Eine von Tschürtz Forderungen ist es, auf allen Führungsebenen ein demokratische Wahlprinzip einzuführen. Seit 15. November – für voraussichtlich vier Wochen – sind die Feuerwehrmitglieder zur Online-Abstimmung aufgerufen. Einer der Punkte: Derzeit besteht bei der Bestellung von Kommandanten ein Anhörungsrecht der Wehren. „Wir wollen hier ein direktes Mitspracherecht einräumen“, so Tschürtz.

Niedergang höchster Güter

In einem offenen Brief äußerte sich Harald Nakovich, Abschnitts- und FF-Kommandant in Oslip, sorgenvoll zu Tschürtz' Plänen. „Ein System, das seit rund 145 Jahren sehr gut funktioniert, wird nun mit Gewalt in ein System gezwungen, das den Niedergang der höchsten Güter der Freiwilligkeit nachhaltig schädigt“, so Nakovich in seinem Schreiben. „Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt deutlich was es bedeutet, alle paar Jahre Wahlkampf zu führen und somit Gemeinschaft und Grundwerte zu spalten. Kameraden aus Nah und Fern beneiden uns um unser derzeitiges System“, erklärt der Osliper.

Notwendige Anpassungen

„Das jetzige System funktioniert einwandfrei“, sieht Nakovich Grundwerte wie Freundschaft, Kameradschaft und Zusammenhalt gefährdert. Andere Adaptierungen hingegen begrüßt auch Nakovich: „Anpassungen sind bei der Freistellung, Gehaltsfortzahlung oder der Rolle der Reservisten notwendig“, so Nakovich, der aber auch an der Anonymität der Umfrage zweifelt. „Das Stimmverhalten ist bis auf die Ortsebene nachvollziehbar!“

Lesen Sie den offenen Brief von Harald Nakovich an LHStv. Johann Tschürtz
Feuerwehrumfrage: „Lasst uns bei diesem Schwachsinn nicht mitmachen“
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