30.10.2016, 15:44 Uhr

KOMMENTAR: Frauenquoten in der Politik

Seit Jahrzehnten wird darüber debattiert. Geändert hat sich am Frauenanteil in der Politik jedoch nur wenig. Auch nicht im Burgenland, wo etwa von 36 Landtagssitzen nur acht auf Frauen entfallen. Das entspricht einem Anteil von rund 22 Prozent. Im Bundesländervergleich bedeutet das gemeinsam mit Kärnten den unrühmlichen letzten Platz. Eigentlich unverständlich, wenn man bedenkt, dass die Frauen mehr als die Hälfte der burgenländischen Bevölkerung stellen.
Die Ursache liegt leider noch immer beim vorherrschenden, verkrusteten Rollenbild. So werden Männer, die sich politisch engagieren, kaum gefragt, wie sie das mit ihren familiären Pflichten vereinbaren können.
Außerdem verstehen Männer es besser, sich Netzwerke aufzubauen – etwa in Kammern, Bünden oder anderen politischen Gremien – und so ihre Machtpositionen abzusichern.
Ein Lehrgang für politikinteressierte Frauen ist zwar zu begrüßen, wird aber nur wenig dazu beitragen, diese gesellschaftlichen Strukturen aufzubrechen.
Um die Herrenclubs in der Politik aufzulösen, wird es zu verpflichtenden Frauenquoten kommen müssen – und das möglichst bald.

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