22.03.2017, 17:09 Uhr

Rettungswesen in Gefahr

Warnen vor den Auswirkungen des neuen EU-Vergaberechts auf das heimische Rettungswesen: Dihanits (Samariterbund), LHStv. Tschürtz, Pirringer (Rotes Kreuz) und Schlaffer (Hauptreferatsleiterin Soziales) (Foto: LMS)

Rettungsverbundsystem könnte durch EU-Vergaberichtlinie zerschlagen werden

EISENSTADT. Die Umsetzung des neuen EU-Vergaberechts kann unser gut funktionierendes Rettungswesen gefährden, warnen das Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund. So könnten Sanitätseinsätze und Ambulanztransporte in Zukunft auch von kommerziellen Betreibern erbracht werden.

LHStv. Tschürtz verärgert

„Es kann ja nicht sein, dass irgendwelche Privatunternehmen zukünftig gewinnorientiert Rettungsdienste durchführen“, zeigt sich LHStv. Johann Tschürtz verärgert.
Im Burgenland teilen sich Rotes Kreuz und Samariterbund die Bereiche Notarztdienst, Notfallrettung, Sanitätseinsätze und Ambulanztransporte.


Freiwilligen-System gefährdet

„600 Freiwillige sind im Rettungsdienst im Burgenland tätig – jederzeit aufrufbar. Würde das ganze kommerzialisiert werden, würde dieser Bereich komplett wegfallen“, sagt Friederike Pirringer, Präsidentin des Roten Kreuzes Burgenland.


„Nur anerkannte Rettungsorganisationen“

Wolfgang Dihanits, Geschäftsführer des Samariterbundes Burgenland, appelliert an den Gesetzgeber darauf zu achten, dass der Krankentransport auch künftig Teil des bisherigen Verbundsystems bleibt. „Wenn wir hier einen Verweis auf die Landesrettungsgesetze machen könnten, wäre klargestellt, dass nur anerkannte Rettungsorganisationen herangezogen werden können“, so Dihanits.

„Rettet die Rettung“

LHStv. Johann Tschürtz kündigte eine parteiübergreifende Landtagsinitiative zur Unterstützung der vom Roten Kreuz initiierten Petition „Rettet die Rettung“ an.
Tschürtz kann sich auch eine österreichweite Volksbefragung zu diesem Thema vorstellen. Die Initiative dazu könnte aus dem Burgenland kommen.
Hier geht’s zur Petition des Roten Kreuzes
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