12.07.2017, 06:18 Uhr

AMS-Chefin Sengstbratl: „Ich werde mich wieder bewerben“

Helene Sengstbratl, seit 2002 Landesgeschäftsführerin des AMS Burgenland, kann auf einige erfolgreiche Aktionen verweisen. (Foto: AMS/Petra Spiola)

Burgenlands AMS-Landesgeschäftsführerin Helene Sengstbratl zieht eine erfolgreiche Bilanz ihrer Tätigkeit.

EISENSTADT (uch). Im August wird der Posten des AMS-Chefs neu ausgeschrieben. Helene Sengstbratl, die seit 2002 diesen Job innehat, will weitermachen. „Ich werde mich auch für die nächste Funktionsperiode bewerben“, verrät sie exklusiv im BEZIRKSBLÄTTER-Interview.


Freude über die Entwicklung am Arbeitsmarkt

Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt dürfte sich für die neuerliche Bewerbung alles andere als negativ auswirken. So sinkt bereits seit mehreren Monaten die Arbeitslosigkeit im Burgenland. „Der Rückgang der Arbeitslosigkeit lag immer über dem Österreich-Durchschnitt. Das ist schon eine Freude, vor allem, wenn man sich Niederösterreich oder Wien anschaut. Dort gibt es zwar auch Rückgänge, aber die schauen nicht so berauschend aus“, so Sengstbratl.

105.000 Beschäftigte

Erfreulich auch die Situation bei der Zahl der Beschäftigten. Die AMS-Chefin verweist auf das Jahr 2012, „als wir erstmals die 100.000er-Zahl geknackt haben.“ Im Jahr 2016 wurde diese Zahl auch im Jahresdurchschnitt erreicht. „Im vergangenen Jahr verzeichneten wir dann das erste Mal 105.000 Beschäftigte. Das heißt, wir entwickeln uns ständig nach oben“, so Sengstbratl, die aufgrund der guten Konjunktur positiv in die Zukunft blickt.

„Wir haben bei der Vermittlung noch einmal einen Zahn zugelegt“

„Wir nutzen jetzt den Rückenwind und haben bei der Vermittlung noch einmal einen Zahn zugelegt. Das heißt, wir wollen noch schneller und aktiver vermitteln“, sagt die AMS-Chefin, die heuer mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote von 9,3 auf 8,7 Prozent rechnet.

481.000 Vermittlungsvorschläge in fünf Jahren

Positiv fällt auch die Bilanz der Vermittlungen in den vergangenen fünf Jahren aus: So verschickte das AMS Burgenland von 2012 bis 2017 insgesamt 481.000 Vermittlungsvorschläge, davon waren rund 90.000 erfolgreich. „Das sind schon Mengen, auf die wir stolz sind und die zeigen, dass unsere Beraterinnen und Berater sowohl quantitativ als auch qualitativ gute Arbeit leisten“, so Sengstbratl.

Zufriedene Kunden

Die Qualität spiegelt sich auch in der Kundenzufriedenheit wider. „Sowohl bei den Unternehmern als auch bei den Arbeitssuchenden liegen wir in diesem Bereich im Bundesländervergleich an der Spitze“, freut sich die AMS-Chefin.


Stolz auf die Frauenberufszentren

Befragt nach arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und Einrichtungen, auf die sie besonders stolz sei, nennt Sengstbratl zu allererst die Frauenberufszentren in Oberwart und Oberpullendorf, wo Beratungen und Workshops angeboten werden. „Frauen nach der Karenz lernen dort, sich zu strukturieren und zu vernetzen. Das wollen wir nun ausbauen und einen offenen Raum für asylberechtige Frauen und Asylwerberinnen schaffen“, sagt Sengstbratl.

Gespannt auf die „Aktion 20.000“

Weitere „Highlights“ sind für die AMS-Landesgeschäftsführerin die Kompetenzchecks für Asylberechtigte, die Vorauswahl von Arbeitssuchenden für Unternehmer sowie die Investitionen im Jugendbereich. Gespannt ist sie nun auf die Aktion 20.000, die ältere Langzeitarbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt bringen soll. Im Burgenland wurde der Bezirk Oberwart als Modellregion ausgewählt. „Es gab bereits sehr vielversprechende Gespräche mit gemeinnützigen und öffentlichen Dienstgebern“, berichtet die AMS-Chefin.

„Bemühe mich immer, sachlich zu sein“

Dass sie vor allem von Seiten der Gewerkschaft und der SPÖ gelegentlich mit Gegenwind konfrontiert ist, sieht Sengstbratl gelassen. „Ich bemühe mich, immer sachlich zu sein und bin an den gemeinsamen Projekten interessiert. Wenn man kooperiert und aufeinander zugeht, dann gelingt auch etwas.“

Kommentar von Chefredakteur Christian Uchann
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