11.07.2014, 14:45 Uhr

Was Burgenlands Wirtschaft denkt

Georg Pehm, Peter Filzmaier, Hans Niessl und Franz Kast

94 Prozent der Unternehmer sprechen sich für niedrigere Abgaben und weniger Steuern aus.

EISENSTADT. Das Burgenland kann mit einem Plus von 3,1 Prozent im vergangenen Jahr das höchste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer vorweisen. Und doch machen sich viele Arbeitnehmer sorgen um den Arbeitsplatz. Allgemein wird die wirtschaftliche Lage und Arbeitsmarkt kritischer als in anderen Bundesländern gesehen – man fühlt sich diesen sogar bundespolitisch benachteiligt. So die Ergebnisse des „Wirtschaftsradar Burgenland“, eine Studie die vom Institut für Strategieanalysen im Rahmen eines Projekts der Fachhochschule Burgenland und der Wirtschaftsservice Burgenland (WiBAG) durchgeführt wurde. Befragt wurden dabei über 300 Unternehmer und rund 900 Arbeitnehmer.

„Arbeitslosigkeit ist großes Thema”

Neben dem höchsten Wirtschaftswachstum kann das Burgenland mit über 101.000 Beschäftigten eine Rekordbeschäftigung aufweisen, doch gleichzeitig ist auch die Arbeitslosigkeit gestiegen. „Hier gilt es eine Trendumkehr zu erwirken. Wir werden daher alles tun, um pro Jahr 1.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen und insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen”, meint Landeshauptmann Hans Niessl dazu.

Skepsis trotz guter Lage

Das „Wirtschaftsradar Burgenland“ zeige, dass Unternehmer und Privatangestellte im ersten Halbjahr 2014 mit ihrer wirtschaftlichen Situation mehrheitlich zufrieden waren, erläutert Universitätsprofessor Peter Filzmaier, der die Studie wissenschaftlich geleitet hat. „Trotz guter Wirtschaftsdaten gibt es aber auch einige Skepsis. Die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt werden kritischer als in anderen Bundesländern gesehen, man fühlt sich diesen gegenüber auch bundespolitisch benachteiligt”, erläutert Filzmaier das Ergebnis.

Aufholbedarf bei Forschung

Während rund zwei Drittel der Unternehmer angeben, in Innovationen und Weiterbildung zu investieren, betreibt nur rund ein Viertel Forschung und Entwicklung im engeren Sinn. Größte Hindernisse sind „fehlende Zeit“, zu kompliziert empfundene Förderungen und zu hohe Kosten. „F&E im Burgenland ist aus Sicht der Unternehmer am besten mit finanziellen Anreizen zu fördern“, erläutert Filzmaier. Erfolgversprechend erscheinen auch verstärkte Ausbildungsangebote.

Wirtschaftsradar soll fortgesetzt werden

Das "Wirtschaftsradar Burgenland" soll in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der FH Burgenland und der WiBAG.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.