Tipps für das Radfahren im Winter
Mit dem Fahrrad sicher durch den Winter

Radfahren im Winter kann auch Spass machen. Mit einem robusten Rad, ausgestattet mit Lichtanlage, relfekierenden Reifen und Schutzblechen kommt man gut durch den Winter.
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  • Radfahren im Winter kann auch Spass machen. Mit einem robusten Rad, ausgestattet mit Lichtanlage, relfekierenden Reifen und Schutzblechen kommt man gut durch den Winter.
  • hochgeladen von Wolfgang Simlinger

Das Fahrrad erlebt aktuell einen wahren Boom. Die starke Nachfrage führt teilweise zu langen Wartezeiten bei neuen Fahrrädern und Ersatzteilen. Viele Leute nutzen das Fahrrad nicht nur als Sportgerät, sondern auch, um Alltagswege zu bewältigen. Der Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkauf wird gerne mit dem Rad zurückgelegt, denn das Fahrrad ist günstig im Unterhalt, nachhaltig und Radfahren hält fit.
Wir haben hier ein paar Tipps zusammengestellt, damit das Radfahren auch im Winter sicher und komfortabel bleibt. Und mit Florin Popa von Popaflo gesprochen.

Für Florin Popa ist es klar: es fahren immer mehr Radler das ganze Jahr über,  einerseits als Ersatz für Auto anderseits benutzen sie das Fahrrad als Sportgerät. Zu beachten ist immer das Winter nicht gleich Sommer ist, allein schon was das Fahrkönnen betrifft. Die Reifen reagieren anders das Bremsverhalten verschlechtert sich, die Schaltungen gehen etwas strenger, mit dicken Handschuhen ist das Bremsen etwas schwerer.
 

Richtige Kleidung:

Um auch bei schlechten Witterungsverhältnissen trocken und warm ans Ziel zu kommen, sollte man bei der Kleidung nicht sparen. Finger, Füße und Ohren kühlen beim Radfahren am schnellsten aus, gute Handschuhe und eine Kopfbedeckung sind daher unerlässlich. Die Handschuhe sollten so beschaffen sein, dass man damit auch Bremsen und Schaltung gut bedienen kann. Eine Haube ersetzt nicht den Helm, es gibt aber mittlerweile eigenen Einsätze für den Helm, die vor Kälte schützen. Zur Not kann man auch ein Stirnband in Verbindung mit dem Fahrradhelm tragen. Wichtig ist, dass die Ohren gut gegen Fahrtwind geschützt sind.

Die Oberbekleidung sollte aus Funktionsmaterial sein, das gegen Nässe von aussen schützt, den Schweiss aber nach aussen abgibt. Es gibt spezielle Fahrradjacken, die so geschnitten sind, dass sie hinten über das Gesäß reichen, vorne aber für genug Beinfreiheit sorgen. Hier gibt es eine Vielfalt an Materialien wie z.B.: Neopren, Wasserabweisen, Naturstoffe, Synthetische Stoffe. Bei der Oberbbekleidung sind viele Schichten oft besser als eine dicke Jacke, so ist man flexibler und kann Kleidungsstücke ausziehen, wenn einem bei der Fahrt warm wird.

Die Füße sollten stets warm und trocken gehalten werden. Ein Schuh aus Funktionsmateriel (Goretex) ist hier zu empfehlen. Um sich gegen Spritzwasser von unten zu schützen, gibt es spezielle Überzieher für die Schuhe oder wasserfeste Gamaschen. Um auch bei Dunkelheit und Nebel gut sichtbar zu sein, empfiehlt sich helle Kleidung, die zusätzlich noch mit reflektierenden Elementen versehen ist.

Das Winterfahrrad:

Viele Radfahrer haben mittlerweile mehrere Fahrräder, darunter ein sogenanntes "Winterfahrrad". Wichtig ist hier eine vollständige STVO-konforme Ausstattung mit zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremsen, einer leistungsstarken Lichtanlage und Reflektoren, die in alle Richtungen wirken.
Das Motto bei der Bleuchtung lautet: lieber zu viel als zu wenig. Im Winter muss man immer wieder mit suboptimalen Lichtverhältnissen rechnen, eine gute Bleuchtung ist daher unerlässlich. Auf keinen Fall darf hier gespart werden, die Stärke der Leuchte sollte mehr als 400 Lumen betragen. Akkuleuchten mit einer Leuchtdauer von drei Stunden fangen bei 50,- an. Für die Tourenfahrer und jene die mit dem Rad in die Arbeit fahren, empfiehlt sich ein Nabendynamo. Seitenläuferdynamos, wie sie früher auf Fahrrädern verbaut waren, eignen sich nur bedingt für Fahrten im Winter, da sie bei Nässe und Schnee durchrutschen. Fahrräder sollten auch mit Standlicht ausgestattet sein, damit sie auch sichtbar sind, wenn man z.B. an einer Kreuzung anhält.
Gute Schutzbleche sollten weit nach unten reichen, um möglichst viel Spritzwasser abzuhalten.

Die Bereifung ist natürlich ein wesentlicher Faktor. Florin Popa empfiehlt einen feineren profilierten Reifen, etwas breiter von der Dimension. Für die Fahrt im Winter sollte man den Luftdruck etwas absenken, so wird der Reifen geschmeidig, hat mehr Grip und wird nicht so leicht von scharfkantigen Kieseln durchstoßen. Will man bei Schnee und Eis fahren, gibt es sogar spezielle Spikereifen. Auf trockenem Beton und Asphalt haben diese aber weniger Grip.
Viele Reifen besitzen seitliche Reflexionsflächen, um auch bei Dunkelheit und schlechter Sicht gut wahrgenommen zu werden.

Um ein Eindringen von Spritzwasser in den Rahmen zu verhindern, sollte die Sattelstütze immer gut eingefettet sein. Niemals den Sattel mitsamt Sattelstütze entfernen und das Rad im Freien stehen lassen! Der Fahrradrahmen füllt sich so mit Regenwasser und Schmutz und führt langfristig zu Korrosion im Inneren.
Die Kette sollte im Winterbetrieb immer gut geölt sein und nie trocken laufen. Für die Kette gibt es spezielles Kettenöl, das an der Kette haftet und sie schmiert.

Die Bremsen sind ein weiterer wichtiger Faktor. Im Winter ist der Bremsverschleiß etwas höher, daher sollte man die Bremsklötze regelmässig kontrollieren und gegebenenfalls austauschen. Bei älteren Fahrrädern mit Stahlfelgen und Felgenbremsen lässt die Bremsleistung bei Nässe stark nach.

Ein Vollledersattel ist zwar schön und bequem. Will man damit im Winter fahren, sollte man ihn gut mit Lederfett einreiben. Ansonsten kann man ihn für den Winterbetrieb auch durch einen robusten Kunststoffsattel ersetzen. Stellt man das Rad im Freien ab, empfiehlt sich ein Sattelüberzug.

E-Bikes sind ein eigenes Thema. Erfahrungswerte aus der Werkstatt haben in den Vergangenen Jahren gezeigt, dass aufgrund vom Motoreinsatz im Winter der Antrieb und auch die Akkuleistung sehr beansprucht wird. Wird das E-Bike im Winter eingesetzt, ist ein kürzerer Serviceinterval notwendig. Aufgrund der Temperaturen ist auch der Akku nicht wie gewohnt leistungsfähig.
Vorsicht ist auch geboten beim Fahren, denn aufgrund des hohen Drehmoments der Motoren ändert sich das Fahrverhalten auf rutschigem Untergrund. Hier gilt: weniger Unterstützung bedeutet mehr Sicherheit.

Es gibt auch mittlerweile Neopren-Schutz für Akku und Motor, was sehr empfehlenswert ist. E-Bikes sollten nach Möglichkeit in einem mässig temperierten Raum abgestellt werden, der Akku sollte man im Winter immer etwa nachgeladen werden, da die Akkus bei Kälte nicht ihre volle Leistung entfalten.

Der Dampfstrahler ist ein beliebtes Reinigungsgerät, beim Fahrrad ist aber Vorsicht angebracht: durch den hohen Druck kann Wasser in Tretlager, Naben oder Steuersatz eindringen, auch elektronische Bauteile wie Beleuchtung oder Antrieb können dadurch zerstört werden. Besser is es, das Fahrrad mit Schwamm und einer weichen Bürste reinigen und danach mit einem Tuch abreiben.
Wer viel bei schlechten Witterungsverhältnissen unterwegs ist, sollte das Fahrrad regelmässig auf Schäden und Roststellen untersuchen und warten. Ein gut gewartetes Fahrrad ist verkehrssicher und macht lange Freude.

Fahrräder richtig einlagern:

Legt man im Winter eine Fahrradpause, so sollte man trotzdem darauf achten, dass das Fahrrad den Winter gut übersteht. Der Winter ist eine gute Zeit, um das Rad zum Service zu bringen. Die Fahrradwerkstätten sind im Winter wenig ausgelastet und können sich in Ruhe um die Wartung kümmern. Damit das Fahrrad den Winter gut übersteht, sollte es an einem trockenen Ort abgestellt werden. Die Reifen sollten immer gut gefüllt sein, damit sie sich nicht platt stehen. Bei längeren Pausen sollten die Batterien aus den elektronischen Bauteilen (Beleuchtung, Computer, eventuell Schaltung) entfernt werden, um ein Auslaufen zu verhindern. Bei Einwinterung von E-Bikes sollte immer den Akku ausgebaut werden, sofern es das jeweilige Modell zulässt. Der Akku sollte am besten bei einem Ladezustand von 50% bei ungefähr 15-20°C gelagert werden. Von Zeit  zu Zeit sollte der Akku etwas nachgeladen werden, damit es zu keiner Tiefentladung kommt. Auf diese Weise bringt man das Fahrrad gut über den Winter und einem Start in den Frühling steht nichts im Weg.

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