Silvesterbräuche
Es möge gelingen

Prosit Neujahr 2021

Am 31. Dezember - bei einem Glas Sekt, zu den Klängen der Pummerin und kurz vor dem Donauwalzer - wünscht man sich »Prosit « oder »Prost « Neujahr. „ Es möge gelingen“, die deutsche Übersetzung, wäre auch etwas hölzern. Das neue Jahr wird begrüßt und das alte mit vielerlei Bräuchen verabschiedet.
IM BEZIRK: Wenn um Mitternacht die Böller krachen, die Feuerwerksraketen aufsteigen und die Haustiere sich gequält eine ruhigere Ecke suchen, ist Silvester. Ein Fest nach Papst Silvester I († 31.12 335 n.C.) benannt, das aber erst seit dem 17. Jahrhundert als Jahresende gefeiert wird.

Laut muss es sein

Das Jahresende mit Lärm und Licht zu begehen lässt sich auf germanisches Brauchtum zurückführen, wo durch das Entzünden von Feuer und mit Lärm die bösen Geister vom neuen Jahr abgehalten werden sollten. Daraus entstand, mit zunehmender Verfügbarkeit von Schwarzpulver, die Möglichkeit Feuerwerke abzubrennen, um sich am Knall und den farbenfrohen Funken am Himmel zu erfreuen. Krach, Gestank und Rauch sind dabei allerdings in Kauf zu nehmen. Wem dies nicht liegt , der kann es auch leiser angehen ohne auf Rauch und – in diesem Fall – Wohlriechendes verzichten zu müssen. Das Räuchern von Haus und Ställen. Vor allem in ländlichen Gegenden ist dieser Brauch zum Schutz vor bösen Mächten, bei dem eine Pfanne mit glühenden Kohlen und Weihrauch oder Kräutern durch Haus und Ställe getragen wird, immer noch sehr beliebt.
Dabei noch rote Unterwäsche zu tragen, die der Trägerin oder dem Träger viel Glück, Erfolg, Gesundheit, Liebe und Leidenschaft bescheren soll, kann bestimmt nicht schaden.

Wunsch nach Glück

Der Wunsch nach Glück und Erfolg steht hinter allem, das mit „Glücksbringern“ beschworen wird. Angeboten, und an Silvester gerne verschenkt, werden Hufeisen, Rauchfangkehrer, Marienkäfer, Glücksschweine, Glücksgroschen und vierblättrige Kleeblätter – oft in der Marzipanausführung oder aus Kunststoff.
Jedem dieser Glücksbringer wohnt eine andere Deutung inne, aber es gilt auch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, um dieses Glücks habhaft zu werden. Eindeutig ohne Auflagen sind Rauchfangkehrer, die immer als Schutz vor Feuer gelten und der Marienkäfer, als Beschützer der Kinder und als Heiler für Krankheiten, die einem „zufliegen“. Anders das Hufeisen und das Glücksschwein. Wirkt das erstere nur, wenn es richtig aufgehängt wird (nach oben geöffnet), damit das Glück nicht herausfallen kann, steht das zweite auch für Fruchtbarkeit – ob man will oder nicht. Besonders schwierig ist das Glück des Kleeblattes zu erlangen, das nur wirkt, wenn der Schenkende es ohne Suchen gefunden hat. Kaufen gilt also nicht. Oft wird das Glücksschwein mit einem Rauchfangkehrer als Reiter und einem Glückspfennig oder vierblättrigem Kleeblatt im Maul kombiniert. Hier ist der Wunsch nach allem Guten der Vater des Gedankens. Viel hilft viel?

Orakel in den eigenen vier Wänden

Wünschen alleine ist schön, aber wissen sollte man`s halt. Hier hilf das hauseigenes Orakel. Aus Mangel an Schamanen und anderen Weissagern dient dazu das Bleigießen, das gerne in geselliger Runde zelebriert wird. Am besten übrigens vor Mitternacht, gilt es doch das kommende Jahr zu orakeln. Aber Vorsicht, die Gase, die beim Schmelzen von Blei frei werden, sind gesundheitsschädlich. Besser sind hier Zinn oder Wachs, die in einem Löffel über einer Kerze geschmolzen und dann in einen Behälter mit Wasser gekippt werden. Dabei entstehen vielfältigste Formen, deren Deutung wiederum ganz im Auge des Betrachters liegt. Ob gute oder schlechte Deutung, jeder ist hier seines Glückes Schmied.

Lebensfreude im Dreivierteltakt

Was wäre ein Silvester ohne den Donauwalzer. Kaum sind die letzten tiefen Glockenschläge der Pummerin in Radio oder Fernsehen verklungen, perlen die ersten sanften Klänge dieses Stücks Heimat durch die Häuser. Österreich begrüßt das neue Jahr im Dreivierteltakt.
Doch trotz aller guten Wünsche, aller Weissagungen und dem beschwingten Walzerrhythmus, alles hilft nichts, wenn auf das Wichtigste vergessen wurde. In keinem Fall darf in der Silvesternacht Wäsche im Haus aufgehängt sein, da nach einem alten Volksglauben die Verstorbenen in dieser Nacht durchs Haus geistern und sich darin verfangen könnten. Aber wer will schon Wäsche aufhängen, wenn man feiern kann.
Allen ein gutes neues Jahr mit weniger Einschränkungen, stattdessen Glück und Gesundheit.

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