Hygiene bei Kindern – was muss sein, was ist zu viel?

Lassen Sie Ihr Kind Kind sein, es wird Ihnen danken.
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„Mein Kind darf nicht im Sand spielen oder gar im Dreck wühlen. Und ich will auch nicht, dass es Tiere angreift. Das ist unhygienisch und deshalb gefährlich.“, sagt die eine Mutter.
„Das ist Unsinn, diese überzogene Vorsicht. Mein Kind darf in dieser Hinsicht tun, was es will. Gefahren gibt es da überhaupt keine.“, meint eine andere.
Wer hat Recht? Wir versuchen eine Antwort.

„Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte.“, sagt die Kinderärztin Dr. Katja Kern aus St. Valentin. „Überhaupt nicht auf Hygiene zu achten ist genauso falsch wie es zu übertreiben.“

Die tägliche Hygiene – mit gesundem Augenmaß
Ein Kleinkind sollte ebenso wie jeder Erwachsene zwei Mal täglich Zähne putzen, bzw. richtiger gesagt geputzt bekommen. „Wichtig ist es, das Kind so früh wie möglich daran zu gewöhnen. Aber auch dann, wenn es nicht will, müssen die Eltern diese tägliche Prozedur konsequent durchsetzen.“, erklärt die Kinderexpertin.
Übrigens: Eine Faustregel sagt, dass ein Kind frühestens dann selbstständig Zähne putzen kann, wenn es die Schreibschrift beherrscht. Erst dann ist die Motorik dafür geeignet.
Ebenso wichtig ist das Hände waschen, allerdings sollte man es hier nicht übertreiben. Vor dem Essen, nach dem WC-Gang und in besonders „schmutzigen Situationen“ – das genügt im Normalfall.
Ein Bad ist zwei bis drei Mal die Woche völlig ausreichend. Zu viel davon schädigt den natürlichen Schutzmantel der Haut. Aus diesem Grund ist es auch besser, möglichst wenige Pflegemittel wie Shampoos, Seife usw. zu verwenden – je kleiner das Kind, desto weniger.

Mein Kind spielt draußen – was darf es, was nicht?
Zu dieser Frage hat Katja Kern eine klare Meinung: „Der Kontakt des kleinen Kindes mit den Keimen seiner Umwelt ist von großer Bedeutung. Nur so kann sein Immunsystem lernen und sich optimal entwickeln.“
Typische Situationen wie Tiere anfassen oder Dinge in den Mund stecken gehöre zum Kind-Sein dazu, ergänzt die Ärztin. Wichtig dabei ist aber natürlich die Beobachtung durch die Eltern und die richtige Reaktion auf die Aktionen des Kindes – gewisse Dinge wie Hundekot oder Ähnliches gehören sicher nicht in einen Kindermund. Auch das Hände waschen nach dem Spielen im Sand zum Beispiel ist selbstverständlich.
Einen Tipp hat Dr. Katja Kern noch für die Eltern: „Besonders gut zeigen sollte man seinem Nachwuchs das Reinigen nach dem WC-Gang. Verlässlich alleine kann ein Kind das frühestens mit fünf oder sechs Jahren. Bis dahin heißt es immer wieder zeigen und nachkontrollieren.“

Hygiene bei Kindern – die Antwort
„Wie fast überall sind Extreme zu vermeiden.“, erklärt Kern. „Hygiene bei Kindern ist sehr wichtig, sind Eltern aber überängstlich, erzielen sie damit genau das Gegenteil dessen, was sie erreichen wollen. Es gibt beispielsweise Daten, laut denen Kinder, die in zu „steriler“ Umgebung aufwachsen, häufiger Allergien entwickeln als Kinder, die in ständigem Kontakt mit Natur und Tieren leben.“
Abschließender professioneller Tipp der Kinderexpertin an Eltern: „Übertreiben Sie nichts und lassen Sie den gesunden Hausverstand walten. Dann liegen Sie meistens richtig.“

Lassen Sie Ihr Kind Kind sein, es wird Ihnen danken.
Extreme vermeiden und mit Hausverstand agieren, das ist der Tipp der Kinderärztin Dr. Katja Kern aus St. Valentin.

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