Nicht wegsehen, sondern helfen
16 Tage lang gegen Gewalt an Frauen

Christine Baumgartner Geschäftsführerin des Frauennetzwerks Linz-Land, Bürgermeister Christian Deleja-Hotko und Stadträtin Marieluise Metlagel hissen die "Gewaltschutzflagge" am Ennser Hauptplatz.
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  • Christine Baumgartner Geschäftsführerin des Frauennetzwerks Linz-Land, Bürgermeister Christian Deleja-Hotko und Stadträtin Marieluise Metlagel hissen die "Gewaltschutzflagge" am Ennser Hauptplatz.
  • Foto: BRS/Losbichler
  • hochgeladen von Michael Losbichler

Wer Gewalt mitbekommt: "Situation unterbrechen, mit Vorwand an der Tür klingeln, die Polizei rufen."

ENNS. Am 25. November war der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Um ein sichtbares Zeichen zu setzen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht toleriert werden darf, weht auch vor dem Stadtamt Enns in der Zeit von 25. November bis 10. Dezember die Gewaltschutzflagge der Aktion „Frei leben – ohne Gewalt“.

Heuer bereits 1.053 Beratungen

"Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, diese Initiative der Frauen und des Frauennetzwerks Linz-Land zu unterstützen. Die Erfahrung der vergangenen Zeit zeigt uns leider, dass gerade in Zeiten der pandemiebedingten Lockdowns die Gewalt an Frauen wieder zunimmt. Das können und dürfen wir nicht hinnehmen", sagt Bürgermeister Christian Deleja-Hotko. Die aktuellen Zahlen aus dem Frauennetzwerk bestätigen es: "Wir hatten heuer bereits 1.668 Infogespräche, 1.053 persönliche Beratungen und wir konnten 835 Frauen direkt unterstützen", informiert Christine Baumgartner vom Frauennetzwerk Linz-Land mit Sitz in Enns. Die Pandemie habe den Bedarf an Beratung und Unterstützung stark erhöht.

Hinsehen und helfen

Viele bekommen Gewalt an Frauen bei Nachbarn oder Bekannten mit, scheuen jedoch davor, in die Privatsphäre einzugreifen – wie also richtig vorgehen? "Gewaltsituationen unterbrechen, mit einem Vorwand an der Tür klingeln, die Polizei anrufen", rät Baumgartner, "das Opfer alleine ansprechen und deutlich machen, dass man etwas gemerkt hat." Zusätzlich ist es hilfreich, anzubieten, gemeinsam zum Arzt zu gehen. "Außerdem können Sie Flyer oder Plakate im Hausflur aufhängen oder sie direkt den Betroffenen mit einer Ausrede in die Hand drücken." Am Wichtigsten ist aber: "Seien Sie aufmerksam und verschließen Sie Augen und Ohren nicht!"

Es braucht Notunterkünfte

Für von Gewalt betroffene Frauen gibt es in Enns seit Juli eine Notwohnung. "Es gab schon viele Anfragen und auch bereits mehrere Erstgespräche. Derzeit können aber nur Frauen aus Enns unser Angebot in Anspruch nehmen. Für 2022 streben wir an, dass wir durch weitere Finanzierungsmöglichkeiten Frauen aus dem ganzen Bezirk aufnehmen können", informiert Baumgartner. Bürgermeister Deleja-Hotko spricht sich für die Forderung nach mehr Notquartieren aus: "Ziel für die Frauen ist es, mithilfe der Frauenhäuser und -notwohnungen in ein sicheres Leben ohne Gewalt zurückzufinden. Daher unterstütze ich die Forderung des überparteilichen Frauennetzwerks Linz-Land und auch der politischen Frauenorganisationen nach einem Frauenhaus für den Bezirk Linz-Land."

"Fördergelder erhöhen"

Seit elf Jahren gibt es die Beratungsstelle des Frauennetzwerks Linz-Land. Die Nachfrage und die Anzahl an Beratungen stieg im Laufe der Jahre rasant. "Wir haben derzeit eine Personaleinheit mit 30 Stunden für die Beratung, Geschäftsführung, Administration in der Frauenberatungsstelle und seit September zusätzlich vier Stunden für die Frauenwohnung. Da sich die Nachfrage an Unterstützung sehr erhöht hat, und die Anliegen der Mädchen und Frauen immer komplexer werden, wäre es eine große Unterstützung, wenn die Fördergelder erhöht werden würden", so Baumgartner.

Metlagel: "Gleiche Chancen für Frauen"

„Der beste Schutz vor Gewalt an Frauen ist die Beseitigung von Benachteiligungen, gleiche Bildungs- und Berufschancen für Frauen, die Möglichkeit sich eine selbständige Existenz zu schaffen, und vor allem die Klarstellung, dass die Gesellschaft diese Gewalt nicht toleriert. Frauen, die Gewalt erlebt haben, sollten sich sicher sein können, Solidarität und Unterstützung zu bekommen“, ergänzt Frauen-Stadträtin Marieluise Metlagel.

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