"Lassen uns nicht den Mund verbieten"
Bürgerprotest bei Verhandlung zum "Rohstoffpark"

Mündliche Verhandlung nach der Fertigstellung des Umweltverträglichkeitsgutachtens am Dienstag, 1. Oktober, kurz nach 9 Uhr in der Ennser Stadthalle
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Eklat bei der öffentlichen Verhandlung zum geplanten Bernegger-Rohstoffpark im Ennshafen: Aus Protest verließ ein Großteil der Besucher vorzeitig den Saal.

ENNS (up). Mit etwas Verspätung wegen des großen Andrangs hatte die mündliche Verhandlung nach der Fertigstellung des Umweltverträglichkeitsgutachtens am Dienstag, 1. Oktober, kurz nach 9 Uhr in der Ennser Stadthalle begonnen. Laut offizieller Zählung waren 170 Teilnehmer dabei, laut Anrainern etwa 300.
Nach der Eröffnung durch Verhandlungsleiter Martin Starmayr vom Amt der OÖ Landesregierung  stellte Christian Mlinar von der Firma Bernegger das geplante Projekt vor, inklusive detaillierter Beschreibung der einzelnen Anlagen. Schon währenddessen gab es Zwischenrufe, Diskussionen, einzelne Fragen, die beantwortet wurden. Nach Ende der Präsentation stand Projektleiter Mlinar dem Publikum Rede und Antwort. Themen waren unter anderem Müllarten, Müllmenge, befürchteter Mülltourismus aus dem Ausland, Abgase, Schutz der Anlagen vor Hochwasser und Bränden, Lkw-Verkehr.

"Wir sind hier nicht in Russland"

Heftig kritisiert wurde von den Teilnehmern die aus ihrer Sicht "mangelnde Information" durch die Firma Bernegger und die Stadt Enns. Als Verhandlungsführer Starmayr darauf hinwies, dass dies nicht Gegenstand der Verhandlung sei und zum nächsten Tagesordnungspunkt, den Gutachten der Sachverständigen, übergehen wollte, eskalierte die Situation. Erbost kehrten viele Zuhörer unter Protestrufen wie "Wir lassen uns nicht den Mund verbieten" und "Wir sind hier nicht in Russland" der Versammlung den Rücken. "Es herrschte großer Unmut, wir und unsere Bedenken wurden nicht ernst genommen. Wir wollen keinen Müll aus dem Ausland. Ich hätte mir auch gewünscht, dass alle Ennser Parteien teilnehmen. Nach der Pause waren zirka zwei Drittel der Leute weg", meint etwa Marina Priglinger, Anrainerin und Mitglied der Bürgerinitiative.

Infoabende mit Projektvorstellung

"Die Situation hat sich beruhigt und es war am Nachmittag noch sehr konstruktiv", sagt Projektleiter Christian Mlinar. "Es waren weniger Leute, aber die waren sehr interessiert. Es gab sehr viele Fragen und die Antworten waren auch gewünscht und wurden aufgenommen. Kurz vor 17 Uhr gab es keine Fragen mehr, da wurde die Verhandlung geschlossen. Wir würden uns freuen, wenn der Bescheid heuer noch ergeht und ich gehe derzeit davon aus, dass er positiv sein wird", so Mlinar.
Zwei Infoabende seien in Planung: "Da die Meldung kam, dass an einem Dienstag um 9 Uhr keiner Zeit hätte, wird es Ende Oktober Abendtermine für jeweils 30 Personen mit Projektvorstellung im Gemeindesaal geben. Bei Bedarf gerne auch einen dritten Termin. Die genauen Termine werden im nächsten Ennser Gemeindeblatt sowie online veröffentlicht", so Mlinar.

Informationsabende zum Bernegger-Rohstoffpark im Ennshafen
Autor:

Ulrike Plank aus Perg

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