Landesausstellung 2018
Die Römer ziehen nicht wieder ab

Stefan Traxler, Wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellung und Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentieren den Goldketten-Fund aus Enns.
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  • Stefan Traxler, Wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellung und Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentieren den Goldketten-Fund aus Enns.
  • Foto: Land OÖ
  • hochgeladen von Michael Losbichler

ENNS (milo). Vom 27. April bis 4. November konnten Besucher die Landesausstellung unter dem Namen „Die Rückkehr der Legion" zum Thema römisches Erbe in Oberösterreich besichtigen. An den 193 Ausstellungstagen waren insgesamt 270.322 Interessierte bei den Attraktionen an den drei Standorten. „Diese Zahlen zeigen, dass das Konzept der oberösterreichischen Landesausstellungen, mit außergewöhnlicher Inszenierung und hochkarätigen Exponaten, vom Publikum gut angenommen wird“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. Auch der Ennser Bürgermeister Franz Stefan Karlinger zeigt sich erfreut: „Die Landesausstellung hat unsere Erwartungen sogar noch übertroffen. Die Stadt hat sich erfolgreich von ihrer schönsten Seite gezeigt und die Gelegenheit zur nachhaltigen Belebung bestmöglich genutzt. Etliche Anfragen und Buchungen für Führungen im nächsten Jahr liegen bereits vor."

Beeindruckendes Museum

Das Museum Lauriacum in Enns, welches eine der bedeutendsten Sammlungen zur Römerzeit in Österreich beherbergt, bildete das Herzstück der diesjährigen Landesausstellung. Die Einbindung jüngster Forschungsergebnisse ermöglichte eine Präsentation von ganz neuen Aspekten zum Leben an der Donau vor 1.800 Jahren. Durch die Analyse von Skeletten wurde zum Beispiel herausgefunden, dass die römischen Frauen von Kindheit an im Alltagsleben, starker körperlicher Arbeit ausgesetzt waren. Im Zuge der Landesausstellung wurde außerdem die Präsentationsfläche des Museums verdoppelt. Dadurch ist es eines der größten Römermuseen Mitteleuropas, mit etwa 2.500 interaktiv präsentierten Funden.

Ausgrabungen

Bei der Schaugrabung am Areal der Firma Büsscher & Hoffmann in Enns machten die Archäologen, unter der Leitung von Stefan Traxler, einen besonderen Fund: eine 35 Zentimeter lange Goldkette. Die vollständig erhaltene „Fuchsschwanzkette" soll in der ersten Hälfte des dritten Jahrhunderts einer Dame aus Lauriacum gehört haben. Insgesamt wurden bei den Ausgrabungen in Schlögen und Enns mehr als 600 Kubikmeter Erdmaterial händisch bewegt.

Rund um die Ausstellung

Gut 100 Veranstaltungen und 50 geförderte Projekte bildeten das diesjährige Rahmenprogramm zur Landesausstellung. Das attraktive Angebot reichte von Musik, Theater, Literatur und Wissenschaft bis hin zu kulinarischen und volkskulturellen Veranstaltungen. „Für die umliegenden Gastronomen war es ebenso positiv. Besonders an Schlechtwetter-Tagen, an Wochenenden und an Feiertagen gab es großen Zulauf", so Wolfgang Brunner, Tourismusverband-Obmann und Gastronom in Enns.

Blick in die Zukunft

„Besonders erfreulich ist, dass die Ennser Ausstellungen für die Zukunft erhalten bleiben. Das ist nicht selbstverständlich, da die Objekte normalerweise nach Ausstellungsende wieder abgebaut werden“, sagt Karlinger. Am 1. Mai 2019 wird die Ausstellung im Museum, inklusive neuer Exponate, wieder eröffnen. „Eine optimale Nachnutzung des Museum Lauriacum und der anderen Sehenswürdigkeiten wird uns langfristig beim Thema Innenstadtbelebung, Kulturvermittlung und Tourismus unterstützen“, meint Max Homolka, Geschäftsführer des Tourismus & Stadtmarketing Enns.

Zahlen und Fakten

1.300 Tonnen Material wurden bei der Ausgrabung des Römerburgus in Oberranna bewegt.

• Das Archäologische Institut untersuchte 705.000 Quadratmeter Fläche in Enns mit geophysikalischen Messgeräten. Dadurch konnte ein neuer Plan von Lauriacum erstellt werden. Wichtigste Neuentdeckung: Ein römischer Hafen.

• Sechs Ennser Radfahrer legten in 10 Tagen auf der Strecke von Rom nach Enns 800 römische Meilen (1.200 Kilometer) zurück.

• Der österreichische Jahreshöchstwert 2018 von 37,3 Grad Celsius wurde am 9. August in Enns gemessen.

• Im Sommer 2019 wird der hervorragend erhaltene römische Kalkbrennofen von Lauriacum als weitere archäologische Attraktion eröffnet.

Stefan Traxler, Wissenschaftlicher Leiter der Landesausstellung und Landeshauptmann Thomas Stelzer präsentieren den Goldketten-Fund aus Enns.
Das Schaugrabungs-Team rund um Stefan Traxler.

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