Stärkung der Ortskerne
Enns-Steyr ist Pilotregion für Aktionsprogramm

Bürgermeister Stefan Krapf, Gmunden, Bürgermeisterin Elisabeth Kölblinger, Vöcklabruck, Daniel und Katrin Petrovic, Geschäft Reh-Gal, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Bürgermeister Christian Kolarik, Kronstorf.
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  • Bürgermeister Stefan Krapf, Gmunden, Bürgermeisterin Elisabeth Kölblinger, Vöcklabruck, Daniel und Katrin Petrovic, Geschäft Reh-Gal, Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und Bürgermeister Christian Kolarik, Kronstorf.
  • Foto: Land OÖ/Vanessa Ehrengruber
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Kronstorf dient mit Reh-Gal als Beispiel-Gemeinde für neues Aktionsprogramm zur Ortskernbelebung.

KRONSTORF, OÖ. "Angelehnt ist unser Konzept an Schweden. Mein Mann ist ein Schwede und seine Mutter ist bereits seit 25 Jahren in einem ,Store-in-store-Concept'-Laden mit ihrer handgemachten Keramik vertreten. Das war unsere Inspiration, und als dann das tolle Geschäftslokal mitten am Marktplatz von Kronstorf leer stand, haben wir uns dazu entschlossen, das Reh-Gal zu eröffnen", sagt Chefin Katrin Petrovic. Mit ihrem Konzept haben sie und ihr Mann Daniel dazu beigetragen, dass in Kronstorfs Kern wieder mehr Leben herrscht. Klein- oder Jungunternehmen, regionale Anbieter und kreative Menschen können in Petrovic' Geschäft ohne Risiko und hohe Investitionskosten eine Plattform zum Verkauf ihrer Produkte mieten. Reh-Gal übernimmt dann das Marketing vor Ort und nach Wunsch auch im Onlineshop.

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner im Gespräch mit Reh-Gal-Chefin Katrin Petrovic.
  • Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner im Gespräch mit Reh-Gal-Chefin Katrin Petrovic.
  • Foto: BRS/Losbichler
  • hochgeladen von Michael Losbichler

Verkehr aus dem Ort bringen

"Ein Ort braucht Leben auch im Zentrum", sagt Kronstorfs Bürgermeister Christian Kolarik. Das Entscheidende für die positive Entwicklung sei es gewesen, den Verkehr aus dem Ort und die Radwege ins Zentrum zu bringen. "Die B309-Schnellstraße hat uns die Möglichkeit gegeben, die Qualität im Ort zu steigern und zum Beispiel ohne Probleme große Genussmärkte veranstalten zu können."

Leerstand als Chance

Gemeinsam mit den sieben weiteren Gemeinden entlang der B309-Schnellstraße ist Kronstorf zur Pilotregion für ein neues Aktionsprogramm des Landes OÖ auserkoren worden. "Oberösterreichs Städte und Gemeinden wachsen derzeit vor allem an den Rändern nach außen. Hier braucht es eine Umkehr zu einem Wachstum nach innen", sagt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner am 10. Juni bei einer Pressekonferenz im Innenhof des Gasthofs Rahofer in Kronstorf. "Mit unserer neuen Raumordnungsstrategie und unserem Raumordnungsgesetz wollen wir gezielt Impulse zur Orts- und Stadtkernbelebung setzen", so Achleitner weiter. So möchte das Land OÖ Gemeinden, Städte und Immobilienbesitzer unterstützen, damit leerstehende Objekte nicht als Belastung, sondern als Chance für zielgerichtete Ortskernbelebung mit wirtschaftlichem Potenzial gesehen werden. 
Auch die Powerregion Enns-Steyr arbeitet bereits an der Umsetzung: "Ziel ist eine verantwortungsbewusste, gemeinsam abgestimmte Entwicklung im Umfeld der B309 als Lebens- und Freizeitraum, als Naturraum, als landwirtschaftlicher Raum, als Arbeits- und Wirtschaftsraum", sagt Powerregion-Sprecher Kolarik.

Visionen für Orte schaffen

Innerhalb der beteiligten Gemeinden und Städte gehe es nun darum, zu definieren, was das Zentrum ist. Dann gilt es, Visionen dafür zu schaffen, und wie welche Gebäude dazu beitragen können. Gemeinsam statt gegeneinander lautet dabei das Motto. "Wir müssen voneinander lernen und jeweils die besten Ideen verknüpfen." Als Beispiel nennt Kolarik den gemeinsamen Wirtschaftsraum von Asten und St. Florian, auf welchem sich vor wenigen Wochen ein Holzgroßhändler angesiedelt und damit mehr als 100 neue Arbeitsplätze für die Region geschaffen hat. 

Künftig neue Förderungen

Mit dem neuen Aktionsprogramm möchte das Land OÖ durch die Aktivierung von leerstehenden Gebäuden und ungenützten Grundstücken für Ortskernbelebung sorgen. "Das Programm beinhaltet Fördermaßnahmen für Investitionen, die auf Gebäude selbst, aber auch auf eine erforderliche Attraktivierung des Umfeldes abzielen", sagt Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. In Zukunft dient eine neue Koordinierungsstelle bei der Abteilung Raumordnung als zentrale Ansprechstelle.
Das Land fördert in Zukunft unter anderem Generalsanierungen im gewerblichen Bereich – zum Beispiel Bäckereien, Lebensmittelmärkte oder Büros. "Zusätzlich legen wir einen Schwerpunkt auf den Abriss alter, leerstehender Industrie- und Gewerbegebäude." Diese Abrissförderung werde aber nur gegen eine vertraglich vereinbarte Nachnutzung, die speziellen Qualitätskriterien entspricht, gewährt. Für die Zusage sollen vor allem die Bereiche öffentlicher Raum, Grünflächen sowie Fuß- und Radweg-Verbindungen ausschlaggebend sein. Um die Orts- und Stadtkerne zu beleben, unterstützt das Land künftig auch die Begrünung oder Neugestaltung von Plätzen.

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