Projekt „plastikfreie“ Gemeinde St. Valentin
Erfolgszahlen sorgen für Aufregung

Das Projekt „plastikfreie Gemeinde“ sei trotz  „schwammiger“ Zahlen ein Erfolg und werde gut angenommen.
  • Das Projekt „plastikfreie Gemeinde“ sei trotz „schwammiger“ Zahlen ein Erfolg und werde gut angenommen.
  • Foto: Stadt St. Valentin
  • hochgeladen von Marlene Mitterbauer

Die Grünen halten die Erfolgszahlen des Projektes „plastikfreie Gemeinde“ für einen billigen „Werbeschmäh“.

ST. VALENTIN (mim). Kurz vor den Gemeinderatswahlen verkündete Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr in einer Pressekonferenz, dass sich der Kunststoffmüll in St. Valentin durch die Aktion „plastikfreie Gemeinde“ im vergangenen Jahr auf 123 Tonnen reduziert hat. Eine Aussage, die der Grünen Gemeinderätin Bettina Langenfelder sauer aufstößt: „Das wären zirka 34 Kilogramm eingesparter Plastikmüll pro Haushalt und Jahr, das sind rund 10 volle gelbe Säcke zu je 100 Liter Fassungsvermögen. Auch bei sehr bewusstem Einkaufsverhalten wäre dies kaum möglich.“ Laut Langenfelder errechnet sich die Halbierung des Plastikmülls dadurch, dass im gesamten Bezirk Amstetten die Gebiete neu aufgeteilt und fünf verschiedene Sammelarten im Bezirk etabliert wurden, die unterschiedliche Frequenzen der Abholung haben.

Nichtverpackung fällt weg

Nach Aussagen der FCC Mostviertel Abfall Service GmbH Amstetten kommt es aufgrund der wegfallenden öffentlichen und freizugänglichen Müllcontainer, die bei Altstoffsammelzentren und Sammelplätzen aufgestellt waren, zu dem eingesparten Ergebnis von 123 Tonnen. „Bis zum Mai 2018 wurde auch die Nichtverpackung wie Gartensesseln oder Kinderplantschbecken, sowie der Kunststoffabfall der Kleinbetriebe in den öffentlichen Behältern gesammelt. Dies fällt nun weg, da dieser Abfall ja jetzt nicht mehr in den gelben Sack passt. Deshalb sind die genannten Zahlen auch ein schwammiger Durchschnittswert“, so Max Schmidhofer, Verkaufsleiter der FCC Amstetten. Erst ein Vergleich zu den Jahren 2019 und 2020 würde, laut Schmidhofer, ein exaktes Ergebnis bringen.
Auch der Gemeinde Dienstleistungsverband Amstetten (GDA) gibt an, dass diese 123 Tonnen Plastikmüll ein durchschnittlicher Richtwert sind. „Die Mengen Plastikmüll im Jahr 2019 kann man schwer vergleichen, da der Messungszeitraum von 1. Jänner bis 13. November 2019 betrug. Man kann noch nicht ganz genau sagen, wieviel Plastik eingespart wurde, aber auf jeden Fall hat die Einführung des gelben Sacks im Bezirk Amstetten und somit auch in St. Valentin eine positive Entwicklung für den Rückgang des Plastikmülls gebracht“, weiß Abfallberaterin Birgit Baier vom GDA.

Keine erfundenen Zahlen

Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr ist perplex und überrascht, „dass man so eine tolle Aktion an der sich die Bevölkerung, Vereine, Betriebe und viele andere beteiligen, schlecht reden möchte. Mit dieser Initiative haben wir in St. Valentin ein Bewusstsein für die Umwelt geschaffen. Kaum jemand verlässt das Geschäft mit einem Plastiksackerl, viele benutzen ihren eigenen Einkaufskorb oder eine Stofftasche.“ Auch der Tante Hanna Laden, in dem Lebensmittel unverpackt angeboten werden, erhalte großen Zuspruch der Bevölkerung. „Die Bilanz haben wir vom GDA Amstetten, die für uns beziehungsweise im Bezirk Amstetten die Müllentsorgung regeln. Die Zahlen habe ich mir also nicht einfallen lassen“, resümiert die Bürgermeisterin.

Autor:

Marlene Mitterbauer aus Enns

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