Familie Jafari aus Ernsthofen
„Gut leben, oder nicht leben“

v.l.: Masumeh und Mohsen Jafari.
  • v.l.: Masumeh und Mohsen Jafari.
  • Foto: BRS/Böhm
  • hochgeladen von Anna Böhm

Mohsen und Masumeh Jafari flüchteten aus ihrer Heimat Afghanistan, um in Österreich ein neues Leben beginnen zu können.

ERNSTHOFEN. Seit Jänner 2016 leben die beiden gemeinsam mit ihren Kindern Armir (sechs Jahre) und Junes (zwei Jahre) in Ernsthofen. Im Februar dieses Jahres bekam die Familie den langersehnten, positiven Asylbescheid. Nach vielen Jahren in Angst besteht endlich die Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden und Freiheit. Für sie gilt das Motto „Gut leben, oder nicht leben“.

„Ich kann nicht zurück in meine Heimat“

Das Leben von Mohsen und Masumeh ist geprägt von Flucht und die damit verbundene Angst um das eigene Leben. Im Heimatland wurden sie von den Taliban bedroht. Der einzige Ausweg: die Flucht. Sowohl die Familie des Ehemannes, als auch die Familie der Ehefrau mussten zwei Mal aus Afghanistan in den Iran fliehen. Aufgrund fehlender Dokumente, wurden sie immer wieder aus dem Iran abgeschoben. „Ich kann nicht nach Afghanistan gehen. Dort habe ich nie wirklich gelebt. Ich habe dort keine Verwandten und keinerlei Besitz. Die Angst vor den Taliban, dem IS und allen anderen Volksgruppen, die die Hazara hassen und verfolgen ist zu groß“, so Mohsen, der den Hazaran, eine ethnische Gruppe in Afghanistan, angehört. Ähnlich ist es bei seiner Frau Masumeh, die zusätzlich von ihrer eigenen Familie bedroht wird. Grund dafür ist die Verweigerung einer Zwangsheirat mit ihrem Cousin.  „Ich und meine Familie würden wegen Missachtung der Familienehre bestraft wenn nicht sogar getötet werden“, erzählt Masumeh.

Eine Zukunft in Österreich

Seit die Familie in Österreich lebt hat sich einiges für sie verbessert. Für die Eltern war es wichtig, ihren Kindern ein schöneres Leben bieten zu können: ein Leben ohne ständige Angst, in Freiheit und Ruhe. „Ich besuchte Deutschkurse und absolvierte diese auf B2-Level. Außerdem habe ich den Führerschein gemacht und bin Mitglied beim Roten Kreuz“, so Mohsen. Auch seine Frau erhielt das B1-Zertifikat und absolvierte den Pflichtschulabschluss in St. Pölten. Sohn Amir besucht mittlerweile die erste Klasse Volksschule. Ein Ziel, welches die beiden noch vor Augen haben: so bald wie möglich Arbeit zu finden. Masumeh träumt davon, Krankenschwester zu werden. Dazu hofft sie, die Abendschule besuchen zu können, um die Matura nachholen zu können. Mohsen würde liebend gerne eine Ausbildung als KfZ-Mechaniker machen. Aktuell ist er auf der Suche, um den passenden Arbeitsplatz für sich zu finden. Dies sei bis jetzt nicht so einfach gewesen, erzählt Mohsen. Sie werden weiterhin aber nicht aufgeben und für eine Zukunft in Österreich kämpfen.

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Aktuell

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen