Nach Impf-Aufregung in Enns
Karlinger: "Hätte es nicht annehmen sollen"

Karlinger zu Impf-Vorwürfen: "Es tut mir aufrichtig leid."
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  • Karlinger zu Impf-Vorwürfen: "Es tut mir aufrichtig leid."
  • Foto: Stadtgemeinde Enns
  • hochgeladen von Michael Losbichler

In den letzten Tagen wurde der Ennser Bürgermeister Franz Stefan Karlinger stark kritisiert. Er hatte sich im Zuge der Impfaktion im Zentrum für Betreuung und Pflege Enns, mit einer übrig gebliebenen Impfdosis impfen lassen. Nun bereut er, das Angebot angenommen zu haben.

ENNS. Im Bezirksaltenheim in Enns wurden vom 12. bis zum 14. Jänner Covid-Impfungen durchgeführt. Vorgabe des Landes sei gewesen, allen Bewohnern und Mitarbeitern, die eine Impfung wünschen, diese auch zu gewähren. Die Restdosen, welche schnellstens verwertet werden mussten, durften an Personen mit engen Kontakten zum Heim "verimpft" werden: Besuchsdienst, Seelsorge, Ärzte und Angehörige. "Da zwei meiner engsten Familienangehörigen – meine Mutter und Schwiegermutter – Heimbewohner sind, verständigte mich Heimleiter Helmut Wurdinger telefonisch", so Karlinger. Vor der Zustimmung habe der Ennser Bürgermeister klar dargelegt, dass
zuerst auch andere wichtige Heim-Bezugspersonen gefragt werden müssen.

"Es gab noch kein Vormerksystem"

Vor Karlingers Zusage sei zusätzlich zu den Bewohnern und Mitarbeitern 80 weiteren Personen eine Impfzusage erteilt worden. Zuvor habe die Leitung des Bezirksaltenheimes Enns die Vorgehensweise mit dem Sozialhilfeverband Linz-Land bei der zuständigen Sozialabteilung des Landes abgeklärt. "Die Heimleitung hatte keine andere Vergabemöglichkeit gehabt. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein Vormerksystem oder eine Registrierungsmöglichkeit", sagt Karlinger. Die Schuld möchte der Ennser Bürgermeister aber niemandem zusprechen: "Mir wäre es als Angehöriger von zwei Heimbewohnern trotzdem möglich gewesen, die Impfung abzulehnen. Dass ich so nicht entschieden habe, bedauere ich sehr und es tut mir aufrichtig leid."

Haberlander: "Für Politiker eine moralische Frage"

Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitsreferentin Christine Haberlander: „Impfstoff ist aktuell ein ganz knappes Gut. Oberösterreich erhält nur eine begrenzte Anzahl an Impfstoff vom Bund. Daher setzt man jetzt darauf, jene zu schützen, die unseren Schutz ganz besonders notwendig brauchen. Das sind die älteren Menschen. Wir starten daher mit den Impfungen bewusst in den Alten- und Pflegeheimen. Sollte in einem Heim Impfstoff überbleiben, dann darf dieser Impfstoff an Ärzte oder Angehörige oder Ehrenamtliche verimpft werden. Er soll nicht verloren gehen. Die Alten- und Pflegeheime führen daher eine Art ‚Warteliste‘. Wenn sich Personen, etwa hochrangige Politiker, auf der Warteliste finden, muss sich der Betroffene – quer über alle Parteigrenzen hinweg – moralisch fragen, ob er dieses Impfangebot wirklich in Anspruch nehmen will. Deshalb begrüße ich, dass sich Bürgermeister Karlinger im Nachhinein mit der Frage beschäftigt, ob er das Angebot der Impfung gerade angesichts seiner Position hätte annehmen sollen."

Karlinger zu Impf-Vorwürfen: "Es tut mir aufrichtig leid."
Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander.

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