Landesausstellung 2018: Bahnhof noch immer nicht barrierefrei

Wer einen Zug vom Gleis zwei nehmen möchte, sollte besser nicht im Rollstuhl sitzen. Von Barrierefreiheit fehlt hier jede Spur.
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ENNS (km). "Wir wollen auf die fehlende Seniorenfreundlichkeit hinweisen", sagte Seniorenbund-Obmann Gottfried Kneifel beim Lokalaugenschein am Ennser Bahnhof. Seit Jahren kämpft man in Enns für die Barrierefreiheit der Bahnstation. Zwar ist der Zugang zur Bahnhofshalle und zu Gleis eins mit dem Rollstuhl möglich. Die Gleise zwei und drei sind jedoch unmöglich zu erreichen. "Die Ennser Bahnkunden werden von den ÖBB benachteiligt", so Kneifel. Während die Nachbarbahnhöfe Asten und St. Valentin mit Personenliften ausgestattet wurden, fehle das in Enns noch immer. "Die bevorstehende Landesausstellung ist ein zusätzliches Argument, um die Barrierefreiheit des Bahnhofes rasch umzusetzen", so der Seniorenbund-Obmann.

Auch der Stadt Enns wäre dies ein großes Anliegen. "Wir versuchen bereits seit etlichen Jahren, eine Barrierefreiheit des Bahnhofes zu erreichen", so Bürgermeister Franz Stefan Karlinger. "Es gab diesbezüglich schon mehrere Gespräche mit Vertretern der ÖBB. Dabei wurde uns zugesichert, dass diese kommen wird, allerdings nicht bis zum nächsten Jahr", so der Bürgermeister. "Wir hätten uns natürlich gewünscht, dass rechtzeitig zur Landesausstellung ein moderner, barrierefreier Bahnhof die Erreichbarkeit der Stadt mittels Zug erleichtern und attraktivieren würde."

Umbauzeitpunkt derzeit noch nicht fix

"Der Bahnhof Enns ist im Programm für die Schaffung barrierefreier Bahnhöfe enthalten", so Karl Leitner, Sprecher der ÖBB Oberösterreich. Ein genauer Umbauzeitpunkt stehe derzeit allerdings noch nicht fest. "Es wird jedoch rechtzeitig mit der Gemeinde Kontakt aufgenommen werden." Bezüglich der Landesausstellung gebe es seitens der ÖBB-Infrastruktur AG keine Aktivitäten. "Über die Ermäßigungen für Reisende mit Behinderung hinaus können wir für diese Fälle leider keine weiteren Vergünstigungen anbieten", so Leitner.

Barrierefreie Visualisierung für Basilika St. Laurenz

Zwar wird der Bahnhof bis nächstes Jahr nicht barrierefrei sein. Allerdings setzt sich die Stadt bei anderen öffentlichen Gebäuden für den Abbau der Barrieren ein. "Wir haben deshalb schon vor Jahren die Bürgerservicestelle im Erdgeschoß eingerichtet", so Bürgermeister Karlinger. "Uns ist es wichtig, mit gutem Beispiel voranzugehen." Aus diesem Grund habe man ein weiteres Vorreiterprojekt ins Leben gerufen. "Als erste Gemeinde Österreichs werden wir am Stadtamt ein taktiles Leitsystem einführen, welches Menschen mit Beeinträchtigung die Orientierung im Amtsgebäude massiv erleichtern wird." Verbesserungsbedarf in Bezug auf die Landesausstellung sehe Karlinger keinen. Das Museum Lauriacum wie die Kalkbrennöfen seien barrierefrei zu besichtigen. "Es wird zudem an einer Visualisierung der einzigartigen Baugeschichte von St. Laurenz gearbeitet, die in der Kirche barrierefrei gezeigt werden wird." Für jene, die mit dem Bus anreisen, wurde am Hauptplatz eine neue Bushaltestelle errichtet, die den Fahrgästen ein stufenloses Ein- und Aussteigen ermöglichen soll.

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