Ennser Innenstadt
„Nichts los in der Innenstadt Enns"

Die Linzer Straße erinnert an beliebte Einkaufsstraßen in Linz, jedoch fehle in Enns die nötige Frequenz.
3Bilder
  • Die Linzer Straße erinnert an beliebte Einkaufsstraßen in Linz, jedoch fehle in Enns die nötige Frequenz.
  • Foto: BRS/Losbichler
  • hochgeladen von Michael Losbichler

Gemeinsam die Attraktivität der Innenstadt erhalten: Wenn alle an einem Strang ziehen, wird es gelingen.

ENNS (milo). Wie viele Städte in Österreich hat auch die älteste Stadt, Enns, mit einem „aussterbenden Ortskern" zu kämpfen. Mit dem Eisenwarenhändler Riegler wird ein weiteres Geschäft in der Innenstadt schließen. Nun steht Enns wichtigen Fragen gegenüber: Warum kommt es zu so vielen Geschäfts-Schließungen und wer kann etwas dagegen tun?

Mögliche Ursachen

Bürgermeister Franz Stefan Karlinger sieht grundsätzlich zwei Hauptpunkte für die Schließungen: „Da ist zum einen ganz klar der Online-Handel. Leute bestellen in den verschiedensten Branchen über das Internet, da es bequem und praktisch ist. Den zweiten Konkurrenzfaktor bilden die Großmärkte, die ein attraktives und umfassendes Einkaufserlebnis bieten." Sylvia Enzenhofer, Inhaberin von Peterseil Schuhe und Taschen in der Linzer Straße, spricht von einem großen Frequenz-Rückgang. „Zusätzlich zum Online-Handel und zur Konkurrenz durch Shoppingmalls gibt es in Innenstädten mehr inhabergeführte Geschäfte, die aber leider oft keinen Nachfolger haben. Außerdem wird von Vielen das sogenannte ,Shoppingerlebnis' gesucht, welches jedoch in Innenstädten zu wenig vorhanden ist", meint Enzenhofer. Die Stadt Enns hat im Vorjahr vom 1. bis 7. Mai die Verkehrsdaten in der Linzer Straße gemessen. Bei dieser elektronischen Aufzeichnung wurde erhoben, dass in einer Woche 7.700 PKW und 2.000 einspurige Fahrzeuge, also Mopeds, Motorräder und schnellere Radfahrer, die Straße befahren. Doch auch Markus Riegler, Geschäftsführer der Riegler Eisenwarenhandlung sieht einen Kundenfrequenz-Rückgang: „Nur noch 1A-Standorte sind konkurrenzfähig und attraktiv für den Handel."

Lösungen finden

Um gegen die Angebote der Konkurrenz anzukommen, mache sich die Stadtgemeinde, die Politik und die Wirtschaft schon seit längerer Zeit Gedanken, wie sich Einzelhändler in der Innenstadt behaupten können. „Ich habe vorgeschlagen, für dieses große Thema eine professionelle Fachberatung heranzuziehen, was wir damals auch bei der Gründung der Tourismus & Stadtmarketing Enns GmbH gemacht haben", so Bürgermeister Karlinger. Die Pop Up Stores in Enns, das Ennsportal, die Innenstadtveranstaltungen und weitere Aktivitäten sollen positive Impulse geben. „Allerdings kann dieses Problem nicht alleine von uns gelöst werden. Einzig der Kunde entscheidet ob er online einkauft, in ein Shopping Center geht oder die Innenstadt besucht. Jeder Einzelne kann hier einen Beitrag leisten und bei der Lösung helfen", sagt Max Homolka, Geschäftsführer der TSE Enns. „Konsumenten müssen sensibilisiert werden, was Nahversorgung für sie Wert sein kann. Außerdem muss ein Parkkonzept für den Hauptplatz bzw. die Innenstadt her", meint Markus Riegler.

Waidhofen an der Ybbs als positives Vorbild

In Waidhofen an der Ybbs hat man das „Aussterben der Innenstadt“ in den vergangenen Jahren erfolgreich abwenden können. Laut dem Stadtmarketing Waidhofen müsse Stadtentwicklung sehr langfristig betrachtet werden. „Es ist ein Zusammenspiel von Wirtschaft, Gemeinde, Verwaltung, Politik und Hausbesitzern. Nur wenn alle das gleiche Ziel verfolgen, kann man einen Stadtkern nachhaltig beleben", so Fritz Hölblinger, Obmann des Vereins Stadtmarketing Waidhofen an der Ybbs. „Ganz wichtig ist dabei der Bürgermeister. Er ist sozusagen der oberste ,City-Marketing-Chef' und muss präsent sein."

Die Nahversorger-Betriebe im Stadtgebiet seien außerdem wichtig für die Kundenfrequenz. „Wir haben im Stadtkern noch 15 Nahversorger-Betriebe: Lebensmittelgeschäfte, Trafiken, Bäcker, Fleischhauer und Kaffeehäuser. Was immer wieder unterschätzt wird: Die 15 Nahversorger bringen rund 50 Prozent der täglichen Kundenfrequenz", so Hölblinger. Zusätzlich setzt Waidhofen auf weitere Frequenzbringer im Ortskern: Ärzte, Therapeuten, Praxen und Dienstleister wie Marketing- oder Architekturbüros.

Das gibt's in der Ennser Innenstadt

Dienstleistungen:
Apotheken, Architekt, Ärzte, Banken, Bandagist, Fotograf, Friseur, Immobilien, Installateur, Kosmetik, Krankenkassa, Lernhilfe, Massage, Notariat, Postfiliale, Rechtsanwälte, Reinigung, Reisebüro, Sachverständiger, Schneiderei, Schuster, Stadtamt, Tattoostudio, Therapeuten, Tourismus & Stadtmarketing, Versicherungen

Gastronomie:

Bars, Cafés, Hotels, Lokale, Restaurants

Einzelhandel:
Bäckerei, Dekoartikel, Drogerie, Elektrofachhandel, Fahrradfachgeschäft, Fleischhauer, Florist, Geschenkartikel, Handyshop, Hanfshop, Konditor, Lebensmittel, Mode – für Kinder/Damen/Herren, Optiker, Sportmode, Schuhe, Schwimmartikel, Tabak-Trafik, Taschen, Unterwäsche, Weinhandel, Zoofachgeschäft

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen