Brandschutz Stift St. Florian
Vorbeugung ist das Wichtigste

Stift St. Florian aus der Luft.
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  • Stift St. Florian aus der Luft.
  • Foto: Stift St. Florian/Werner Kerschbaummayr
  • hochgeladen von Michael Losbichler

In Paris geriet vor kurzem eines der bedeutendsten Religions- und Kulturgebäude in Brand – Notre Dame. Nun fragt man sich auch hierzulande, wie sicher unsere Altbauten sind und wie können sie sicher gemacht werden.

Sonderstatus für Stift

ST. FLORIAN (milo). Das Kloster St. Florian wurde erstmals im achten Jahrhundert schriftlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert brannte der damals romanische Bau ab und wurde dann im gotischen Stil neu errichtet. Das Stift war auch Heimat der ältesten Betriebsfeuerwehr aus ganz Österreich. 2005 wurde diese jedoch in die Feuerwehr Markt St. Florian eingegliedert, welche seither für das Stift zuständig ist. Kommandant Ronald Winkler erklärt: „Sakrale Bauten haben einen Sonderstatus. Normalerweise dürften Gebäude aus brandschutztechnischen Gründen nie so gebaut werden. Da es sich meist um denkmalgeschützte Bauten handelt, gibt es hierbei Ausnahmen." Um gut für den Ernstfall vorbereitet zu sein, braucht es entsprechende Brandschutzpläne. Bis vor zehn Jahren dienten die Pläne als Übersicht, seien aber nicht sehr detailliert gewesen. Jetzt gibt es allein für das Stift St. Florian 23 A3-Seiten an Plänen. Darauf sind die Räume, Zugänge, Wasseranschlussstellen und die komplette Umgebung des Gebäudes bis auf kleinste Details abgebildet.

Teilgeschütztes Stift

Zurzeit ist das Stift teilgeschützt. „Etwa ein Drittel des Gebäudes ist mit Brandmeldern ausgestattet", so Winkler.
Durch Vorfälle wie dem Brand in Paris wird den Zuständigen die Wichtigkeit des Brandschutzes noch bewusster. „Man fragt sich, was kann in Angriff genommen werden und was ist finanziell möglich, um das Stift noch brandsicherer zu machen", sagt Propst Johann Holzinger. Das Stift arbeite eng mit der Feuerwehr St. Florian zusammen. Mehrmals im Jahr werden Übungen und Begehungen am Gelände durchgeführt. „Das Wichtigste ist der vorbeugende Brandschutz. Erst wenn dieser versagt, wird der abwehrende notwendig", erklärt Kommandant Winkler. Da das Stift überdimensional groß ist, gestalte sich die Feuerbekämpfung weitaus schwieriger als bei „herkömmlichen" Bränden. Laut dem St. Florianer sind die beiden hohen Türme des Stifts deshalb besonders gesichert: „Die Türme sind mit Sprinkleranlagen versehen. Im Ernstfall schicken wir Wasser mithilfe der Steigleitungen hinauf in die Anlagen und diese verteilen es." 

Schutz in Ausnahmefällen

Der vorbeugende Schutz wird noch wichtiger, wenn Ausnahmesituationen vorherrschen. „Viele Baustellen sind mit erhöhter Brandgefahr verbunden. Sogenannte Feuer- und Heißarbeiten bedürfen eigener Betrachtung und so müssen zum Beispiel Brandmelder ausgeschaltet werden, um Fehlalarmierungen auszuschließen. Die fehlende Brandfrüherkennung macht Ersatzmaßnahmen, wie den Brandsicherheitswachdienst, notwendig. Arbeiter und Zuständige müssen sich genau absprechen, um „Schlimmes" zu verhindern", sagt der Florianer Feuerwehrkommandant.

Lesen Sie mehr zum Thema:
Brandschutz in Basilika St. Laurenz


Tipps für Interessierte

• Landes-Feuerwehrmuseum
Wo: Stiftstraße 2, St. Florian
Wann: Öffnet ab 1. Mai
Was: Eines der größten Feuerwehrmuseen Europas

• Basilika St. Laurenz
Wo: Basilikastraße, Enns
Wann: Nach Anmeldung
Was: Spannende Führungen – unter anderem auf den Turm

• Stift St. Florian
Wo: Stiftstraße 1, St. Florian
Wann: Ab 1. Mai täglich
Was: Spannende Führungen: Bibliothek, Gruft und vieles mehr

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