Neuer „Vize" in Enns
Interview mit Christian Deleja-Hotko

Christian Deleja-Hotko am Stadtplatz in Enns.
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  • Christian Deleja-Hotko am Stadtplatz in Enns.
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„Es darf nie persönlich werden. Wir müssen nach der Sitzung noch miteinander auf ein Bier gehen können."

ENNS (milo). Vizebürgermeister Deleja-Hotko ist Ennser durch und durch. Der 52-Jährige wurde hier geboren und war immer in Enns wohnhaft. Mit seiner Frau ist er seit 23 Jahren verheiratet und gemeinsam haben sie einen 19-jährigen Sohn. Im Gespräch mit der BezirksRundschau (BRS) Enns verrät er mehr über sich und seine Pläne.

BRS: Seit wann sind Sie politisch aktiv?
Deleja-Hotko: Im zarten Alter von 15 Jahren habe ich bei der Gewerkschaftsjugend in Enns begonnen. Bin dann über verschiedene Jugendorganisationen 1991 zu einem Ersatzmandat im Gemeinderat Enns gekommen. Kurz darauf habe ich vom Ersatz zu den ,Aktiven' gewechselt. Bis 2017 war ich dann im Gemeinderat und 16 Jahre davon als Fraktionsobmann der SPÖ.

Zwei Jahre waren Sie also jetzt nicht im Gemeinderat?
Durch ein großes berufliches Projekt war ich eineinhalb Jahre wieder im Ersatz-Gemeinderat. Jetzt freue ich mich wieder aktiv sein zu dürfen.

Was ist ihr Hauptberuf?
Ich arbeite beim Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB). Bin dort zuständig für Projekte für langzeitarbeitslose Menschen über 55 Jahren. In meiner kurzen aktiven ,Gemeinderatspause' habe ich zum Beispiel an der „Aktion 20.000" gearbeitet, die leider schnell wieder eingedämmt wurde.

Haben Sie auch Hobbys?
Ich verbringe viel Zeit mit meiner Frau, lese gern und die restliche Zeit verbringe ich auf zwei Rädern, allerdings auf motorisierten zwei Rädern – bin begeisterter Motorradfahrer. Ich gehöre einem großen Motorradclub an und fahre im Jahr zwischen 7 und 8.000 Kilometer. Nur fürchte ich, dass dieses Hobby in nächster Zeit wieder kürzer kommen wird.

Was sind Ihnen als neuer „Vize" besondere Anliegen?
Als Finanz-, Jugend- und Sportreferent habe ich sehr große Themengebiete geerbt. Mein klares Ziel ist es, die Finanzen der Stadt soweit im Griff zu haben, dass wir uns alle diese Projekte, die wir uns in Zukunft leisten möchten – wie Volksschule, Kinderhaus, neues Feuerwehrhaus und Straßensanierungen – finanzieren können. Das wird eine große Herausforderung, da es dabei um Millionen geht. 

Zum Thema Jugend: Waren Sie beim ersten Jugendstammtisch in Enns dabei?
Ja, ich war dabei. Von 1986 bis 1988 war ich Leiter im Jugendzentrum Enns. Mir sind auch Proteste nicht fremd. Dass Jugendliche etwas fordern und dafür auf die Straße gehen ist wichtig. Ich denke mir, wenn wir in unserer Jugend nicht etwas gefordert hätten, hätten wir auch nichts erreicht – ich sehe diese Bewegungen positiv. Meine Aufgabe als Jugendreferent sehe ich nun darin, die Rahmenbedingungen zu schaffen und den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich einzubringen und auch mitarbeiten zu können. Ich möchte die Jugendlichen in nächster Zeit einladen, bei einer Jugendausschuss-Sitzung dabei zu sein, um in Kontakt zu bleiben. Nur wenn sie uns erzählen was sie wollen, wissen wir es. Die Vorstellungen könnten sonst auseinander gehen.

Was werden Sie sich von Ihrem Vorgänger mitnehmen?
Es sind derzeit Projekte offen, wie die Pump-Track-Bahn, in die ich mich erst einarbeiten muss. In der Finanzpolitik möchte ich seinen Kurs weiterverfolgen. Wir sollen bei den Finanzen Herr im eigenen Haus bleiben. Nur wenn wir keine ,Abgangsgemeinde' sind, können wir auch bestimmen, was wir mit unserem Geld machen.

Wird sich durch das Ergebnis der Nationalratswahlen etwas an der Gemeindepolitik in Enns verändern?
Ich glaube nicht, weil sich Kommunal- und Bundespolitik grundlegend unterscheiden. Im Gemeinderat haben wir ein sehr gutes Gesprächsklima. Natürlich gibt es zwischen den Parteien unterschiedliche Zugänge zu Themen, aber diese diskutieren wir uns immer aus. Wir dürfen über alles diskutieren, es darf nur nie ins Persönliche rutschen. Ich habe es immer so formuliert: Wir müssen nach der Sitzung noch miteinander auf ein Bier gehen können.

Christian Deleja-Hotko am Stadtplatz in Enns.
Neuer Erster Vizebürgermeister von Enns: Christian Deleja-Hotko.
Autor:

Michael Losbichler aus Enns

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