Vielseitigkeitsreiterin Lea Siegl aus Tokio
"Top-20-Ergebnis wäre echt cool"

Lea Siegl und DSP Fighting Line fühlen sich sichtlich wohl im Pferdesportpark Baji Koen bei den Olympischen Spielen in Tokio. Mit dabei ist auch Leas Vater und Trainer Harald Siegl, der selbst 2004 bei den Olympischen Spielen  in Athen am Start war.
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  • Lea Siegl und DSP Fighting Line fühlen sich sichtlich wohl im Pferdesportpark Baji Koen bei den Olympischen Spielen in Tokio. Mit dabei ist auch Leas Vater und Trainer Harald Siegl, der selbst 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen am Start war.
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Vor wenigen Tagen sind Lea Siegl und ihr Pferd "DSP Fighting Line" in Tokio angekommen. Von dort berichtet die 22-Jährige der BezirksRundschau über ihre ersten Olympischen Spiele, die so eigentlich gar nicht geplant waren, bei denen jedoch alles möglich ist. 

HARGELSBERG, TOKIO. "Die Reise nach Tokio war gut, unser Flug und auch der der Pferde war super, sie waren total entspannt", berichtet die Hargelsbergerin Lea Siegl, die vor wenigen Tagen zu den Olympischen Sommerspielen nach Tokio gereist ist. Für ihr Pferd "DSP Fighting Line", zuhause nur "Fighty" genannt, war es der erste Flug. Der 14-jährige Fuchswallach und das Team-Siegl haben sich gut eingewöhnt. 

"Wir sind erst nach den Pferden angekommen. Die Dressurreiter haben unsere Pferde empfangen und alles vorbereitet. Wir fühlen uns sehr wohl. Die Anlage ist beeindruckend, die Boxen sind riesig, alles ist klimatisiert. Fighty frisst und trinkt von Anfang an super, obwohl das Wasser viel Chlor enthält. Er hat die Reise echt super weggesteckt" 

freut sich die jüngste Teilnehmerin in der Vielseitigkeit bei diesen Spielen. Zuvor waren sie zur Vorbereitung in Aachen. Auch dort lief alles nach Plan. Derzeit besteht das Team Siegl aus Lea, Vater und Trainer Harald Siegl und Pflegerin Julia Öhner, die für die Siegls seit vielen Jahren zur Familie gehört. Kommende Woche werden noch Equipe-Chef Thomas Tesch und Tierarzt Matthias Baumann anreisen, bevor es am Donnerstag, 29. Juli, ernst wird für Lea und Fighty. Dann steht der erste Vet-Check am Programm. 

Lea Siegl und DSP Fighting Line nach getrennter Anreise nach Tokio endlich wieder vereint. Beide hatten eine unkomplizierte Anreise.
  • Lea Siegl und DSP Fighting Line nach getrennter Anreise nach Tokio endlich wieder vereint. Beide hatten eine unkomplizierte Anreise.
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Strenger Zeitplan bei umstrittenen Spielen

Die Reiter wohnen nicht wie die anderen Athleten im olympischen Dorf, sondern nahe der Stallungen und dem Pferdesportpark Baji Koen. 

"Wir werden morgens vom Hotel zu den Stallungen gebracht und abends wieder abgeholt. Vormittag ist es heißer und schwüler als nachmittags, deshalb trainieren wir meist am Nachmittag. Von 11 bis 15 Uhr haben die Pferde Mittagsruhe, da müssen alle im Stall sein. Ansonsten gehen wir viel grasen und spazieren. Zum Glück sind derzeit viele Österreicher da, da wird es nicht so fad"

berichtet Siegl. Sightseeing oder das Zuschauen bei anderen Wettbewerben ist heuer aufgrund der Coronakrise nicht möglich. Am 23. Juli waren die österreichischen Reitsportler bei der großen, offiziellen Eröffnungsfeier. Julia Öhner und Harald Siegl mussten diese im Fernsehen verfolgen.

Lea Siegl (links) und Katrin Khoddam-Hazrati vertreten Österreich bei bei den Olympischen Spielen in der Vielseitigkeit.
  • Lea Siegl (links) und Katrin Khoddam-Hazrati vertreten Österreich bei bei den Olympischen Spielen in der Vielseitigkeit.
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Shooting-Star des Vielseitigkeitssports

Es sind die ersten Olympischen Spiele für die Heeressportlerin, die nebenbei noch Geschichte sowie Philosophie und Psychologie auf Lehramt studiert. "Ich wollte schon immer zu den Olympischen Spielen und es meinem Papa gleichtun, der 2004 in Athen mit dem Team am Start war", berichtet Siegl. "Tokio war jedoch eigentlich gar nicht geplant, sondern die Spiele in drei Jahren in Paris." In den vergangenen Jahren hat sich Siegl kontinuierlich in die Weltspitze geritten. 2019 feierte sie ihren ersten Sieg in einer 4*-Prüfung im polnischen Strezegom, holte Bronze bei der Ländlichen Europameisterschaft im deutschen Westerstede und stand bereits zwei Mal am Podest mit dem mehrfachen Olympiasieger, Welt- und Europameister Michael Jung. Zuletzt im Mai im deutschen Marbach. Siegl: 

„Der erste Vierstern-Sieg in Polen war besonders, aber auch der dritte Platz heuer in Marbach, da waren extrem viele Starter und alle guten Leute mit ihren besten Pferden. Dass ich jetzt schon mehrmals neben Michael Jung bei der Siegerehrung stehen durfte, damit habe ich nicht gerechnet. Der ist ja eigentlich unschlagbar!“

Lea Siegl und "DSP Fighting Line" schafften in den vergangenen Jahren den Sprung in die absolute Weltspitze der Vielseitigkeit.
  • Lea Siegl und "DSP Fighting Line" schafften in den vergangenen Jahren den Sprung in die absolute Weltspitze der Vielseitigkeit.
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Drei Pferde für Tokio qualifiziert

2019 kam die erfreuliche und zugleich völlig überraschende Nachricht, dass Siegl für Österreich einen von nur insgesamt 15 Einzelstartplätzen erritten hatte. "Als mir mein Papa die Neuigkeiten erzählte, konnte ich es kaum glauben", sagt Siegl, die ihr erstes Pony mit drei Jahren bekam. Zu dem Zeitpunkt hatte sie sich außerdem noch gar nicht für die Spiele qualifiziert. "Für mich war die Verschiebung der Spiele von 2020 auf 2021 aufgrund der Covid-19-Pandemie ein echter Vorteil, denn so hatte ich genug Zeit, um die Quali zu erreiten und weitere Erfahrungen zu sammeln", sagt Siegl, die dann die Riesensensation schaffte und gleich alle drei ihrer selbst ausgebildeten Championatspferde – Fighting Line, Van Helsing und Cupido – für die Spiele qualifizierte. Eine unglaubliche Leistung, drei Pferde zur selben Zeit auf so einem Niveau zu haben und zu halten. "Es ist ein Glück für mich, dass ich als Heeressportlerin jetzt Zeit zum Trainieren hab", betont Siegl. 

"Galoppiermaschine" Fighty klarer Favorit

Die Entscheidung, wer die Reise mit der talentierten Reiterin nach Tokio antritt, fiel dann doch relativ klar auf Fighting Line, auch wenn der Wallach in der Vergangenheit und zu ihren Anfangen im internationalen Vielseitigkeitssport ziemlich schwierig und "guckig" war. Lea reitet den Wallach seit 2015. Über die Jahre sind sie ein eingespieltes Team geworden, das sich gegenseitig blind vertraut, worauf es in der Vielseitigkeit nun mal besonders ankommt. Er bringt auch die meiste Erfahrung bei internationalen Prüfungen mit. Darüber hinaus ist der blutgeprägte Wallach nach dem Geländetag immer top fit und motiviert, galoppiert super leicht, was auf der anspruchsvollen Geländestrecke und bei den klimatischen Bedingungen sicher von Vorteil ist. 

"Werde mein bestes versuchen"

Siegl weiß, im Vielseitigkeitssport und gerade bei Olympischen Spielen ist alles möglich, in beide Richtungen. Ganz nach dem Olympischen Gedanken ist Siegl in erster Linie froh, dabei sein zu dürfen und die Atmosphäre erleben zu können, auch wenn diese Spiele anders sind als alle anderen. Auch Harald Siegl ist enorm stolz auf seine Tochter, die sich bescheidene Ziele setzt: "Ich werde das beste versuchen und hoffe, dass es klappt, mein und unser Können abzurufen. Ob ich einfach so locker drauf losreiten kann wie in Marbach, wir werden sehen. Eine Top-20-Platzierung wäre in jedem Fall sehr cool."

TV-Zeiten der Vielseitigkeit in Tokio 

Donnerstag, 29.07.2021 | ab 09:30 Uhr (02:30 Uhr) | 1. Vet Check
Freitag, 30.07.2021 | ab 08:30 Uhr (01:30 Uhr) | Dressur Teil 1
Freitag, 30.07.2021 | ab 17:30 Uhr (10:30 Uhr) | Dressur Teil 2
Samstag, 31.07.2021 | ab 08:30 Uhr (01:30 Uhr) | Dressur Teil 3
Sonntag, 1.08.2021 | ab 07:45 Uhr (00:45 Uhr) | Gelände
Montag, 2.08.2021 | ab 09:30 Uhr (02:30 Uhr) | 2. Vet Check
Montag, 2.08.2021 | ab 17:00 Uhr (10:00 Uhr) | Springen (Finale Team)
Montag, 2.08.2021 | ab 20:45 Uhr (13:45 Uhr) | Springen (Finale Einzel)

ORF, ORF Sport+, ARD, ZDF und Eurosport bieten zahlreiche Live-Übertragungen. Nähere Infos auch auf der Facebook-Seite von Eventing Austria. Neben Siegl konnte auch die gebürtige Kärntnerin und Wahlsteirerin Katrin Khoddam-Hazrati mit Ausnahmestute Cosma kurz vor den Spielen noch ein Einzelticket lösen. Zudem sind drei Dressurreiter für Österreich nach Tokio gereist. Das österreichische Dressurteam ist jedoch kurz vor dem Teambewerb geplatzt: Oberösterreicherin Victoria Max-Theuer musste aufgrund eines eitrigen Backenzahns von Wallach Abbelegen zurückziehen.

Lea Siegl im Portrait

Hargelsberger Reiterin auf dem Weg zu olympischen Spielen


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