Ruhestand
"Mein Traumberuf als Kind war Lokomotivführer"

Karl Steininger, Leiter des AMS Traun, geht mit Jahresende in Pension.
  • Karl Steininger, Leiter des AMS Traun, geht mit Jahresende in Pension.
  • Foto: Roland Pelzl/AMS
  • hochgeladen von Ulrike Plank

REGION (up). Mit Jahresende geht Karl Steininger nach 35 Jahren beim Arbeitsmarktservice, davon 15 Jahre als Leiter des AMS Traun, in Pension. Die BezirksRundschau hat den 66-jährigen Sozialwirt aus Leonding, der gerne Radtouren unternimmt, wandert und Französisch lernt, zum Abschiedsinterview gebeten.

Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind und wie sind Sie dann zum AMS gekommen?
Steininger: Mein größter Traum war zunächst Lokomotivführer und Erfinder von neuen Antriebssystemen. Während meiner Tätigkeit bei der Firma Plasser & Theurer/Bahnbaumaschinen absolvierte ich das Gymnasium für Berufstätige und ein Inserat führte mich erfolgreich zum damaligen Arbeitsamt.

Welche Höhepunkte gab es in Ihrer Berufslaufbahn?

Bahnbaumaschinen und Metallbearbeitung war für mich der Inbegriff des „Machens“ und Schaffens. Die anschließende Tätigkeit als Berater beim AMS lehrte mich die Vielseitigkeit von Lebensentwürfen, Illusionen, Sorgen und Nöten. Nach einer Lehrzeit als Führungskraft beim AMS Linz kam 2002 genau mein Auftrag, die AMS-Ausgliederung des Bezirkes Linz-Land aus dem Verband Linz, Urfahr und Umgebung, Linz-Land. Innerhalb von zehn Jahren ist es gelungen, drei Standorte auf einen in Traun zusammen zu führen. Der Höhepunkt war dann sicher der gelungen Neubau und die Eröffnung im September 2017.

Was hat sich über die Jahre verändert?
Das Tempo für Entscheidungen hat sich drastisch erhöht. Der Zeitraum für Planung, Umsetzung und Korrektur ist stark verkürzt und Fehler haben sofort Konsequenzen. Die Dynamik am Arbeitsmarkt hat sehr stark zugenommen. Mehr Menschen werden schneller arbeitslos und kommen auch wieder in eine neue Beschäftigung. Bei Bewerbungen sind Lebensläufe und Berufsbiografien heute viel knackiger und aussagekräftiger. Wer die Codes nicht kennt, bleibt übrig.

Gibt es Entwicklungen, die Ihnen Sorge bereiten?
Das hohe Tempo bei Entscheidungen bringt zunehmend auch eine Kultur des Wegschauens. Das darf nicht verwechselt werden mit notwendigen Korrekturen, die zweifelsohne erforderlich sind. Unsere Gesellschaft lebt aber vom inneren Zusammenhalt, der meines Erachtens abnimmt. Gegensätze treten stärker in Erscheinung. Andererseits entstehen so aber auch neue interessante Entwicklungen.

Welchen Tipp können Sie Ihrer Nachfolgerin Michaela Billinger geben beziehungsweise welcher Rat hätte Ihnen zu Beginn geholfen?
Beziehungen und Netzwerke sind das Wichtigste, um etwas bewegen zu können. Stete Anpassung von Organisationen an geänderte Aufträge und Bedürfnislagen sind ein Grundprinzip für Erfolg. Mut für Innovation schließt auch Misserfolg ein. Nur wer etwas ausprobiert hat, macht lohnende Erfahrungen. 

Heute weiß ich, dass bei wünschenswerten Veränderungen viel mehr geht als zunächst angenommen. Das übliche Beharrungsvermögen durch klare Vorstellungen zu überwinden ist eine hohe Kunst. Entscheidend dabei ist die Perspektive am Ende des Tages. Diese muss es für alle Beteiligten geben.

Welche Pläne haben Sie für die Pension?
Aktiv und in Bewegung bleiben, sowohl sportlich als auch geistig.

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Karl Steininger: Beruflicher Werdegang
seit März 2003 Leiter des AMS Traun
1995 bis 2002 stellvertretender Leiter AMS Linz
1991 bis 1995 Abteilungsleiter Förderung, Budget und Controlling
1983 bis 1991 Berater für Jugendliche, Erwachsene und Rehabilitation
1973 bis 1982 Plasser & Theurer Bahnbaumaschinen, mechanische Fertigung

Autor:

Ulrike Plank aus Perg

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