03.09.2014, 08:53 Uhr

"Die Tradition Pferd wird nicht fortgeführt"

Die 1400 Quadratmeter große Reithalle mit dem hölzernen Dachgebälk ist denkmalgeschützt.

Geschäfte, Büros und Gastronomie werden in Zukunft in der k.u.k. Winterreitschule untergebracht

ENNS (cd). Die k.u.k. Winterreitschule wechselt nach monatelangen Verhandlungen den Besitzer. Anfang August kaufte RLV Projektentwicklung das historische Gebäude von FLP, einer Eigentümergesellschaft der Familie Freinschlag. Zwei Millionen Euro will RLV in das denkmalgeschützte Gebäude investieren. Zwei Geschäfte, Büros, Gastronomie und Lagerflächen sind auf dem 13.000 Quadratmeter großen Areal geplant. Derzeit laufen die Verhandlungen zwischen RLV und potenziellen Mietern. "Es gibt Interessenten, aber es wurde noch kein Mietvertrag unterschrieben", sagt Rudolf Mayr, Geschäftsführer von RLV Immobilien. Das Aussehen der Reitschule wird sich, laut RLV, nicht ändern. "Die Bausubstanz darf nicht angegriffen werden und die Decke muss erhalten bleiben", sagt Klaus Kohout vom Bundesdenkmalschutzamt. Das hölzerne Dachgebälk in der Reithalle überspannt stützenfrei eine Fläche von 1400 Quadratmetern und ist in Österreich einzigartig. Mayr erwartet, dass die Umwidmung durch die Gemeinde Ende September erfolgt. Im November soll der Umbau beginnen. Die Eröffnung ist im Sommer 2015 geplant.


Aus für Reitschule

"Die Tradition Pferd wird nicht weitergeführt", sagt Sonja Freinschlag. Der Reitbetrieb wurde eingestellt. "Das ist sehr schade, vor allem die Umwidmung", sagt Engelbert Haindrich von den Dragonern,"Die Familie Freinschlag hat viel für die k. u k. Winterreitschule getan". Mit Anfang September musste nun für die Pferde ein anderer Einstellplatz gefunden werden. "Die Pferde sind gut untergebracht, Platz vor Preis", sagt Freinschlag. Die 1857 eröffnete k.u.k. Reitschule war damals die einzige Kavallerieschule der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Nach dem Ende der Monarchie verfiel die Reitschule. Familie Freinschlag kaufte die Anlage 2001 und renovierte sie. Die Dragoner konnten nach 100 Jahren Unterbrechung ihre angestammte Reitschule wieder zu festlichen Anlässen nutzen. Unter dem Motto "Tradition neu erleben" führte der Reitclub K&K Eskadron die Hohe Schule fort. Auch Nischensport wie das Reiten im Damensattel wurde angeboten. K&K Szene nutzte die Reithalle für Veranstaltungen in den Bereichen Sport, Kultur und Kunst. Zu dem Besitzerwechsel der Reithalle und den damit einhergehenden Veränderungen sagt Bürgermeister Franz Stefan Karlinger: "Die Reithalle ist in Privatbesitz. Die Gemeinde hat rechtlich keinen Einfluss darauf, an wen verkauft wird."
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