03.07.2013, 20:00 Uhr

Enns und sein Turmzimmer als internationales Vorzeigebeispiel

ENNS. "Da haben Sie heute ein ganz schönes Training, Herr Architekt", meint eine Besucherin. Am "Cittàslow"-Geburtstag, gleichzeitig Tag der offenen Tür des Stadtamts, führt der Ennser Architekt Christoph Haas mehrmals Interessierte persönlich in das von ihm gestaltete Pixelzimmer im Stadtturm. Nach dem Überwinden von 71 steilen Steinstufen steht man keuchend und beeindruckt in dem ebenso modern wie gemütlich wirkenden Raum, den Türmerin Klara Höllmüller bis zum Jahr 2005 bewohnte. Seit heuer ist er eines der originellsten Hotelzimmer Österreichs. "Wir haben im Schnitt 23-25 Übernachtungen pro Monat, maximal bis zu 28", zieht Architekt Haas eine erste erfolgreiche Bilanz über das vom Verein "Herren zu Ens" initiierte Projekt. "Das Pixelzimmer verkörpert einen der wichtigsten Cittàslow-Gedanken: Denkmalgeschützte Gebäude mit Leben zu erfüllen, nicht als Museum zu konservieren", erklärt Gaby Pils, Chefin der TSE, der Tourismus & Stadtmarketing Enns GmbH. Vor wenigen Tagen ist sie von einer großen Cittàslow-Konferenz im türkischen Seferihisar zurückgekehrt, wo sie das Pixelzimmer im Turm als Best-Practice-Beispiel vorstellte. "Ausgehend von der Ennser Präsentation entstand ein dreitägiger Workshop, wie man in vom Verfall bedrohten Häusern in Seferihisar ebenfalls Pixelzimmer einrichten könnte", erzählt Pils. In Italien sollen Pixelhotels in alten Straßenmeisterei-Häuschen entstehen, ebenso in holländischen und deutschen Kanalwärterhäuschen. In all diesen Fällen dient das Ennser Turmzimmer als Vorzeigeprojekt.

Modernster "QR-Coach"

In Enns selbst ist der Cittàslow-Gedanke, so die Verantwortlichen, auch abseits des Pixelzimmers in den Köpfen der Bewohner angekommen. "Das Cittàslow-Baby hat dank der Ideen und der Umsetzung durch die Ennser Bevölkerung laufen gelernt", resümiert Bürgermeister Stefan Karlinger, seines Zeichens auch Vizepräsident der internationalen Cittàslow-Bewegung. Dass moderne Technologie kein Widerspruch zur Cittàslow ist, beweist ein neues Ennser Projekt: An Straßen und Radwegen wurden neue Cittàslow-Hinweisschilder mit einem strichcodeartigen "QR-Coach" montiert. Ein Smartphone, das diesen QR-Coach "anvisiert", verbindet sich automatisch mit der neuen Mobilversion der Cittàslow-Homepage und informiert sogleich über Sehenswürdigkeiten, Unterkünfte und sonstige Vorzüge der ältesten Stadt Österreichs.
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