14.09.2014, 15:52 Uhr

Ennser Wasser: Grenzwerte schon unterschritten

Kristallklares und sauberes Wasser ist eines der höchsten materiellen Güter.
ENNS (afl). Im März 2009 kam der Schock: Die Grenzwerte des Pflanzenschutzmittels Bentazon im Ennser Trinkwasser wurden um das Dreifache überschritten. Die Folge: Das Ennser Wasser konnte nicht mehr verwendet werden, die Versorgung musste sofort auf Linzer Trinkwasser umgestellt werden. Mit katastrophalen finanziellen Konsequenzen: "Das Linzer Wasser mussten wir ganz normal einkaufen, das belastet die Gemeinde mit etwa 400.000 Euro pro Jahr", so Bürgermeister Franz Stefan Karlinger.

Landwirt verurteilt
Was ist mittlerweile passiert? Der Plan der Gemeinde, sich per Regress von den Verursachern Geld zurückzuholen, ging zumindest zum Teil auf. Im Sommer 2010 kam es zur Verurteilung eines Landwirtes, dem unsachgemäße Verwendung des Mittels nachgewiesen werden konnte.
"Mit der Verurteilung sind finanziell ungefähr zweieinhalb Jahre der Abhängigkeit vom Linzer Wasser gedeckt", erklärt Karlinger. "Jetzt ist aber nichts mehr zu holen - den Rest muss die Gemeinde wohl oder übel selber tragen."

2014: Immer noch 30% Linzer Wasser
Auch 2014, immerhin mehr als fünf Jahre später, muss dem Ennser Trinkwasser immer noch 30% Anteil aus Linz beigemischt werden. Ob das allerdings gerechtfertigt ist, bezweifelt Karlinger. "Das Ennser Wasser wird offenbar ganz genau angeschaut. Natürlich dauert es sehr lange, bis Bentazon abgebaut wird, doch unsere Werte liegen schon jetzt unter den Grenzwerten", sagt der Bürgermeister.
Mit diesem Anliegen wird es auch in Kürze einen Termin mit dem zuständigen Landesrat Rudi Anschober geben, dessen Ergebnis hoffentlich lautet: Die Ennser Bevölkerung wird wieder mit reinem Ennser Trinkwasser versorgt.
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