29.03.2017, 12:44 Uhr

"Es gibt keinen Alltag"

ENNS. Seit einem Jahr engagiert sich Eva Aichinger in Enns in der Flüchtlingshilfe. Derzeit versorgt sie in Kristein 37 Personen. Davon sind 31 Männer zwischen 18 und 45 Jahren. Im einem Nebengebäude wohnen zwei afghanische Familien, ein Mädchen besucht den Kindergarten. „Es gibt keinen Alltag für mich bei der Hilfe der Flüchtlinge, es ist sehr kräftezehrend“, sagt die 57-Jährige. Während der Flüchtlingskrise im Sommer 2015 hat sie sich gedacht: „Da muss ich was machen.“

Jeden Morgen kommen die Männer mit ihren kleinen und größeren Problemen zu ihr. „Man muss sie zu Selbstständigkeit erziehen, ansonsten wird man überrannt“, sagt Aichinger. Mit ihrer resoluten Art hat sie sich bei den Asylwerbern Respekt verschafft. „Man darf die Probleme auch nicht persönlich nehmen, ansonsten frisst es einen auf.“ Wenn sie aber jemandem wirklich aus der Misere helfen kann, dann freut sie das natürlich. "Dann weiß man, warum man das alles macht.“ Derzeit leben neben den Afghanen Somalier und Iraker betreut in Enns. Bis zu 46 Personen gleichzeitig hat Aichinger im Laufe des Jahres bereits versorgt. Darunter waren Syrer, die relativ schnell einen positiven Asylstatus bekommen haben. Der große Rest wartet: auf ein Interview bei der Asylbehörde, darauf, wie es für sie überhaupt weitergeht in Österreich. „Für die Männer ist die Warterei das Schlimmste, sie dürfen ja nicht arbeiten“, sagt Aichinger. Das zermürbe natürlich.

Die 57-Jährige wünscht sich, dass mehr Freiwillige mithelfen. Wie Edeltraud Holzleitner, die ehemalige Ennser Volksschuldirektorin, die regelmäßig mit den Geflüchteten Deutsch lernt. Mit dem türkischen Kulturverein Atib, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Unterkünften seine Heimat hat, arbeitet Aichinger eng zusammen. Am Anfang ihrer Tätigkeit bekam sie viele Kleiderspenden. „Jetzt bräuchten wir Möbel“, sagt Aichinger.

Florian

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