16.10.2014, 10:47 Uhr

Gemeinden setzen auf Bürgerkarte

(Foto: contrastwerkstatt - Fotolia)

Obwohl viele Amtswege bereits online erledigt werden können, nutzen nur wenige den Service.

REGION (cd). "Derzeit wird die Bürgerkarte noch kaum genutzt, um zu unterschreiben", sagt Michael David, Gemeindebediensteter und zuständig für den Online-Auftritt der Gemeinde St. Valentin. Auf der Seite "amtswege.gv.at" können bereits zahlreiche Amtswege, wie zum Beispiel Förderanträge, Anträge für Baubewilligungen oder die Anmeldung von Hunden und Veranstaltungen, online erledigt werden. Unterschrieben wird mit Handy-Signatur oder einer E-Card, auf der die Bürgerkartenfunktion aktiviert wurde. Laut David wissen viele Menschen noch nicht von dieser Möglichkeit und daher wird der konventionelle Weg gewählt.
Ungefähr 13.000 Besucher nutzten die Seite der Gemeinde St. Valentin im September. Der Online-Auftritt kostet, laut David, 100 Euro im Jahr. "Es hat viele Vorteile, die Webseite selber zu machen, wenn man es kann. Es ist billiger und man kann sie gestalten, wie man möchte." Besonders stolz ist David auf das Forum der Gemeindewebseite, wo zum Beispiel Anfragen an die Bürgermeisterin Kerstin Suchan-Mayr gestellt werden können.


RiS-Kommunal bei Gemeinden beliebtes "Content-Management-System"

Die Webseite der Stadt Enns läuft über das Content-Management-System RiS-Kommunal für Städte und Gemeinden. Nach dem Baukastensystem können damit ganz einfach Webseiten erstellt werden. "Die RiS stellt den Rahmen und den Speicherplatz für die Seite zur Verfügung", nennt Marietta Tsoukalas, zuständig für den Online-Auftritt der Gemeinde Enns, die Vorteile des Homepage-Systems. Der Online-Auftritt der Gemeinde kostet, laut Sabine Kepplinger, Leiterin Rechnungswesen der Gemeinde Enns, ungefähr 2000 Euro im Jahr. Die Betreuung der Webseite übernehmen Gemeindebedienstete. "In den letzten 24 Stunden waren ungefähr 288 Besucher auf der Seite", sagt Tsoukalas. Besonders beliebt sind die Neuigkeiten, der Veranstaltungskalender und die Fotogalerie. Gemeinden, die ihren Online-Auftritt über RiS-Kommunal gestalten, sind auch in der mobilen App "Gem2Go" vertreten. Damit kann man unterwegs die Gemeindezeitung lesen, sich über aktuelle Termine informieren, ein Restaurant in der Nähe finden oder Anfragen an die Gemeinde stellen.


Asten geht eigene Wege

Die Gemeinde Asten wird Ende 2014 nicht mehr bei "Gem2Go" zu finden sein, da die Webseite dann in Eigenregie gestaltet und verwaltet wird. Den Schritt weg von RiS-Kommunal erklärt Silvana Breuer, Verwaltungsassistentin der Gemeinde Asten: "Wir sind eine junge Gemeinde und daher wollen wir unsere Homepage übersichtlicher und moderner gestalten. In Eigenregie haben wir mehr Möglichkeiten". Auch in Asten werde die Handysignatur angeboten, aber noch kaum genutzt. Mit der neuen Homepage könnte sich das ändern. Es ist zum Beispiel ein E-Formular-Service geplant. Dann können viele Amtswege rund um die Uhr erledigt werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.