17.11.2016, 15:49 Uhr

Mit der Ennser Polizei auf Streife

Mit den bekannten Worten "Führerschein und Zulassung bitte" kontrollierten zwei Polizisten die vorbeifahrenden Lenker.

Die BezirksRundschau begleitete Beamte der Polizeiinspektion Enns bei ihrer Arbeit.

ENNS (km). Es ist Freitag Abend, 19.10 Uhr genauer gesagt. Für die Polizisten der Diensstelle Enns hat soeben eine neue Schicht begonnen. Der erste Einsatz lässt nicht auf sich warten. Übers Telefon meldet eine Augenzeugin im Bereich des Mc Donalds ein verdächtig aussehendes Fahrzeug. Zwei Streifen machen sich umgehend auf den Weg. Das verdächtige Fahrzeug, ein weißer Bus mit rumänischem Kennzeichen, ist allerdings beim Eintreffen der Polizisten bereits verschwunden. "Meist sind es unspektakuläre Meldungen. Dennoch sind für uns solche Sachen wichtig. Oft kommen dabei Zusammenhänge mit Straftaten auf", informiert Dienststellenleiter Gernot Aschauer. "Sobald sich jemand wie in diesem Fall bedroht fühlt, kann er uns kontaktieren." Über Funk meldet sich nun die andere Streife. Ein Bus, der auf die Beschreibung passt, steht am Merkur-Parkplatz. Unverzüglich machen sich die Beamten auf den Weg. Kurze Zeit später die Entwarnung. Die Kennzeichen stimmen nicht überein.

Während die eine Streife zur Sicherheit den weißen Bus kontrolliert, dreht die Zivilstreife eine Runde durchs verschlafene Enns. "Die Einbruchszeiten haben sich in den vergangenen Jahren verschoben", erklärt Aschauer. Mittlerweile sei die Hochsaison für Einbrüche nicht mehr in den Abendstunden in den Herbstmonaten. Wahrscheinlich durch die verstärkten Maßnahmen gegen Dämmerungseinbrüche, vermuten die Beamten. "Auch vormittags kommt es nun verstärkt zu Vorfällen. Daher werden die Siedlungsgebiete jeden Tag verstärkt bestreift."

Mit Blaulicht zum Einbruchsalarm

Ein Funkspruch unterbricht die Kontrollrunde. Bei einem Möbelhaus in Asten wurde Alarm ausgelöst. Mit mehr als 100 Stundenkilometern und Blaulichtgewitter rast der zivile Streifenwagen durch die Ortsgebiete. Vier zusätzliche Streifen rücken zum Einsatz aus. Bei der Ankunft der Zivilstreife sind bereits uniformierte Kollegen auf der Rückseite des Gebäudes. Sie warten auf den Sicherheitsbeauftragten der Firma. Dort wurde laut Bewegungsmelder der Alarm ausgelöst. Warten heißt es auch am Vordereingang. Die Beamten beobachten aufmerksam das Gebäude, die Notausgänge und die Umgebung. Die Minuten verstreichen. "Meist handelt es sich um Fehlalarme, aber man weiß ja nie." Nach 20 Minuten kommt endlich die Entwarnung – eine Spinne hatte den Bewegungsmelder aktiviert.

Kaum zurück im warmen Auto, schon geht es zum nächsten Einsatz. Die "besondere Verkehrskontrolle" (BVK) steht an. "Jede Nacht werden im Zuge der BVK Fahrzeuge angehalten und die Lenker kontrolliert", erklären die Beamten. "Lenker- und Fahrzeugkontrolle. Führerschein und Zulassung bitte", heißt es keine zehn Minuten später. Am laufenden Band werden Autofahrer von den Polizisten aus dem Verkehr gewunken und auf Höhe des Autohauses Oellinger genauestens inspiziert. Dieses Mal sind keine schwarzen Schafe unter den Lenkern.

Zurück in der Dienststelle besprechen die Beamten das weitere Vorgehen. Um 22.10 Uhr geht es wieder zurück in den Streifenwagen. "Wir wissen vor Schichtbeginn nie, was uns erwartet", erzählen die Polizisten. Auch das mache den Reiz der Polizeiarbeit aus. Kaum gesagt, fällt den Beamten ein Verkehrssünder ins Auge. "Führerschein und Zulassung bitte", heißt es erneut. "Wissen Sie, warum wir Sie angehalten haben?", fragt einer der Beamten, während der andere das Auto inspiziert. "Überfahren einer Sperrlinie." Nach einem kurzen Gespräch ist die Sache geklärt. Der Lenker ist einsichtig und zahlt seine Strafe gleich vor Ort.

Der Rest des Streifendienstes verläuft ruhig. Nur wenige Funksprüche im gesamten Bezirk Linz-Land. Mittlerweile ist es halb eins. Die Beamten drehen noch eine letzte Runde. Doch die Nacht bleibt ohne besondere Vorkommnisse. Frei nach dem Motto: Stille Nacht, alles schläft, einsam wacht – die Polizei.

Zur Polizeiarbeit

Zwei Jahre dauert in Österreich die Ausbildung zum Polizisten. Nach dieser Grundausbildung können sich die Beamten weiter spezialisieren.
Zum Sicherstellen der öffentlichen Ruhe und Ordnung gibt es – auch in der Region – die sogenannte Streifentätigkeit. Dabei kontrollieren die Polizisten ihr Einsatzgebiet nach Auffälligkeiten.
33 Polizisten sind derzeit laut Plan in Enns eingeteilt. Effektiv sind für Enns jedoch nur 29 Beamte im Einsatz.
Die Polizisten sind rund um die Uhr im Einsatz und arbeiten in zwölf-Stunden-Schichten.
Zum Einsatzgebiet der Polizeiinspektion Enns gehören die Gemeinden Asten, Enns, Hargelsberg und Kronstorf.

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