13.03.2017, 08:37 Uhr

"Möchte Bedürftigen helfen"

(Foto: privat)
ST. FLORIAN. Dass Fußballer Köpfchen haben, beweist Gabriel Schneider. Der 27-Jährige verbrachte im Vorjahr fünf Monate in Uganda, wo er in einem Waisenhaus mitgeholfen hat. Rechtzeitig zum Rückrundenstart der Regionalliga Mitte ist der 27-Jährige wieder bei Union St. Florian. "Mein Wunsch war es schon immer, Bedürftigen zu helfen", sagt Schneider. Nach Ostafrika begleitet hat ihn seine Freundin Elisabeth. "Wir waren im Nsambya Babies Home in der Hauptstadt Kampala. Dort sind Waisenkinder von null bis sechs Jahre. Ich habe unterrichtet, den Kindern Englisch beigebracht, meine Freundin hat sich um die Babys gekümmert, hat sie gefüttert." Schneider studiert neben seiner sportlichen Laufbahn Sport, Englisch und Geografie auf Lehramt: "So kann ich etwas weitergeben". Fremde Kulturen haben dem ehemaligen Profi der SV Ried immer schon interessiert. Reisen ist daher auch eines seiner Hobbys. In Afrika war er jedoch zuvor noch nie. "Man bereitet sich schon vor auf so ein Abenteuer", sagt Schneider. "Dennoch ist man dort erst einmal geschockt über die Lebensbedingungen." Mit seiner Freundin hat er zwar in einer "Gated Community" gewohnt, einem der etwas besseren Häuser. "Dennoch sind bei uns die Kakerlaken hereingekrochen. Auch fließendes Wasser hatten wir nicht immer."

Ans Herz gewachsen sind dem Fußballer und seiner Freundin ein Kind namens Pascal. "Am liebsten hätten wir ihn adoptiert. Das darf man aber erst, wenn man sich drei Jahre im Land aufhält", erklärt Schneider. So haben die beiden das aus ihrer Sicht nächstbeste gemacht: Sie haben für Pascal und seine Geschwister eine Pflegefamilie auf dem Land gesucht. Diese Familie, die selbst in ärmlichen Verhältnissen lebt und eine kleine Landwirtschaft betreibt, unterstützt Schneider nun.

Unterstützung erhielt er dabei von seinen Freunden bei Union St. Florian. "Es ist unglaublich, was die alles gemacht haben", erzählt Schneider. "Der ganze Verein hat etwas beigesteuert, von der Kampfmannschaft bis zum Nachwuchs. Die Profis haben schon vor meiner Abreise für das Projekt gesammelt. Die Nachwuchsspieler haben einen Teil ihrer Erlöse aus den Pickerlheften gespendet." Wichtig ist ihm, dass das Geld ankommt. Daher lässt er sich Fotos und Zeugnisse der Kinder schicken. Im Winter möchte er mit seiner Freundin noch einmal nach Uganda. Um auch andere zum Spenden zu motivieren und über das Projekt zu informieren, hat er die Homepage nsambyababieshome.wordpress.com gemacht.

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.