10.06.2016, 17:11 Uhr

Nachmittagsbetreuung sorgt in Enns für Ärger

Manche Eltern der Volksschule Enns seien mit der Abholzeit der Ganztagsbetreuung nicht einverstanden, so Lederhilger.

Elternverein der Volksschule Enns klagt über unfelxible Abholzeiten. Die Politik widerspricht.

ENNS (km). Vor zwei Jahren wurden die Ennser Volksschulen I und II zur gemeinsamen Ganztagsschule ummodelliert. Dies stößt Eltern aus Enns noch immer sauer auf. Dabei kritisieren die Erziehungsberechtigten primär die vorgegebene Abholzeit von 16 Uhr. Die Lage spitzt sich nun weiter zu, da der gemeindebetriebene Hort mit Ende des Schuljahres endgültig seinen Betrieb einstellt. "Bei uns in Enns haben sich mit der Reduktion des Hortangebotes die Anfragen bezüglich flexibler Abholzeiten gehäuft", erklärt Wolfgang Lederhilger, Obmann des Elternvereins der Volksschule Enns in einem Leserbrief an die BezirksRundschau (siehe Link). Eltern würden sich beschweren, dass ihre Kinder täglich bis 16 Uhr in der Schule bleiben müssten, obwohl die Schule bereits um 14.35 Uhr beendet wäre, so Lederhilger weiter. "An mich direkt gab es diesbezüglich noch keine Beschwerden", erklärt Daphne Brenner (FPÖ), Vizebürgermeisterin und Referentin für Bildung und Kinderbetreuungsangelegenheiten. "Wir bekommen für das Modell der Ganztagsbetreuung Förderung vom Land Oberösterreich. Aus diesem Grund sind wir auch an die Abholzeiten gebunden", so Brenner weiter. Die Form der Betreuung sei den Eltern vor Schuleintritt selbst überlassen. "Wir haben drei verschiedene Modelle", erklärt Brenner. "Eltern sind durch diese Möglichkeiten flexibel." Die Eltern haben die Wahl, ihr Kind entweder nach dem Unterricht abzuholen oder sich für die schulische Nachmittagsbetreuung zu entscheiden, sprich Vormittag Unterricht, Nachmittag Freizeit mit Hausübungsbetreuung. Die dritte Option ist die verschränkte Form, bei welcher sich Freizeit und Lernen abwechseln. "Die Betreuung erfolgt nach dem Vorbild der Ganztagsschule Perg, wo es bereits beste Erfahrungen mit diesem Modell gibt", sagt Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SPÖ). "Zielsetzung war und ist es, die Qualität der Bildung und Nachmittagsbetreuung am Standort Kirchenplatz zu verbessern. Somit wurde eine klare Angebotserweiterung geschaffen. Zudem müssen die Kinder keine gefährlichen Verkehrswege mehr benützen", spielt Karlinger auf die Schließung des Hortes an. Die Wahl der Betreuungsform liege vor Schuleintritt ausschließlich bei den Eltern, erklärt auch der Bürgermeister. Bei der Nachmittagsbetreuung und der verschränkten Form der Betreuung können Eltern ihre Kinder erst ab 16 Uhr abholen. "Die Abholzeit für die Kinder war in der Vergangenheit in der Regel ab 16 Uhr. Ausnahmen dazu hat die Hortleitung in begründeten Fällen genehmigt", so Karlinger. Die Abholzeit und die Ausnahmeregelung seien gleich geblieben. "Ziel dieser einheitlichen, gesetzlichen Regelung ist eine bestmögliche Planung des Nachmittages."

Weitere Leserbriefe sind hier zu finden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.