13.10.2017, 12:08 Uhr

Stadt Enns möchte Raser ausbremsen

Die Anrainer der Ennser Ortschaft Kottingrat kämpfen seit Jahren mit Lärmbelästigungen und Rasern. (Foto: BRS/Rockenschaub)

Die Stadtgemeinde Enns führte in der Ortschaft Kottingrat eine Verkehrserhebung durch. "Die Ergebnisse waren erschreckend", so Vizebürgermeister Manfred Voglsam.

ENNS (km). "Die derzeitige Situation in Kottingrat ist für uns Anrainer äußerst unzufriedenstellend. Über 70 Kilometer pro Stunde ist keine Seltenheit", so Daniel Amstler. Der Ennser wohnt mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter in Kottingrat. Viele Ennser würden dort die Geschwindigkeitsbegrenzung des Ortsgebietes nicht einhalten. "Auch Lkw fahren deutlich zu schnell und seit der Eröffnung der neuen B309 ist der Schwerverkehr signifikant gestiegen", so Amstler. Durch die zu hohen Geschwindigkeiten würde es bei den Ein- und Ausfahrten zu gefährlichen Situationen kommen. "Wir würden uns zur Verbesserung der Situation verkehrsberuhigende Maßnahmen, verstärkte Tempokontrollen oder idealerweise ein Radargerät wünschen", spricht Amstler den Wunsch vieler Anrainer aus. Auch eine Einschränkung des Schwerverkehrs sollte seiner Meinung nach in Erwägung gezogen werden.

Stadt möchte Fixradar

Um dem Wunsch der Kottingrater Anrainer zu entsprechen, stellte Vizebürgermeister Manfred Voglsam (VP) eine Woche einen Verkehrszählerkasten auf. "Die Ergebnisse waren erschreckend", berichtet der Stadtrat für Verkehr und Infrastruktur. Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 129 Stundenkilometern wurden während dieser Zeit gemessen. Erlaubt ist jedoch nur Tempo 50. "Wir haben daher ein Ansuchen an die Bezirkshauptmannschaft geschrieben." Voglsam fordert die Aufstellung von fixen Radarboxen bei beiden Ortseinfahrten. Unterstützt wird er dabei von Bürgermeister Franz Stefan Karlinger (SP). "Auf bestimmten Straßenzügen ist es notwendig, Geschwindigkeitsmessungen durchzuführen." Die Harrstraße sei eine davon. Aus seiner Sicht ist es wünschenswert, an solchen neuralgischen Punkten fixe Radarkästen aufzustellen. "Ich kann nur unterstützen, dass man dort rigoros die Geschwindigkeit messen sollte." Nachdem die Harrstraße keine Gemeindestraße ist, liegt die Entscheidung allerdings bei der Bezirkshauptmannschaft. "Für mich ist es vorstellbar, dass dort ein fixer Radarkasten aufgestellt wird. Aus meiner Sicht wäre das Problem damit weitgehend gelöst." Falls – aus welchen Gründen auch immer – das nicht möglich sein sollte, müsse die Gemeinde verstärkt mobile Radarkästen von der Bezirkshauptmannschaft anfordern und mit zusätzlichen Schildern darauf hinweisen.

Verstärkte Polizeikontrollen

"Vor Kurzem hat eine Verkehrsmessung im Ortsteil Kottingrat stattgefunden", bestätigte Bezirkshauptmann Manfred Hageneder. "Aufgrund dieser wurden bereits entsprechende Maßnahmen bei der Verkehrsbehörde angeordnet." Die Polizei werde in diesem Gebiet nun öfter kontrollieren. Ein Fixradar sei jedoch von Seiten der Bezirkshauptmannschaft nicht geplant. "Aus Erfahrung wissen wir, dass es bei einem Fixradar nur zu einer punktuellen Absenkung der Geschwindigkeit kommt", so Hageneder. Das Problem wäre damit nicht gelöst. Auch ein Fahrverbot für Lastkraftwägen ist laut Hageneder nicht angedacht. Die Harrstraße sei eine Landesstraße und müsse als solche allen zugänglich sein. "Wir werden uns aber natürlich berichten lassen, was bei den Verkehrskontrollen rauskommt", ergänzt Hageneder. Dementsprechend werde man auf die Ergebnisse reagieren.

Fakten zum Ortsteil Kottingrat

Die Ortschaft Kottingrat liegt direkt an der "Harrstraße". Derzeit fahren laut Bezirkshauptmannschaft Linz-Land täglich 2.000 Fahrzeuge auf dieser Landesstraße. Davon sind rund zehn Prozent Schwerverkehr wie Lastkraftwagen oder landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge.

Zwischen 13. und 19. September wurden bei der Verkehrserhebung der Stadtgemeinde Linz-Land knapp 7.500 Fahrzeuge verzeichnet. 85 Prozent aller passierenden Pkw fuhren durchschnittlich 76 Stundenkilometer. Auch eine Spitzengeschwindigkeit von Tempo 129 wurde gemessen.

Bei den Lkw zeichnet sich ein ähnliches Bild. Die durchschnittliche Geschwindigkeit betrug bei den Lastkraftwagen 69 Stundenkilometer. Ein Anstieg der Geschwindigkeit war im Zuge der Messungen vor allem in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr zu verzeichnen.

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