29.11.2016, 15:52 Uhr

Umfahrung Pyburg/Windpassing wird weitergebaut

(Foto: Gemeinde Ennsdorf)
ENNSDORF, ST. PANTALEON-ERLA. Die Insolvenz der Baufirma GLS mit Standorten in Perg und Ennsdorf löste einen Schock aus – die BezirksRundschau berichtete. Nach Tagen der Unsicherheit wurde nun die Fortführung des Unternehmens beschlossen. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich übernimmt die Finanzierung. Die Gläubiger haben dem Sanierungsplan zugestimmt. Allerdings müssen in den kommenden Tagen bereits rund 130 Beschäftigte das Unternehmen verlassen. Bis März sollen insgesamt nur mehr etwa 50 Mitarbeiter verbleiben. Der personelle Aderlass hat Folgen: Bei der Umfahrung Windpassing/Pyburg erfolgte für zwei Wochen ein Baustopp.

Eröffnung im August

Dieser komme bei einer Insolvenz automatisch, erklärt Gerhard Fichtinger, Pressereferent des niederösterreichischen Straßendienstes. Doch: "Das Land Niederösterreich ist bestrebt, dass der Bau an der Umfahrung weitergeht", so Fichtinger. Zwischen dem Land Niederösterreich und GLS stehen kurz vor dem Abschluss. "Der Zeitplan bleibt, im August soll die neue Strecke eröffnet werden", sagt GLS-Geschäftsführer Edmund Wall. Er und sein Kollege Walter Besenbäck berichten von einer guten Zusammenarbeit mit den Masseverwaltern. Wall und Besenbäck sind zuversichtlich, am Standort Ennsdorf festhalten zu können. Personal abgebaut werden dürfte wohl in der Betriebs-Schlosserei. Wie viele Mitarbeiter die Firma in Ennsdorf tatsächlich verlassen müssen, könne von Unternehmensseite derzeit noch nicht gesagt werden.

Jahrelanger Kampf

Wall und Besenbäck sehen trotz der Millionen-Pleite großes Potenzial für den Standort Ennsdorf. Immerhin sei im Linzer Zentralraum der Großteil der Straßenbauprojekte von GLS realisiert worden. Auch am Abbau der Eisenbahnbrücke in Linz war man beteiligt. Bei der neuen Donauquerung am Urfahraner Jahrmarktgelände will die Baufirma ebenfalls wieder mitarbeiten.
Spannend wird es für die Geschäftsführung am 3. März. Dann läuft die 90-Tage-Frist nach der Insolvenz ab und die Mehrheit der Gläubiger muss dem Sanierungsverfahren zustimmen. Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger (SPÖ) war selbst erschrocken über den Konkurs der Baufirma. Er denkt an die menschlichen Schicksale, die hinter dem Konkurs stehen: "Wir verlieren viele Arbeitsplätze in der Gemeinde. Arbeitnehmer verlieren womöglich kurz vor Weihnachten ihre Jobs." Der Baustopp ist für den Ortschef "skurril". Mehr als zwei Jahrzehnte sind die Anrainer auf die Straße gegangen, um für die Umfahrung der B123 zu kämpfen. Erst im Vorjahr ist der Spatenstich erfolgt.

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