05.12.2017, 16:16 Uhr

Weihnachten: Vorab Budget festlegen

(Foto: Gina Sanders/Fotolia)

Vor Weihnachten lockt der Handel mit Angeboten für Geschenke – für einige eine Schuldenfalle.

REGION (km). Heiligabend rückt in großen Schritten näher. Für den Handel ist es die wichtigste Zeit im Jahr. Immerhin: 2016 konnte der Umsatz in Oberösterreich an den Einkaufssamstagen um fast zwei Prozent gesteigert werden. "Zu Weihnachten lauern die Verlockungen überall", sagt Thomas Mader, Regionalstellenleiter der Präventionsabteilung "Klartext" der Schuldnerberatung Oberösterreich. Er warnt vor unüberlegten Einkäufen in der Weihnachtszeit. "Dank des Weihnachtsgeldes sitzt die Hand locker. Schnell ist das eine oder andere schöne Stück für die Liebsten gekauft." Bewusst werfe der Handel vor Weihnachten die neuesten Geräte auf den Markt und gaukle riesige Rabatte vor.

"Beschränkte sich früher die Kauflust auf die vier Weihnachtssamstage, beginnt jetzt schon der große Kaufrausch mit dem ‚Black Friday’, an dem mit angeblich hohen Rabatten geworben wird", weiß der Schuldnerberater. Zwar sei die Zahl der Erstkontakte bei der Schuldnerberatung in den vergangenen Jahren konstant geblieben, doch stiegen durch die Änderung des Insolvenzrechtes mit 1. November die Zahlen in den vergangenen Wochen massiv an. Das liege vor allem daran, dass die Mindestquote von zehn Prozent gefallen ist. "Die Leute sehen jetzt eine Chance, sich zu entschulden", so der Ennser.

"Dank Kreditkarten können Dinge angeschafft werden, die zum Kaufzeitpunkt noch nicht leistbar sind. Mittels Ratenzahlung werden sie dann abbezahlt", so Mader. In Summe werde dadurch mehr gekauft, da es noch nicht sofort ins Gewicht fällt. "Und dank der anfallenden Zinsen werden es teure Geschenke." Ratenzahlungen sollte man daher so gut wie möglich vermeiden.

Internet verlockt zum Kauf

Auch das Online-Shoppen trage zu Verschuldungen in der Weihnachtszeit bei. "Der Onlinehandel hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Einerseits wollen sich die Menschen den Trubel in den Geschäften ersparen. Andererseits geht es aber um die diversen Rabattaktionen, die fast minütlich durchs Netz jagen. Im Endeffekt wird mehr gekauft als ursprünglich gewollt", so Mader.

Um die Weihnachtszeit schuldenfrei hinter sich zu bringen, rät er: "Wichtig ist vor allem die Planung." Man sollte sich vorher gut überlegen, wen man beschenken will und sich ein Limit für die einzelnen Geschenke setzen. "Auch Ausgaben für Weihnachtsbaum, Deko und das Festessen gehören berücksichtigt." Ratenzahlungen sollte man auch hier vermeiden. Eine Checkliste und der Geschenke-Rechner sollen helfen, Schulden zu entgehen. Weitere Informationen dazu sind unter finanzielle-gesundheit.at zu finden.

0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.