18.03.2017, 18:55 Uhr

Vom "Burn Out" zum "Iron-Man-Coaching"

Über Stock und Stein. (Foto: Anca Moraru)
Enns: Lauriacumstraße 4 |

Anca Moraru hat ein aufregendes Leben hinter sich. Geboren und aufgewachsen in Rumänien, dem „exotischesten Land Europas“, wie sie sagt, schaffte sie es zum Spitzensport und schließlich zur erfolgreichen Trainerin. Am 24. März berichtet sie aus ihrem ereignisreichen Leben unter dem Titel „Vom Burn-Out zum Ironman-Coaching" oder - „Out oft he Dark“ in Enns im Pfarrheim Lorch.

Als sie in Bukarest geboren wurde, war der Kommunismus noch erträglich. Doch die letzten 9 Jahre in Rumänien habe sie und die Bevölkerung unter Hunger, Arbeitslosigkeit, Angst vor dem Regime und enorme Kälte im Winter gelitten. Ancas Zimmer hatte da eine Durchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius!

Sie erlebte und überlebte den Straßenkrieg Ende Dezember 1989. Anschließend flüchtete sie nach Deutschland, wo sie 4 Jahre als Asylsuchende lebte und dort von Null begann. Doch dann wurde sie zurückgeschickt, das Wiedersehen mit ihrem Land war ein Schock. Sie, die „Deutsche“, musste in ihrem Geburtsland wieder von vorne beginnen und erholte sich die nächsten 20 Jahre nicht wirklich. In Rumänien musste man sich damals arrangieren, Schwarzarbeit war die einzige Möglichkeit zu überleben.

Nach der Wende arbeitete sie als Assistentin der Geschäftsleitung eines deutschen Konzerns, wurde Office Managerin und später Dolmetscherin und arbeitete meist rund um die Uhr.

Seit 1999 reist sie aber auch um die Welt, und es waren Abenteuerreisen, die sie am meisten faszinierten: Vulkane in Equador auf 6300 m, die höchsten Berggipfel Spaniens, eine Solo-Himalayabesteigung im Dezember.

Die Neigung zum Sport begann an ihrem Geburtstag 2004, als sie mit einem Freund und ihrem nach Rumänien mitgebrachten City Bike die Berge ihrer Heimat erkundete.
Bald wurde das City Bike durch ein Montainbike ersetzt, mit dem sie von 2005 bis 2009 beinahe an allen Mountain-Bike-Marathons in Rumänien teilnahm.
Und mit jedem Wettkampf befreite sie sich von ihrer Sinneskrise: Sie hatte den Extremsport und das Abenteuer als Virus und Rettung ihrer Seele entdeckt.

2010 stolperte sie über den Begriff „Triathlon“. Obwohl sie bereits 43 Jahre alt war, startete sie bei einem Wettbewerb an der Schwarzmeerküste. Sie erreichte bei ihrem ersten Triathlon ohne Schwimmbrille den 2. Platz. Und sie steigerte auch die Distanzen: 1,5 km Schwimmen, 40 km Radfahren und 10 km Laufen. Beim ersten Halb-Ironman waren es schon 2 km Schwimmen, 90 km Radeln und 21 km Laufen. Es folgte eine Trekking Tour im Himalaya, der Wettbewerb „Iron-Bike“, 2012 der „Polar Night Halbmarathon“ in Tromsö (Norwegen),
viele weitere Bergläufe und 2013 der erste „Ironman, ein Langdistanz-Triathlon, der 226 km lang ist und den sie in 15 Stunden und 44 Minuten bewältigte. Dieser Bewerb bringt die Teilnehmer nicht nur an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, sondern ist auch eine tolle Erlebnisreise mit vielen Impressionen und Emotionen.

2014 bewarb sie sich um eine Stelle in Wien und zog in eine Firmenwohnung in Österreichs Hauptstadt. Und auf der Donauinsel fand sie ihr Trainingsparadies. Zahlreiche weitere Wettbewerbe folgten, bis sie durch ein Burn-Out völlig aus der Bahn geworfen wurde. Zusammenbrüche, viel zu hohe Blutdruckwerte und ständige Angst um den Arbeitsplatz prägten damals Ancas Leben.
Schließlich kam zur rechten Zeit eine Einladung der Ironman University Florida für einen Trainerkurs zum „Ironman Coach“. Nach 6 Monaten Ausbildungsdauer konnte sie die Prüfung mit Erfolg ablegen. Weiters ließ sie sich als Fitness-und Gesundheitstrainerin an der Vitalakademie in Linz ausbilden, absolvierte auch die Abschlussprüfung „Klassische Massage“ und die „Mental-Trainer-Ausbildung“. Seit 2016 ist sie selbstständig und bietet Dienstleistungen in all diesen Bereichen. Bemerkenswert: Das erste Interesse für „ Ironman-Coaching“ kam aus Indien…
Am Freitag, dem 24. März lädt die Extremsportlerin und nunmehrige Trainerin um 19 Uhr zum Vortrag: "Vom Burn-Out zum Ironman-Coaching" – „Out oft he Dark“ nach Enns ins Pfarrheim Lorch, Lauriacumstraße 4, ein und berichtet aus ihrem bewegten Leben und der Kunst, immer wieder neue Ziele zu finden.
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