19.09.2014, 09:23 Uhr

Tipps vom Versicherungsexperten für Unternehmen

(Foto: Gina Sanders/Fotolia)
ST. VALENTIN (red). Im Schadensfall kann eine Unterversicherung das Ende für eine Firma bedeuten. Erst in Großschadensfällen stellt sich heraus, ob ein Versicherungsvertrag dem Risiko richtig angepasst ist oder nicht. "Eine mögliche Unterversicherung von beispielsweise 25 Prozent kann existenzgefährdend für das Unternehmen sein, wenn z.B. bei einem Schaden statt 5 Millionen nur 3,75 Millionen Euro - also 1,25 Millionen Euro weniger - von der Versicherung bezahlt werden", erklärt Alois Schoder, Geschäftsführer von IVM. Eine ausreichende Versicherungssumme muss auch in den Betriebshaftpflichtversicherungsverträgen vereinbart werden. Der Experte warnt davor, speziell im Bau- und Baunebengewerbe, die Firma unterzuversichern. "Das Risiko am Bau bei Großbetrieben wird unterschätzt", sagt Schoder.
Eine gute Versicherung sichert die Zukunft des Unternehmens, auch nach einem Großbrand. "Bei dem Großbrand von Auto und Reifen in St. Valentin kommt es durch die sorgfältige Vorgehensweise meiner Mitarbeiter zu keiner Unterversicherung und die Eigentümer erhalten den gesamten Schaden zum Neuwert sowie die Kundenräder wie Reifen zum Zeitwert und Felge zum Neuwert ersetzt", sagt Schoder. Die Ermittler gehen derzeit von einem technischen Defekt einer LED Leuchte aus. "Sollte sich dieser Tatbestand als richtig herausstellen, wird vermutlich der Erzeuger oder Händler von den Versicherungsgesellschaften, die diesen Schadensfall bezahlen, bezüglich Regress kontaktiert werden", sagt Schoder. Damit ein Unternehmen im Schadensfall ausreichend abgesichert ist, gibt der Experte einige TIpps:

Risikoabsicherung

Um die Neuwertversicherungssumme zu erfassen wird ein Sachverständigengutachten erstellt. Für die Ermittlung der Versicherungssummen müssen auch die Nebenkosten wie Aufräum-, Abbruch- und Entsorgungskosten berechnet werden. "Diese sind unbedingt in ausreichender Höhe abzusichern, da fast jeder Brandschutt heutzutage als Sondermüll deklariert wird", erklärt Schoder. Die restlichen Versicherungssummen für Risken wie Fahrzeuge, Bargeld, Datenträger, Hard- und Software und vieles mehr ist nur mit Abstimmung des Versicherungsnehmers möglich.



Betriebsunterbrechungversicherung

"Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist mindestens genau so wichtig wie die Sachversicherung", sagt Schoder. Gedeckt sind dabei die laufenden Kosten für Personal, AFA, Strom, Miete, Zinsen, Leasingfinanzierung, aber auch der entgangene Gewinn des Unternehmens. Die richtige Versicherungssumme ermittelt sich aus dem aktuellen Umsatz abzüglich dem Wareneinsatz und variablen Kosten. Diese fallen bei einem möglichen Stillstand während der Aufbauphase eines beispielsweise abgebrannten Betriebsgebäudes nicht an.


Betriebshaftpflichtversicherung

Im Rahmen der Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt der Versicherer die Erfüllung von Schadenersatzverpflichtungen. Diese beinhalten Personenschaden, Sachschaden oder Vermögensschaden. Weiters übernimmt der Versicherer auch die Abwehr von ungerechtfertigten Schadenersatzansprüchen.

Die Versicherung muss auf das Unternehmen abgestimmt werden. "Eine umfassende Risikoanalyse vor Ort ist das A & O aller Versicherungsverträge. Nur vor Ort ist für einen Fachmann erkennbar, welchen Risken der Betrieb oder die handelnden Personen ausgeliefert sind", sagt Schoder.
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