AUSSTELLUNG ANTON WICHTL "Der Spaziergänger"

26. Februar 2020
Haus der Kunst, Kaiser Franz-Ring 7, 2500, Baden
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ANTON WICHTL – Der Spaziergänger (1920 – 1979) zum hundertsten Geburtstag zeigt die Stadtgemeinde Baden Gemälde und Zeichnungen des Badener Künstlers Eröffnung: Freitag, 14. Februar 2020, 19.00 Uhr Die Ausstellung ist bis 15. März 2020 in der Zeit Di-So von 10-12 und 15-18 Uhr geöffnet. Eintritt frei! (kuratiert von Andrea Jünger) Am 25. Februar 1920 in der Grabengasse 8 in Baden geboren, beginnt Anton Wichtl - schon während des siebenjährigen Wehrdienstes bei der Kavallerie - sein Architekturstudium an der Wiener Akademie (heute Universität) für angewandte Kunst in der Meisterklasse von Prof. Franz Schuster. Nach dem Diplom (1947) und der anschließenden Baupraxis, macht er sich 1953 selbständig. Bereits im selben Jahr organisiert er im russisch besetzten Baden eine Ausstellung moderner Kunst. 1956 besucht Anton Wichtl einen Kurs bei Oskar Kokoschka an der Salzburger Sommerakademie - ein Schlüsselerlebnis wie sich erweist. Nachhaltig beeindruckt reift in dem vielseitig begabten und interessierten jungen Mann der Entschluss, sich von der Baukunst abzuwenden und trotz der schwierigen Zeiten hinkünftig ganz seiner wahren Neigung, der Malerei, zu leben. Trotz großem Einsatz und konsequenter Arbeit erkennt er im Lauf der Zeit, dass seine eigentliche Begabung in einer anderen Disziplin nämlich in der Zeichnung liegt. In den folgenden Jahrzehnten entstehen vorwiegend nächtens, wie sich aus den jeweils Minuten genau erfassten Datierungen ablesen lässt, hervorragende Grafiken zu den unterschiedlichsten Themen. Oftmals in ihrer Auffassung sehr frei, nahezu abstrakt (wie die Mappen "Pinus nigra", "Ich male einen Baum", "Nachtbuch",...), gelegentlich narrativ und anekdotisch (Illustrationen zu Stifters "Nachsommer", "Philemon und Baucis", "Duette - Duelle",...) sind diese Blätter in jedem Fall von einem charakteristischen Zeichenstil beseelt, der sich durch die originelle, bewusst subjektive Interpretation der gesehenen Wirklichkeit durch den Künstler auszeichnet. Wir erkennen darin seinen Versuch, sich der Welt zu versichern, ihrer habhaft zu werden, indem er sie einer persönlichen Umformung unterzieht. Nach größeren Präsentationen im Haus der Kunst (2000) bzw. im Frauenbad (2005) wird Anton Wichtl heuer erneut eine Ausstellung gewidmet, um die Öffentlichkeit nachdrücklich auf das Werk dieses faszinierenden Einzelgängers hinzuweisen. Auf den ausgewählten Arbeiten (sie stammen aus verschiedenen Mappen, von denen eine mit "der Spaziergänger" tituliert das treffende Motto für die kleine Retrospektive liefert) breitet sich eine gleichermaßen intensiv durchempfundene, erlebte wie erdachte Realität vor dem Betrachter aus: Baden mit seinen nahen, von Anton Wichtl oft bewanderten Wäldern, sein Geburtshaus in der Grabengasse, sein Arbeitsplatz ,… all das nimmt auf unverwechselbare Weise Gestalt an – selbst Gedanken, die den Künstler während seiner nächtlichen Zeichenarbeit beschäftigen. Dank der geistreichen Bildtexte wird unser Meister zudem als Dichter und ebenso kritischer wie humorvoller Intellektueller fassbar, der das Bedeutende im Alltäglichen thematisiert. In diesen Reflexionen gelingt es dem Künstler exemplarisch, seine Vorstellung von einem aufmerksam geführten Leben zu vermitteln, das wohl eher aus der Summe dieser meist unspektakulären kleinen Momente besteht, denn aus Sensationen und aufsehenerregenden Ereignissen. Eine Haltung, die sich gleichzeitig unmissverständlich einer betulich biedermeierlichen Schönfärberei verwehrt. Anton Wichtls Kunst propagiert weder den Rückzug in verlogene Idyllen, noch ein "sich bescheiden auf die Krümel kleiner Freuden", sondern entwirft vielmehr ein Gegenbild, das von der Wahrnehmung eines wachen Geistes bestimmt ist, der mit höchster Sensibilität auf seine Umwelt reagiert. Damit bietet sein Werk auch noch nachfolgenden Generationen außer ästhetische Qualitäten einen aktuell geblieben Denkansatz. Im Rahmen der Ausstellung wird mit der „Beethoven-Story“ auch erstmals ein Teil jener Schenkung von Eleonore Wichtl der Öffentlichkeit präsentiert, die am 20. Februar der Stadt Baden für das Rollettmuseum übergeben wird. Anlässlich dieses Festaktes im Haus der Kunst wird Frau Mag. Jutta M. Pichler, eine der AutorInnen der Monographie über Anton Wichtl (sie erscheint im April 2020, Hg. Kulturabteilung des Landes NÖ) einen Vortrag halten.

Autor:

Jennifer Gangl aus Mödling

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