Buchvorstellung: „Die Schande Europas“

SCHREMS. Am Samstag, 3. Oktober um 19 Uhr wird in der Großen Jurte der Waldviertler Werkstätten, Niederschremser Straße 4b, die jüngste Publikation von Jean Ziegler „Die Schande Europas“ vorgestellt. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen werden unter raphi@gea.at erbeten.

Der 86-jährige Schweizer Jean Ziegler ist für seinen Einsatz für Menschenrechte und Gerechtigkeit weltberühmt. Ziegler war acht Jahre UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung („Jedes Kind, das heutzutage an Hunger stirbt, wird ermordet“). Unzählige Publikationen erreichten europaweite Beachtung, seine jüngste ist topaktuell: „Die Schande Europas“ betitelt Ziegler seinen Bericht über das Flüchtlingslager in Moria, das er 2019 besuchte – und das seit einem Großbrand vor wenigen Tagen die europäische Politik wieder beherrscht.

„Ziegler hat sein gesamtes Leben in den Dienst der globalen Gerechtigkeit gestellt. Seine Kritik an den ‚neuen Herrschern der Welt‘, den internationalen Großkonzernen und Profiteuren eines globalisierten Kapitalismus, bringt er ohne Rücksicht auf persönliche Nachteile pointiert auf den Punkt“, so Raphael Kößl, GEA Waldviertler Veranstaltungskoordinator. Jedes Menschenleben zählt gleich viel – diese Überzeugung bringt Ziegler immer wieder in Konflikt mit den Herrschenden und dem herrschenden System, wo diese Selbstverständlichkeit oft nicht mehr als ein Lippenbekenntnis ist. „Das Flüchtlingslager auf Moria und die menschenrechtswidrige Unterbringung von zehntausenden Schutzsuchenden sind ein trauriger Beweis dafür“, so Kößl.

Nur wenige Kilometer trennen die griechische Insel Lesbos vom türkischen Festland. Von den Strandbars und Restaurants der Hauptstadt Mytilini kann man abends die Lichter auf der türkischen Seite der Ägäis sehen. Im Schutz der Dunkelheit starten fast täglich Boote mit Schutzsuchenden vom türkischen Festland und versuchen, Lesbos zu erreichen. Doch Sicherheit gibt es für sie nicht: Hinter NATO-Stacheldraht und mit Glasscherben bestückten, vier Meter hohen Betonmauern überlebten auf einem ursprünglich für 2.800 Soldaten bestimmten Kasernenareal im Dorf Moria über 20.000 Flüchtlinge. Weitere Tausende vegetierten unter Plastikplanen in den sogenannten «inoffiziellen Lagern» der umliegenden Olivenhaine. Seit September 2020 ist dieses Lager nach einem Großbrand unbewohnbar, tausende Menschen leben ohne medizinische Assistenz, ausreichende Versorgung mit Nahrung und Wasser und ohne einem Dach über dem Kopf auf den Straßen der europäischen Insel. Die europäische Union ist gespalten, die österreichische Bundesregierung bekanntlich nicht zur Aufnahme von Schutzsuchenden bereit.

Nun sei es an uns, zu handeln. Jean Ziegler sagt: "Die EU ist ein kontinentaler Rechtsstaat. Die stärksten Mitgliedstaaten sind lebendige Demokratien. Es gibt keine Ohnmacht in der Demokratie. Wir müssen die sofortige Schließung aller Auffanglager an der Südgrenze unseres Kontinentes durchsetzen. Denn sie sind die Schande Europas."

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