Bauern weltweit in Not

19. März 2020
18:30 Uhr
Kesselhaus, Donau Universität Dr.-Karl-Dorrek-Straße 30, 350...

KREMS. 19. März 2020, Kino im Kesselhaus Krems, 18:30, Bittere Ernte - Bauern weltweit in Not

Zum 10. Mal bringen die Filmtage zum Recht auf Nahrung - Hunger.Macht.Profite. dazu kritische Dokumentarfilme auf die Kinoleinwände. Vom 19. März bis zum 26. März 2020 werden in Niederösterreich die Ursachen von Hunger, die Verdrängung kleinbäuerlicher Strukturen und der Raubbau an Mensch und Natur gezeigt. Die Filmtage werden von FIAN Österreich, ÖBV - Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung, Attac und normale.at veranstaltet.

In anschließenden Filmgesprächen können die Besucher*innen mit lokalen Initiativen und Expert*innen über Probleme und Lösungsmöglichkeiten diskutieren und sich informieren, was aktiv gegen die Zerstörung unser aller Lebensgrundlage getan werden kann. "Die Filmtage tragen so dazu bei die Krise unseres Ernährungssystems in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen", erklärt Barbara Waschmann vom Mitveranstalter normale.at.

Wirtschaftsinteressen wichtiger als Menschenrechte

Die rücksichtslose Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen gefährdet das Leben von Menschen durch Mangel- und Unterernährung und zerstört unseren Planeten. Jene Konzerne, die für Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden verantwortlich sind, stellen den wirtschaftlichen Profit über das Wohl der Menschen. Die Filmtage zeigen diese Missstände anhand von konkreten Beispielen auf“, erklärt Lukas Schmidt von FIAN Österreich eines der Ziele der Filmtage. Ob Preis, Saatgut oder Arbeits- und Lebensweise – nachhaltige und selbstbestimmte Landwirtschaft ist kaum mehr möglich. Die Konzentration von natürlichen Ressourcen in den Händen einiger weniger Profiteure „organisiert“ den Hunger neu.

Folgen der industriellen Landwirtschaft

Multinationale Konzerne sind zur alles bestimmenden Macht in der Landwirtschaft geworden. „Bittere Ernte – Bauern weltweit in Not“ zeigt, wie Bäuer*innen unter widrigen Bedingungen arbeiten müssen und oft selbst unter Mangelernährung leiden. Die dramatischen Folgen: In den letzten Jahren ist die Zahl der Selbstmorde unter den Bäuer*innen weltweit um ein Vielfaches gestiegen. Auch „Seeds of Profit“ dokumentiert die Macht der Großkonzerne, denn Obst- und Gemüsesamen sind in Besitz multinationaler Unternehmen. Die gezüchteten Sorten sind nur einmalig verwendbar und kosten Landwirt*innen jedes Jahr aufs Neue viel Geld. Denn die Sorten werden für mehr als Gold gehandelt. Gleichzeitig sind in den letzten 100 Jahren weltweit 75% der kultivierten Sorten verschwunden und die industriellen Hybride haben bis zu 50% ihrer Nährstoffe verloren.

Geschichten des Widerstands und politischen Stillstands

Einige Filme zeigen aber auch den Mut zur Veränderung und den bäuerlichen Alltag als widerständige Praxis. „Danke für den Regen“ ist ein Portrait des kenianischen Aktivisten Kisilu Musya, der unermüdlich versucht seine Community von Ideen zu überzeugen, die die verheerenden Folgen des Klimawandels in seiner Region eindämmen. Sein Aktivismus bringt ihn bis zur UN-Klimakonferenz nach Paris. In „Die Bäuerin, das bin ich!“ können die Kinobesucher*innen den Alltag einer Bio-Bäuerin aus Oberösterreich verfolgen, die als erste Frau nach 250 Jahren den elterlichen Hof übernimmt und undogmatisch in eine neue Zeit führt. Doch trotz der idyllischen Bilder wird klar: so ein kleiner Hof wirft nicht mehr genügend ab und ohne ihre große Liebe zur Landwirtschaft müsste auch ihr Hof seine Tore schließen. „Genau solche kleinbäuerlichen Betriebe ernähren die Welt und können wesentlich zum Klimaschutz beitragen: in Kenia wie in Österreich. Durch geringen Energieeinsatz und Humusaufbau können kleine Höfe einen Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise leisten. Doch sie brauchen politische Rahmenbedingungen, die ihre Leistungen honorieren, sie nicht in die Abhängigkeit des Agro-Business treiben und ihre regionale Wirtschaftskreisläufe schützen“, erklärt Julianna Fehlinger von der ÖBV – Via Campesina Austria.

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