Bin noch in Tanger und darf nicht reisen. Thérèse.

Die Geschichte der österreichischen Tänzerin Thérèse Zauser

Therese Zauser, geboren 1910 in Feldkirch, verliess 19-jährig die ihr enge Kleinstadt im Westen Österreichs, wurde Artistin und reiste durch Nordafrika und die Mittelmeerländer, um in Varietes und Clubs als Sängerin und Tänzerin zu arbeiten. Sie legte sich den Künstlernamen Therese Judith Jansen oder Judit Jessie Zauser zu und bezeichnete sich als Danseuse et chanteuse fantaisiste.

Therese reiste immer allein, ihre Engagements dauerten in der Regel nur einige Wochen. Die nationalsozialistische Machtergreifung spürte sie auch in Nordafrika: Aus Tanger schrieb sie am 17. September 1938 ihrem Bruder Karl: Seit ich Deutsch geworden bin, habe ich nichts mehr zu lachen.

Ab Januar 1939 trat Therese hauptsächlich in Lissabon auf, wurde dort nach einer Gefängnisstrafe ausgewiesen und suchte Engagements in Deutschland sowie beim Film. Ohne Erfolg. Weitere Auftritte in Saarbrücken, Frankfurt und Wilhelmshaven folgten. Dort wurde Therese Zauser wegen feindlicher Äusserungen gegenüber dem Naziregime denunziert und umgehend verhaftet, nach Hamburg-Hütten gebracht und schliesslich im Oktober 1941 ins KZ Ravensbrück deportiert. Am 11. Februar 1942 wird Therese Zauser im KZ Ravensbrück ermordet.

Die Wege und das Leben von Therese Zauser nachzuzeichnen und ein Bild von ihr, von den Städten rund um das Mittelmeer, der kolonialen Belle Epoque und heutigen Sichten auf Orte mit europäischer Vergangenheit zu bekommen, ist Intention dieses Projektes. Die Spurensuche reist auf historischen Wegen mit zeitgenössischen filmischen und theatralen Mitteln, die eine Gegenwart kreieren, wo eine Vergangenheit im KZ Ravensbrück ermordet wurde.

Schauspiel: Peter Bocek, Laura Mitzkus
Inszenierung: Brigitte Walk

Foto: © Sarah Mistura, Mark Mosman

www.hamakom.at/therese

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