Theater: Manche mögen's verschleiert

24. Juli 2019
19:30 Uhr
Kulturfabrik, Helfenberg
Die Aufführungen finden von Juli bis August statt.
  • Die Aufführungen finden von Juli bis August statt.
  • Foto: Foto: Kulturfabrik/Reinhard Winkler
  • hochgeladen von Sarah Schütz

HELFENBERG. "Manche mögen's verschleiert" ist der Titel der Liebeskomödie von Michael Niavarani nach einem Film von Sou Abadi. Das Theaterstück wird von 24. Juli bis 11. August im Theater der Kulturfabrik Helfenberg aufgeführt. Vorstellungsbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr, außer am Sonntag, 4 August, um 15 Uhr. Vorverkaufskarten: 26 Euro, zu erwerben unter theaterinderkulturfabrik.at oder unter 0680/3359236. Abendkassa: 28 Euro. Im Foyerraum werden Werke von Erika Maria Pröll, Clemens Andel und Hermann Eckerstorfer gezeigt. Die Bewirtung erfolgt vom Mayerwirt aus St. Stefan, an allen Vorstellungstagen ab 18 Uhr, außer Sonntag, 4 August, ab 14 Uhr.

Über das Stück

2017 lieferte die franko-iranische Regisseurin Sou Abadi ihr Spielfilmdebut ab:Cherchez la femme (dt. Voll verschleiert). Leila und Armand sind ein Liebespaar. Sie ist Muslimin, er ein ziemlich unreligiöser Franzose. Armands
iranische Eltern, die auch noch lange nach ihrer Flucht aus Teheran politisch sehr aktiv sind, wissen nichts von dieser Liebesbeziehung und haben für ihren Sohn bereits eine Schwiegertochter ihrer Wahl ausgesucht. Leilas Bruder Mahmoud, war ein halbes Jahr im Jemen und kehrt als religiöser Fundamentalist „der ersten Stunde“ zurück. Er verbietet Leila die Liebe zu Armand, sperrt sie in der Wohnung ein und fühlt sich dabei auch noch im Recht. Armand hat nur eine Chance Leila zu sehen. Er schlüpft in einen
Niqab und gibt sich als Religionslehrerin "Scheherazade" aus, die Leila unterrichten soll. Das klappt ganz gut, bis Mahmoud in feuriger Liebe für Scheherazade entbrennt. Jetzt wird es für unser Liebespaar schwierig.

Die Autoren

Abadi nutzt diese Konstellation für eine burleske Komödie mit allem, was dazu gehört: Slapstick, Travestie,Verwechslungen und Verfolgungsjagden. Dabei werden durchaus ernste Dinge mitverhandelt: Poesie,
Recht und Religion, Erinnerung und Trauma, Asyl und Exil, Familien- und Geschlechterliebe. Und natürlich dient das Ganze quasi lachtherapeutisch auch zum Abbau von Vorurteilen. 2019 hat nun der österreichisch-iranische Autor Michael Niavarani nach dem Drehbuch von Sou Abadi eine eigenständige Stückfassung erarbeitet, die erstmals in Helfenberg zur Aufführung kommen wird. Michael Niavarani gelingt es den Film auf wenige Spielorte und nur acht Darsteller zu reduzieren. Konzentriert auf die wichtigsten Figuren, haben diese mehr Möglichkeiten sich zu entfalten. Die Leichtigkeit von Abadis Dialogen bleibt unangetastet, Niavarani hat bloß mit gewohnt spitzer Feder Situationen noch auf die Spitze getrieben. Vieles in dieser Komödie hat mindestens zwei Seiten: von den liebevoll gezeichneten Charakteren bis zu gepfefferten Dialogen, die pausenlos mit Wortspielen auf mehreren Ebenen arbeiten. John F. Kutil wird sich mit einem Ensemble schlagfertiger Komödianten in diesem Stück mit Vorurteilen und Kulturunterschieden auseinandersetzen, jedoch ohne zu beleidigen oder jemanden vor den Kopf stoßen zu wollen. Bei allem Respekt vor Gläubigen – egal welcher Religion sie angehören – die tragischen Umstände, die Menschen in den Fundamentalismus führen, können ganz unterschiedlich sein und müssen nicht einmal etwas mit Religion zu tun haben. Letztendlich ist es aber sicher auch eine Frage der Bildung. Eine Gesellschaft, die auf Bildung für alle setzt und in der Chancengleichheit nicht nur ein Slogan ist, entzieht Extremismus in jeglicher Form langfristig den Nährboden.

Genau Vorstellungstermine

Freitag, 26. Juli
Samstag, 27. Juli
Sonntag, 28. Juli
Mittwoch, 31. Juli
Donnerstag, 1. August
Freitag, 2. August
Samstag, 3 August
Sonntag, 4. August 
Mittwoch, 7. August
Donnerstag, 8. August
Freitag, 9. August
Samstag, 10. August
Sonntag, 11. August

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