Aufgeblättert – "Stiftertod" von Hermann Bauer

2Bilder

Mit voller Hingabe widmet sich Floridsdorfer Gymnasialdirektor Marksteiner der Biografie seines Idols Adalbert Stifter. Dazu lässt er keine  Informationsquelle ungenutzt. Dafür besucht er auf der Universität Wien eine Vorlesung und freundet sich mit der Germanistikstudentin Martina Held an. Als die Studentin mit nacktem Oberkörper und durchtrennter Kehle in ihrer Wohnung gefunden wird, gerät Marksteiner unter Mordverdacht. Dass die Mordwaffe, ein altmodisches Rasiermesser, ihm gehört und er von einer Freundin der Ermordeten dabei gesehen wird, wie er sich über die Leiche der toten Studentin beugt, erhärten den Verdacht. Nur Oberkellner Leopold glaubt an seine Unschuld und macht sich daran diese zu beweisen.

Doch ein Mordfall ist nicht genug: Auf dem Maturatreffen kommt ihm eine geheimnisvolle Geschichte zu Ohren die seine Aufmerksamkeit erregt. Sein alter Schulfreund Christian Stolz lebt abgeschottet in seinem Häuschen am Bisamberg nach dem mysteriösen Tod seiner Gattin Ingrid. Nach Stolz Angaben soll sie im Frankreichurlaub ertrunken sein. Die Leiche wurde jedoch nie gefunden. Das ist Anlass genug für Leopold Nachforschungen anzustellen.

Zur selben Zeit möchte Leopolds Freundin Erika den nächsten Schritt tun und zusammenziehen. Doch der 21. Wiener Gemeindebezirk ist ihr nicht ganz geheuer, weshalb sie ihren Freund dazu überreden möchte woanders hinzuziehen. Das kommt für ihn überhaupt nicht in Frage. So versucht Leopold den Balanceakt zwischen investigativer Recherche um seine Freunde, Beruf und Beziehung zu meistern.

Als Leser stellt man sich die Frage, ob es sich bei "Stiftertod" um einen Krimi oder vielleicht doch eine Komödie handelt. Mit Wiener Schmäh und Schnauze versucht Autor Hermann Bauer die Leser für sich zu gewinnen, scheitert aber letztendlich an der flachen Spannungskurve. Zum Ende hin verschmelzen die Kriminalfälle und es kommt ein eher ungelenkes, komplex gedachtes Konstrukt zustande. Attraktiv an der Lektüre ist der Hauptprotagonist Leopold: Der stereotype Wiener Oberkellner besitzt eine große Portion Charme. Für Wiener Leser ist sein Weg durch Floridsdorf gut nachvollziehbar und ermöglicht eine innere Visualisierung während dem Lesen. Wer eine leichte, unterhaltsame Lektüre zwischendurch sucht, ist mit "Stiftertod" gut bedient.

Diese Buchrezensionen könnten sie ebenfalls interessieren!

314 Seiten - erhältlich bei Gmeiner Verlag um 13 EUR (Taschenbuch) / Ebook 9,99 EUR Verlag: Gemeiner Verlag ISBN 978-3-8392-2098-6

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen